Er steht immer im Mittelpunkt, wie kann ich damit umgehen?

18 Antworten

Ich gebe dir jetzt mal einen ganz unkonventionellen Tip. Nimm dir einen E-Reader mit und/ oder etwas zu schreiben und packe das demonstrativ aus, wenn du nicht mehr ins Gespräch kommst. Lies dann etwas Interessantes oder schreibe auf, welche Gedanken du zum Gespräch hast. Wenn das mal jemand anspricht, sage, dass es den Gesprächsteilnehmern ja offenbar egal ist, was du zu sagen hast und dich daher von vorne herein aus dem Gespräch ausklinkst.

Dein Freund ist übrigens in seinem Verhalten NICHT normal bzw. sensibel, sonst würde er darauf bestehen, dass du auch mit ins Gespräch einbezogen wirst. Ich kann mir schwer vorstellen, wie so ein Gespräch aussieht. Redet nur er, redet er abwechseln mit den anderen Gesprächsteilnehmern, was passiert, wenn du etwas sagst?

Sagst du nichts, weil du nicht "drankommst" oder sagst du nichts, weil du zu dem Thema nichts beitragen kannst? Wie redet dein Freud mit dir, wenn du alleine bist? Wie reden Freunde und Familie mit dir, wenn du mit ihnen alleine bist? Achte mal darauf. Wie redest du mit ihnen, wenn du alleine mit ihnen bist vs. wenn dein Freund dabei ist?

Tipps: Wenn du etwas sagen willst, schaue dem Gesprächspartner eine Zeit lang vorher direkt in die Augen. Sprich ihn dann an. Bspw. "Lukas, das fand ich auch immer ganz spannend. Dazu hatte ich mal folgende Idee..." oder "Lukas, das habe ich mich auch immer gefragt: (Frage)". So hättest du schon mal die Aufmerksamkeit eines Gesprächspartners.

Wirst du dann unterbrochen, sage ruhig "ich war noch nicht fertig". Nicht laut, zickig, trotzig, sondern ruhig.

Wenn du merkst, dass du einige Zeit still dabei gesessen hast und sich das nicht ändern wird, hole dein Buch/ den Reader/ das Handy/ dein Schreibzeug heraus - etwas, mit dem du dich länger beschäftigen kannst. Kündige das nicht an. Nimm etwas mit, mit dem du dich wirklich intensiv länger beschäftigen kannst und willst und das nicht nur als Alibi auf dem Tisch liegt.

Ist die Möglichkeit gegeben, entschuldige dich und mache etwas anderes. Sage "Ihr seid ja gerade alle beschäftigt, ich gehe dann mal kurz (raus, Freundin anrufen, Eis essen, irgendwo stöbern etc.)". Wenn sie irgendwann mal fragen, sage, dass du ja nicht ins Gespräch einbezogen wurdest. Überlege dir dafür auch einen guten Anlaufpunkt.

Mache das auch (lesen, schreiben etc.) wenn du mit den Betreffenden alleine bist. Sie werden das dann als unhöflich anmerken. Sage dann, dass du ja, wenn dein Freund anwesend ist, auch nie ins Gespräch einbezogen wirst und daher annimmst, dass es nicht schlimm ist, sich nicht voll und ganz einem Geprächspartner zu widmen.

Protokolliere mal so ein Gespräch (ggf. auch direkt wenn es stattfindet). Wer sagt was. Wer schaut wen an. Wie ändern sich die Themen. Wer bestimmt das. Wer hat die meiste Redezeit, wer hört nur zu. Welche Themen gelten als interessant und wie werden die ins Gepsräch eingebracht. Analysiere das dann und überlege, wie du dich eher einbringen könntest. Dies nur für den Übergang. Wenn bspw. alle über Fußball reden, für den du dich nicht interessierst, lerne etwas über Fußball, damit du als Gesprächspartner akzeptiert wirst und gehe dann nach und nach in späteren Gesprächen zu anderen Themen über. Achte darauf, wie dein Freund sich einbringt. Welche Methoden nutzt er. Z.B. gibt es Leute, die immer Fragen stellen, die dann diskutiert werden, oder es gibt Maschen wie einen Aufhänger, der zu einer Geschichte führt, aber erst am Ende wieder aufgegriffen wird, oder man nimmt ein Thema eines Gesprächspartners auf und bezieht einen winzigen Teil davon auf eine eigene Geschichte, die man dann erzählt (jemand erzählt von einem Unfall, den er in München hatte - der andere greift München auf und redet über seine erste große Liebe, die aus München kam und in der gleichen Straße wohnte, in der der Unfall passierte - und schon redet man über ihn und seine erste große Liebe oder über München allg., aber nicht mehr über den Unfall).

