Epoxidharz diy?


01.11.2020, 23:08

Wie diese hier, kleinere Sachen aber auch dicke Höhe massivere Gegenstände

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Ryuko00

Du hast die Frage schon einmal gestellt und keine Antwort bekommen. Das liegt wohl daran dass eine Antwort sehr umfangreich sein müsste. Kein Vorwissen und auch noch ganz kleine Teile, die du herstellen willst, bis zu großen Tischen.

Für beides gibt es bei Youtube viele Videos, gute und schlechte.

Hier ein paar Grundlagen.

Wie du richtig schreibst, gibt es sehr viele verschiedenen Harze und auch viele Anbieter. Die Preisunterschiede sind zum Teil erheblich. Je kleiner die Menge ist die du kaufst, desto teurer ist es.

Epoxidharz L + Härter S, Packung/ 280 g 9,80 €

(Grundpreis 35,00 € / kg)

Epoxidharz L + Härter S, Packung/ 1 kg 19,93 €

(Grundpreis 19,93 € / kg)

Epoxidharz L + Härter S, Packung/ 3,5 kg 58,51 €

(Grundpreis 16,72 € / kg)

Wie du siehst, das gleiche Harz in verschiedenen Gebinden mit einem erheblichen Unterschied beim Preis pro kg. Da musst du schauen wo die Preissprünge sind. Es gibt auch 200 kg Fässer. Die sind am billigsten, aber mit 200 kg anzufangen ist wenig sinnvoll, da Harze möglichst bald verbraucht werden sollten. Ein Jahr ist bei richtiger Lagerung kein Problem, zwei wohl auch nicht. Bei fünf kann es ein das Kristallisiert und nur noch schlecht zu verarbeiten ist.

Aber in diesem Beispiel haben wir den größten Preissprung zwischen 280 Gramm und 1 kg. Für das doppelte Geld mehr als dreimal so viel Harz. Und 1 Kg ist für den Anfang ok.

Für alle deine Arbeiten, ob dünn, oder dicker, brauchst du ein UV Stabilisiertes, transparentes Epoxidharz. Das bedeutet es wird bei Sonneneinstrahlung sehr langsam vergilben. Über Jahre. Das kann man durch Zusätze noch verbessern, aber das ist für dich am Anfang noch nicht wichtig.

Der Unterschied zwischen dünnen und dickeren Schichten die man gießt, liegt in der Tropfzeit ( Verarbeitungszeit). Bei dünnen Schichten nimmt man eine kürzere und bei dickeren Schichten eine längere Tropfzeit. Bei Gießharzen liegt die meist zwischen 60 Minuten bis 300 und auch länger bei 600 Minuten. Das hat zwei Gründe.

  1. bei der Reaktion des Harzes mit dem Härter ensteht Wärme, eine sogenannte Additionswärme. Wärme steigt von unten nach oben, daher addiert sich die Wärme nach oben hin immer mehr. Ist die gegossene Schicht zu dick, dann kann es sogar sein, dass es an der Oberfläche anfängt zu verkohlen.
  2. Durch eine längere Tropfzeit haben Luftblasen, die an die Oberfläche steigen, mehr Zeit diese auch zu erreichen, wo sie dann platzen können und du eine glatte Fläche erreichst.

Bei dünnen Schichten musst du auch darauf achten, dass dein Hatz dafür ausgelegt ist und es klebfrei aushärtet. sowas steht alles in den Datenblättern, die du zu einem Harz bekommen kannst. Entweder sind diese Datenblätter dabei, oder du kannst auf der Seite des Lieferanten ansehen und runterladen. Kannst du die nicht bekommen, dann würde ich da nichts kaufen.

Hast du dann das richtige Harz ausgewählt, geht das Theater los:-)).

Nee, Quatsch. Alles kein Hexenwerk. Aber auch nicht so einfach.. Harz und Härter zusammenkippien.. verrühren... eingießen... warten ....fertig.

