Erbansprüche bei Verkauf von Grundstücken nachträglich einfordern

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4 Antworten

Nach dem Ableben Ihres Vaters haben Sie angesichts des offenbar wirksamen gemeinschaftlichen Testaments Ihrer Eltern, das Ihre Schwester zur Alleinerbin bestimmt, einen Pflichtteilsanspruch in Geld. Da Sie und Ihre Schwester (beim Fehlen weiterer Geschwister) gesetzliche Erben Ihres Vater zu je 1/2 wären, beträgt Ihr Pflichtteil die Hälfte davon, nämlich 1/4. Den sich aus dem Wert des Nachlasses ergebenden Geldbetrag können Sie nach dem Tod des Vaters von Ihrer Schwester verlangen. Mehr bzw. anderes aber nicht. Da Ihr Vater offenbar nicht mehr geschäftsfähig ist, wird auch nicht in Betracht kommen, dass er Ihnen lebzeitig z.B. einen Teil der Grundstücke zu Eigentum überträgt oder eine durch Grundschulden gesicherte Zahlungsverpflichtung auf seinen Todesfall abgibt. Vielleicht können Sie erreichen, dass für den Fall des Verkaufs der Grundstücke noch zu Lebzeiten Ihres Vaters eine Verpflichtung übernommen wird, den Ihrem Pflichtteil entsprechenden Betrag unter Anrechnung bzw. zur Abgeltung Ihres späteren Pflichtteils aus dem Erlös an Sie zu zahlen. Das alles setzt natürlich voraus, dass die Beteiligten noch in einem einigermaßen familiären Verhältnis zueinander stehen und bereit sind, die Interessen des anderen anzuerkennen.

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Eltern haben mir immer zugesagt,dass im Falle einer Veräusserung der Grundstücke,ich auf jeden Fall zur Hälfte beteiligt würde.

Ohne notarielle Beurkungung ist das blos heiße Luft.

Das Testament ist damals gemeinschaftlich von meinen Eltern zugunsten meiner Schwester verfasst worden,also von meinem Vater alleine nicht mehr zu ändern.

Zunächstmal haben sie einen Pflichtteilsanspruch gegen den Vater aufgrund des Nachlasses ihrer Mutter. Der Pflichtteil beträg die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Waren die Eltern in Zugewinngemeinschaft verheiratet wäre der gesetzliche Erbteil der Kinder zusammen 1/2, Ihrer also 1/4 der Pflichtteil somit 1/8 des Nachlasswerts der Mutter.

Der Pflichtteil unterliegt der Verjährung, er verjährt in 3 Jahren, frühestens aber an ihrem 24 Geburtstag (207 BGB). Die Verjährung ist allerdings irrelevant, sofern der Vater freiwillig zahlt.

Wie kann ich sicherstellen,das ich auch nach dem Ableben meines Vaters noch Ansprüche stellen kann,auch wenn meine Schwester schon Besitzer ist?

Stirbt ihr Vater können sie ebenfalls den Pflichtteil geltend machen.

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Wie kann ich sicherstellen,das ich auch nach dem Ableben meines Vaters noch Ansprüche stellen kann [...]?

Welche Asprüche?

Deine Eltern haben deine Schwester in gemeinschaftlichen, nunmehr unabänderlichem Testament zur Alleinerbin bestimmt.

Je nachdem, wie konkret darin lediglich die Grundstücksfrage (ein oder mehrere Flurstücke, welches) geregelt ist, hast du keine Ansprüche. Und deine Schwester ist hier von eurem Vater als Bevollmächtige seiner Geschäfte ausersehen.

Dein Vater ist Eigentümer der Grundstücke und entscheidet über Eintragungen und Belastungen im Grunduch lebzeitig völlig allein.

Die Zusage der Elöszusage wäre nichts wert, wenn im Testament nichts oder etwas anderes bestimmt wurde oder sie als notarielles Schenkungsversprechen vereinbart wäre.

An den Beerdigungskosten deiner Mutter kannst du deinen Vater und deine Schwester beteiligen (Nachforderung), wenn sie nach Erlösen zu Geld kommen.

G imager761

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Hast du irgendwas Schriftliches unterschrieben?

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