Episches Theater - Brecht oder Freytag?

2 Antworten

Theater können Tragödien (Dramen) oder Komödien oder Mischformen aus beidem sein.

Brecht hat seine Theaterstücke mehr durch die Darsteller erzählen lassen. Der Darsteller und die Rolle waren also nie wirklich identisch. Es fehlen auch die Gestik und die Theatralik des klassischen Theaters.

Dazu kam, dass Brecht ein sehr politischer Mensch war und politische Themen in seinen Theaterstücken umgesetzt hat.

Das klassische Theater konnte auch politisch sein, aber im Wesentlichen ging es mehr um menschliche Irrungen und Wirrungen.

Freytag habe ich auch nie gelesen. Am besten liest Du etwas von ihm und etwas von Brecht. Brecht mit der Gegenwart zu verbinden ist einfach, wie das bei Freytag aussieht, weiß ich nicht. Aber ein aktueller Bezug ist immer gut.

Freytag hat das klassische Drama stukturierend analysiert. Brecht hat ein völlig neues Theater entwickelt, das epische Theater mit V-Effekt, Einheit Ort und Zeit, belehrend, ... ich weiß nicht mehr alles.. es wird genau beschrieben. Wie könnte man Spannung reinbringen? Brecht war Stalinist und Weiberheld und liebte schnelle Autos.

Ich vermute mal, dass das der Generationenkonflikt ist. Ich bin Jahrgang 62 und liebe Brecht. Er war mein Weggefährte durch eine politisch bewegte Jugend.

Heute ist das ja alles gleich bedeutend mit Stalinismus.

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@Seeheldin

Nein, er war Mode-Stalinist. Ein schweizer Gastronom erinnert sich an seinen berühmten Gast. In der Gasstätte hingen Fotos von den berühmtesten Sozialisten und Kommunisten, nur Stalin nicht. Dies bemängelte Brecht. Ich habe des Kolloquium im Abitur über Brecht gemacht und besuchte gerne das Berliner Ensemble während meines siebenjährigen Berliner Aufenthaltes. Ich finde, Bierbichler hat Brecht am besten in einer Verfilmung dargestellt.

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