Das Mischungsverhältnis ist wichtig und genauso eine sorgfältige Vermischung. Besonders bei kleinen Mengen, wie für Schmuckstücke, ist das Mischen nach Gewicht mit einer Waage, die im 0,1 Grammbereich messen kann, erforderlich.

Mischst du nicht richtig, kann es sein dass das Harz nicht genügend Reaktionspartner beim Härter findet. Dann wird es entweder gar nicht hart, oder nur stellenweise. Das Stellenweise liegt meist an schlechter Verrührung.

So, das war mal eine kleine Einführung die dir hilft, bei der Harzauswahl und den ersten Schritten.

Hier noch ein Link zu der Seite wo ich mein Harz kaufe. Da gibt es ein Wiki How, wo du viel Information bekommst.

https://www.r-g.de/wiki/Hauptseite

Die haben auch verschiedene Harz im Angebot, du kannst zu jedem Artikel die Datenblätter einsehen, es gibt fast immer Tips bei Wiki How. Und Anrufen kann man dort auch wenn man mal ein Problem hat. Die haben auch Videos bei YT. An Zubehör bekommst du dort alles was du brauchst. Kannst auch auf mein Profil gehen, da hab ich schon einige Fragen zu Epoxidharz beantwortet.

Verschaffe dir einen Überblick.

Bei Fragen kannst du dich jederzeit an mich wenden.

Ich wünsche dir viel Spass, das ist wirklich ein sehr vielfältiges Hobby, mit viel Raum für Kreativität.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo Ryuko00,

warum denn Epoxidharz? Acrylharze sind da aus meiner Sicht besser geeignete.

https://www.harzspezi.de/Acrylharz-SKresin-1702-unser-glasklares-Giessharz-mit-Haerter

Sowas als Beispiel.

Woher ich das weiß:Beruf – Viele Jahre beruflich damit beschäftigt.

Bei den Gefahrenhinweisen halte ich das für Anfänger nicht für geeignet!

Gefahrenhinweise für Harzlösung
H226 Flüssigkeit und Dampf entzündbar
H315 Verursacht Hautreizungen
H317 Kann allergische Hautreaktionen verursachen
H335 Kann die Atemwege reizen
Gefahrenhinweise für PM25-Härter
H242 Erwärmung kann Brand verursachen
H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken
H318 Verursacht schwere Augenschäden

Einige gelten auch für Epoxidharz, aber das kann sich wenigstens nicht entzünden.

Unter 100 ml kaum mischbar, da Härteranteil so gering.

7 bis 20 Prozent Schwund, Schichten unter 3 mm härten schlecht bis gar nicht aus.

Wie soll sie damit Schmuck machen?

Verfüllen und Vergießen in Silikonformen
Mit diesem Gießharz sollten Sie mindestens 100 ml pro Arbeitsgang anmischen, weil bei diesem Harz das Mischungsverhältnis 100: 1 (Harz zu Härter) ist, unter dieser Menge wird es schwierig eine gute und gleichmäßige Mixtur herzustellen. Die maximale Gießhöhe in einem Guss liegt bei 5 bis 8 mm bei einem Volumen von 200 ml und mehr. Mehrere Schichten lassen sich ohne grossartig sichtbaren Übergang, problemlos aufbauen! Dünne Schichten unter 3 mm härten je nach Volumen schlecht bis gar nicht aus. Die Einsatzgebiete von SK resin 1702 sind daher beschränkt.
Die Verarbeitung mit Kinder oder zusammen mit Kindern nicht empfohlen! Lassen Sie ggf. Kinder auf keinen Fall damit alleine Arbeiten!

Maximale Gießhöhe 5 bis 8 mm... Rivertable mit Gräben kommen leicht auf Gießhöhen von 40 -50 mm, da muss man ja 5 - 7 mal gießen, Schwund nicht eingerechnet.

Bestimmt ein interessantes Produkt, aber nicht für Anfänger. Ich sehe da auch kaum Vorteile bei meinen Projekten. U. a. gieße ich Pumpendeckel mit Nuten für O-Ringdichtungen, die haben ca. 70 ml Harzmenge, dann der Schwund.

