Erbe nach Jahren einklagen (erst jetzt vom Tod erfahren)

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5 Antworten

Die Frist für die Geltendmachung von Erbersatz- oder Pflichtteilsergänzungsdansprüchen endet 2014, bzw. innerhalb von drei Jahren, nachdem Sie von dem Erbfall erfahren haben. Sie können Ihren Anspruch bei dem Nachlassgericht stellen, in dessen Amtsgerichtsbezirk der Nachlaß geregelt wurde.

Sie gehören als "leiblicher" Sohn Ihres Vaters (Vaterschaft anerkannt ?) zu seinen gesetzlichen Erben. Wenn er ein Testament hinterlassen und darin andere Personen als Erben eingesetzt hat, bleibt Ihnen ein Pflichtteilsanspruch (in Geld) im Wert der Hälfte Ihres gesetzlichen Erbteils. Wenn Sie Erbe geworden sind, können Sie die Erbschaft ohne Fristbindung beanspruchen, sind Sie "nur" Pflichtteilsberechtigter, haben Sie indessen nur drei Jahre (von der Kenntnis des Erbfalls an) Zeit, den Pflichtteil notfalls gerichtlich geltend zu machen. Der Rat ist zutreffend, umgehend bei dem zuständigen (letzter Wohnsitz des Vaters) Amtsgericht Abteilung Nachlassgericht anzufragen, wie seinerzeit die Erbfolge festgestellt und geregelt worden ist. Wenn kein Testament hinterlassen wurde und daher ein Erbschein nach gesetzlicher Erbfolge erteilt worden ist (wohl Ihre Halbschwestern als Erbinnen) , wäre diesewr unrichtig und Sie müssten den Antrag auf dessen Einziehung und Erteilung eines auch Sie ausweisenden Erb-scheins stellen. Zu allem sollten Sie einen Anwalt beauftragen, insbesondere wenn Sie aus der Erbschaft einen nennenswerten Betrag erwarten können. Legen Sie Ihre Geburtsurkunde mit der Angabe Ihres Vaters oder einen Nachweis über die Anerkennung seiner Vaterschaft dem Nachlassgericht vor.

Ja, Du bist erbberechtigt, wenn Du der Sohn bist. Es würde mich wundern, wenn das Erbe schon ausbezahlt worden wäre - der sog. Erbschein wird erst nach erheblichen Bemühungen des zuständigen Amtes, alle Verwandtschaftsverhältnise zu klären ausgestellt. Vielleicht aber hat man Dich einfach nicht dem Amt genannt. In jedem Fall würde ich einen Anwalt nehmen. Was Du unbedingt brauchst, ist deine Geburtsurkunde.

Wende dich umgehend an das zuständige Nachlassgericht. Die können dir auch deine Fragen dazu beantworten.

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