Recherchiere mal Smalltalk, Gesprächstechniken, Körpersprache etc. und versuche, ein paar Methoden in Gesprächen anzuwenden, in denen dein Freund dabei ist.

Das Haus ist übrigens immer noch seins, aber wenn du dort wohnst, sollte deine Beteiligung trotzdem anerkannt werden. Von "seinem Haus" zu reden muss keine Aberkennung deines Anteils an Arbeit darin sein.

Narzisstischer Störung ist der medizinische Fachbegriff für derartige Egozentrik...kenne das, leide auch darunter ohne es wahr zu nehmen

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deine Strategie mit dem "Schreibzeug" und "ihr seid ja alle so beschäftigt" ist einfach passiv aggressiv

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@sunnyfunloving7

Ja, aber wie nennst du es, wenn man die Fragestellerin im Gespräch ständig übergeht oder ignoriert? Sie beschäftigt sich so, wird also nicht frustriert und bricht eventuell irgendwann schreiend ins Gespräch, damit ihr auch mal jemand zuhört (was ihren Ruf eher noch mehr schädigen würde) oder langweilt sich und wird immer unsicherer, sondern hat eine Beschäftigung und demonstriert damit, dass sie ja gerade nicht ins Gespräch eingebunden ist (sonst hätte sie keine Gelegenheit, etwas nebenbei zu machen). Sie bleibt damit insofern passiv, als dass sie nicht einfordert, ins Gespräch eingebunden zu werden oder frustriert erleben muss, wie sie bei versuchen, sich einzubringen, immer wieder übergangen wird. Jeder hat das schon einmal erlebt, manchmal versteht man, dass man gerade den falschen Zeitpunkt oder das falsche Thema erwischt hat, aber manchmal wird man auch sehr versunsichert, warum man einfach komplett ignoriert wird. Kommt das öfter vor, fängt man an, an sich zu zweifeln, und die Stretagien, die sich dann anbieten, sind normalerweise schädlich - zickig-aggressiv fordern, "ich will auch mal was sagen!", so dass man sehr kindisch rüber kommt, sich immer wieder über den Mund fahren oder ignorieren lassen und das einfach akzepztieren, so dass man nur noch Zuhörer ist. Beides führt eher in die Isolation, man wird als Gesprächspartner nicht mehr ernstgenommen, entweder, weil man sich selbst disqualifiziert hat oder sich selbst zurückgezogen und seine Rolle akzeptiert hat.

Beschäftigt man sich, wird man nicht frustriert, gerade nicht aggressiv und zeigt aber auch, dass gerade kein anderer Gesprächsteilnehmer interessiert ist, einen ins Gespräch einzubinden. Aggressiv wäre eher fordern, "jetzt rede ich mal!" rufen, unangekündigt weggehen, das Gespräch an sich zu reißen etc.

Wie viele Leute spielen während eines Gesprächs mit ihrem Handy? Das wird akzeptiert und führt ebenfalls dazu, dass einige (ohne Handy) sich ausgeschlossen fühlen. Wenn man aber schon vom Gespräch ausgeschlossen ist, kann man sich doch wenigstens still mit etwas beschäftigen, so dass man eben nicht immer frustrierter und aggressiver wird.

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ich denke, wenn ich einfach Lesesachen auspacken oder weggehn würde, würde das ja wieder so gedeutet dass ich gleich wegen jeder Kleinigkeit spinn.. Das Ding ist halt, dass die anderen immer nur Teilausschnitte sehen. Und sich dann denken, so reagiert sich gleich wenn er ihr ein oder zwei Mal ins Wort fällt. dass das aber ja nicht nur bei den Leuten sondern immer wieder vorkommt und sich dadruch halt hochschaukelt, das sieht eben keiner...

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ich habe auch so einen heiligen zu hause.

bei Festivitäten verhalte ich mich so, dass ich ihn quasi gar nicht beachte, sondern mit jemand anderem ein Gespräch suche.

lass deinen freund mal von der leine, mach etwas anderes.

gönne ihm vor allem, dass er so ein Liebling ist, und erfreue dich daran.

wenn du aber gar nicht damit umgehen kannst, dann musst du dich trennen und einen ruhigen unauffälligen typen suchen.

mein rat, freue dich darüber, und nimms nicht so tragisch.