Ist mit Epoxidharz schon nicht einfach, bis ich das mit dem Acryl hinbekommen, brauche ich ja noch mal Monate.

Trotzdem Danke für den Link, werde das auf jeden Fall mal ausprobieren.

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@Grautvornix

Also die Gefahrenhinweise von Epoxis sind da nicht wesentlich besser. Und ich habe persönlich schon gesehen wie 100ml Epoxis thermisch durchgegangen sind bis zum Brand. Also kann da auch genug schief gehen.

Dann war das nur ein mögliches Beispiel für ein solches Produkt. Es gibt ja noch diverse mehr als nur das.

Und die sehr ausführlichen Hinweise auf der Seite von Epoxis sind ja auch nicht zu verachten:

https://www.harzspezi.de/Glasklares-Epoxidharz-SKresin-72-fuer-hohe-Schichtstaerken

Zudem wenn es um optische Stücke geht schlägt nichts PMMA. Für technische Teile lohnt PMMA nicht aber sobald es um Optik geht ist PMMA der Kunststoff der Wahl.

ps: 1K System für klein Teile https://www.harzspezialisten.de/skresin1390-250g#tab-description

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@Grautvornix

Stimme Grautvornix zu. An Acrylharz hatte ich nicht gedacht da hatte ich bis jetzt nichts von gehört. Ich hatte mich auf YouTube informiert dort nehmen die meistens Epoxidharz und dies scheint auch anfängerfreundlich zu sein. Trotzdem vielen Dank ich erkundige mich da Mal tiefergehend

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@Seefuchs
 Und ich habe persönlich schon gesehen wie 100ml Epoxis thermisch durchgegangen sind bis zum Brand. Also kann da auch genug schief gehen.

Ja, geht auch. Ist mir vor 25 Jahren passiert, als ich meinte einen Block mit 10 x 10 cm, 30 cm hoch, auf einmal gießen zu müssen. Ich wohnte ziemlich abseits und konnte mit dem Gießling nach draußen. Der hat aber nicht einmal unter Wasser aufgehört zu qualmen. Wäre mir das in der Stadt passiert, hätte sicherlich bald die Feuerwehr vor dem Haus gestanden. Dann hab ich noch mal eine zu große Menge an Epoxidharz zum Kleben angerührt, 10 Minuten Verarbeitungszeit haben sich auf 20 Sekunden reduziert. Nicht lustig!

Wie ist denn mit der mechanischen Bearbeitbarkeit von Acrylharz, Drehen, Fräsen, Bohren. Geht das gut? Wegen der Optik werde ich mir das auf jeden Fall ansehen. Schreibe dich dann über Kompli. an wenn ich da Fragen habe. Ist das ok?

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@Grautvornix

Die Sache bei der spanendend Bearbeitung von PMMA ist das es gut funktioniert wenn man weiß wie. PMMA ist eben sehr spröde deshalb auch für technische Teile eher nicht geeignet solange die Optik nicht der wichtigste Punkt ist. Ich persönlich habe in meiner Ausbildung alles was du beschrieben hast mit PMMA gemacht. Es geht beim Bohren sollte man entsprechend spitze Bohrer nehmen die am besten quasi stumpfe Schneiden sind sodass eher gescharbt wird und gut kühlen. Beim Drehen und Fräsen sollten die Werkzeuge eine saubere Schneidkante haben und nicht zuviel zustellen. Man muss ein bisschen Erfahrung haben je nachdem was man machen will. Für die Opik am besten am Ende mit Schleifpapier bis 2000er oder 4000er Wasserschleifpapier gehen und dann hat man ne Top Optik.

Und zuletzt was ganz wichtigstes Tempern PMMA sammelt leider sehr gerne bei sowas Spannungen ein deshalb Teile am besten bei 80°C je nach Dicke ein paar Stunden lagern und dann hat man optisch perfekte Teile. Bei Gußteilen sollte man das nach dem Aushärten auch machen um Spannungen zu reduzieren und die Festigkeit noch ein bisschen zu pushen.

Wenn du willst schreib ne Freundes Anfrage

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