Das is eh mein Ziel, das wär eh am Besten für mich!

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na wenn das dein ziel ist, dann weisst du ja was zu tun ist. dann musst du ja hier keine Story erzählen sondern handeln.

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Was passiert denn wenn Du redest? Fällt er Dir ins Wort, wird sofort wieder abgelenkt? So lange er nicht unhöflich wird um das Mikrofon zu bekommen läge es schon an Dir, Dich an einem Gespräch mehr zu beteiligen. Fährt er Dir allerdings über den Mund oder es interessiert ihn auch nicht was Du redest, wäre es an ihm da an sich zu arbeiten. Er kann auch lernen sich etwas zurück zu nehmen. Ein Anfang wäre ja, nicht unangemeldet früher zu Deinen Verabredungen zu kommen.

Ich denke das mit dem Haus würde Dich gar nicht ärgern, wenn der Rest passen würde. Vielleicht müssen sich die anderen auch ernst noch daran gewöhnen, dass es euer zu Hause ist. Wenn man sich ärgert kommt immer viel auf die Waagschale, was aber nur in eine Abwärtsspirale führt. An sowas zieh Dich bitte nicht hoch.

Das stimmt wirklich, wenn man sich ärgert werden halt auch Dinge zum problem, die eigentlich gar keines wären.. das stört mich ja so.. Ich hab keine Lust auf dieses ständige diskutieren und ich hab auch keine Lust, dass ich selbst so oft genervt bin, es belastet mich ja selbst. Ich hab selbst auch lieber einer glückliche ruhige Beziehung is der es keinen Stress gibt.. Er fällt mir teilweise schon ins Wort, aber er bemüht sich auch, das merke ich auch teilweise. Aber zum Beispiel meine Freundin gestern, die bauen gerade Haus und sie erzählt halt, ja beim Ausmalen is die halbe Decke runter gegangen. und ich sag, ja bei in der WG war das das gleiche und er sgat, ja wie ich haus renoviert hab war das auch in allen Räumen so, und natürlich fragt sie nach wie das bei ihm war und das was ich gesagt hab is vergessen...

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@Anirbasina

Nö. Es ist nicht vergessen, was du sagst.

Er beteiligt sich und erzählt ebenso von seinen Erfahrungen wie DU es AUCH machst. Dass DU dann aber schmollend in den Schweigemodus verfällst, weil er auch etwas zu der Problematik "Decke" erwähnt, dafür kann ER nun wirklich nichts!

Du hättest ebenso, nachdem er erklärt hat, wie es bei ihm war, DEINE Version bzw. Erfahrungen erzählen können.

Nee. Hast Du nicht gemacht. Weil Du gleich eingeschnappt warst, dass er Dir - in DEINEN Augen - die Show gestohlen hat.

Du bist eher diejenige, die es gewöhnt ist, dass die Sonne ständig auf sie scheint. Und dies offenbar auch erwartet.

Nun kommt er, und nimmt Dir (nach DEINEM Empfinden) ein paar Sonnenstrahlen weg und Du? Du sitzt in der Ecke und schmollst.

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@kugel

Schreibst du jetzt in jeden Kommentar ich bin eifersüchtig? ;) das mag zu einem gewissen Grad auch stimmen, aber ich versuch ja eine Lösung zu finden, besser mit der Situation umzugehen..

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@Anirbasina

Versuch mal, wenn Du in diese Situationen kommst, wo Du Dich zurück gedrängt fühlst, wieder nach vorne zu gehen.

Versuch Dich zu reflektieren inwieweit Du Dich zurück ziehst bzw. "beleidigt" bist. Scheinbar möchte Dich ja Niemand zurück drängen. Es hilft immer positiver an Dinge zu gehen um sich nicht weiter rein zu steigern. Wenn Du Dir sagst "Da, schon wieder" zieht Dich das runter. Versuch Dich statt dessen weiter am Gespräch zu beteiligen. Wenn man sich das aktiv bewusst macht und auch aktiv nicht weiter runter ziehen lässt, verschwinden auch die negativen Gedanken.

Es ist eben immer im Miteinander schwierig. Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse, Art und Empfindungen. Für mich hört sich das aber alles so an, als wärt ihr auch beide bereit die Situation wieder zu entspannen. Das sind doch die besten Voraussetzungen.

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Es scheint so, dass dein Freund einfach interessanter auf andere wirkt, als du.

Es reicht eben nicht nur der Wunsch selbst im Mittelpunkt zu stehen, wenn man dafür nichts 'Interessantes' zu bieten hat.

Dein Freund scheint andere leicht von sich und seiner charismatischen Art fesseln zu können, das sollte er nicht ändern und du so akzeptieren können. Du hast ihn doch sicher auch so kennengelernt?

Das Einzige, was du machen kannst, ist dich für andere interessanter zu machen. Das bedeutet- nicht dein Wille oder ähnliches sollten andere dazu bringen, dir mehr Aufmerksamkeit zu schenken,- sondern dein Leben, Erlebnisse usw

Ausserdem könntest du dich doch in die Gespräche einbringen? So hättest du automatisch Aufmerksamkeit. oder lese ein Buch, wie man sich positiv ins Gesellschaftliche Gespräch einbringt. https://www.amazon.de/Die-Kunst-Sympathie-selbstbewusste-beliebt/dp/3499622394/ref=pd_sim_14_1?_encoding=UTF8&psc=1&refRID=2WA7T8T6YT8JPFTEN1MA

Oder übe dich in Rhetorik, lese viel, erweitere deinen Horizont, erzähle nie dasselbe, oder bringe dich negativ ein.

Übrigens wirkt 'Neues' auf einen erst einmal interessanter, als längst bekanntes.

Wenn du also noch nicht jahrelang mit deinem Freund zusammen bist, ist es nicht verwunderlich, wenn er leicht Aufmerksamkeit bekommt.

*Merke es bringt nichts etwas zu erwarten, wenn man selbst nichts zu bieten hat.

Es is halt echt so, dass bisher in meinem Leben ich immer jemand war der auch viel im Mittelpunkt gestanden ist und sehr extrovertiert war, deswegen ist die Situation auch so schwieirg für mich. Ich war nie jemand der Probleme gehabt hätte sich in Gespräche einzubringen, ich war auch oft auf Parties wo ich keinen gekannt habe, alleine fort, etc. und habe immer schnell Anschluss gefunden und Rückmeldung gehabt, dass ich ein toller Gesprächspartner bin..

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@Anirbasina

Und jetzt kommt er daher, und läuft Dir quasi den Rang ab...

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@Anirbasina

Nun offensichtlich wirkt er interessanter auf andere.

Du kannst dich einbringen und si automatisch in den Dunst, seiner Anziehungskraft gelangen, glücklich darüber sein, dass er so positiv auf Andere wirkt,- oder eben daran arbeiten selbst postitiv interessanter zu werden.

Vielleicht entscheidest du dich einfach für die Erstere Variante und erfreust dich, einen so charismatischen Freund an deiner Seite zu haben. :)

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@Anirbasina
Es is halt echt so, dass bisher in meinem Leben ich immer jemand war der auch viel im Mittelpunkt gestanden ist und sehr extrovertiert war... und Rückmeldung gehabt, dass ich ein toller Gesprächspartner bin..

Du bist eifersüchtig.

Im Gegensatz zu ihm BRAUCHST Du offenbar Bestätigung und Aufmerksamkeit.

Da kann ER aber nichts dafür!

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Bei deiner Beschreibung von deinem Freund sind bei mir einige Alarmglocken angegangen.

So wie du es beschreibst, geht es nicht nur darum, dass er die ganze Zeit spricht, sondern es wird auch die ganze Zeit über ihn gesprochen.

Personen, die dir nahe stehen, bezeichnen ihn als supertoll.

Er schafft es nicht sich selbst etwas zurückzunehmen.

Er reagiert verletzt, als du ihm sagtest, du hättest gerne etwas mehr Zeit mit deiner Freundin verbracht ( das ist normal - meine Freundin trifft mich beispielsweise in der Regel immer ohne ihren Mann).

Die Art, wie er reagiert, wenn du ihm erzählst, dass du genervt bist, wenn er zu viel redet.

Das sind meines Wissens nach allesamt Sachen, die auf eine toxische Persönlichkeit hindeuten können.

Wie redet er denn über andere Menschen? Lästert er sehr oft über andere? Wie spricht er über dich, wenn du mit dabei bist? Vermittelt er das Gefühl, dass du nichts kannst und er alles machen muss?

Google mal toxische Persönlichkeiten und schau inwiefern was auf deinen Partner zutrifft.

Wenn es sich bei deinem Partner wirklich um eine toxische Persönlichkeit handeln sollte, ist eine Trennung das Beste, was du machen kannst.

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