Epilepsie und Führerschein

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8 Antworten

Sie soll erst einmal abwarten. Vielen passiert es, dass sie mal in Ohnmacht fallen. Dass man heutzutage schnell dabei ist, alles moegliche zu untersuchen, gleich mal auf Epilepsie zu untersuchen, das ist auch normal. Meist ist es aber nicht so, auch wenn die eerst mal noch eine Weile durch weitere Untersuchungen Geld verdienen wollen.

Nun ist es aber so, dass theoretisch doch auch mal eine Epilepsie vorliegen koennte. Es gibt ja Leute, welche diese Krankheit haben. Der Weg zum Berufskraftfahrer ist dann leider versperrt, Fahrzeuge der Klassen C und D duerfen dann in keinem Fall mehr gefuehrt werden. Ansonsten gibt es besondere Begutachtungsrichtlinien, in denen fuer die unterschiedlichsten Krankheiten und Beschwerden drinsteht, welche Voraussetzungen gegeben sein muessen. Wer z.B. jung schon einen epileptischen Anfall hatte, diese Krankheit immer noch hat, aber durch Medikamente schon jahrelang keine Probleme mehr hatte, der wird z.B. in jedem Fall auch wieder fahren duerfen.

Die Begutachtungsrichtlinien findest du hier
http://www.fahrerlaubnisrecht.de/Begutachtungsleitlinien/BGLL%20Inhaltsverzeichnis.htm
Epilepsie findest du unter Punkt 3.9.6

Das hängt von vielen Faktoren ab, wie den Epilepsieformen oder dem Epilepsiesyndrome

" Wer an einer Epilepsie leidet (d.h. mindestens 2 spontane Anfälle gehabt hat), muss mindestens 1 Jahr anfallsfrei sein, bevor sie / er wieder privat Auto fahren darf. Dies gilt für fast alle Anfalls-Typen: Grand mal, Absencen, myoklonisch-impulsive Anfälle (hier etwas in Abhängigkeit vom Ausmaß und der Stärke der Myoklonien), komplex-fokale Anfälle, kürzere Anfälle mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit oder Reaktionsfähigkeit.

Wer an einer sogenannten „therapieresistenten“ Epilepsie leidet (d.h. dass es mehrere Jahre gedauert hat und verschiedene Medikamente, evtl. auch in Kombinationen, zum Einsatz kommen mussten, um Anfallsfreiheit zu erreichen), muss mindestens 2 Jahre anfallsfrei sein, bevor sie / er wieder privat Auto fahren darf. Hier ist die Gefahr, dass trotzdem wieder ein Anfall auftritt, insgesamt sicher höher einzuschätzen.

Besonders schwierig ist die Situation nach einem allerersten Anfall: hier hängt die Dauer des Fahrverbotes von vielen Faktoren, besonders dem Rezidivrisiko, ab und kann zwischen ¼ und 1 Jahr schwanken. Im Einzelfall wird man doch immer den behandelnden Neurologen oder einen anderen Spezialisten zu Rate ziehen."

Ausführlich unter:

http://www.izepilepsie.de/home/index,id,410,selid,810,type,VAL_MEMO.html

Abwarten und Tee trinken ;-) (Nee natürlich nicht^^)

Aber abwarten ist gut...ein Verdacht ist noch lange keine Diagnose und selbst wenn es ein Anfall gewesen wäre, dann wäre es noch nicht zwangsläufig Epilepsie. Aber auch mit Epi muss man den Schein nicht vergessen, das Führerschein machen ist halt etwas erschwert. Fast unmöglich sind eigentlich nur die LKW und Bus Klassen (also D1, D1E, D, DE, C1, C1E, C und CE)...denn um dies fahren zu dürfen müsste man 5 Jahre anfallsfrei ohne Medis sein. Bei einer diagnostizierten Epi kommt es stark auf die Anfallsart drauf an, es gibt z.B. fokale Anfälle, die keinerlei Bewusstseinseinschränkungen hervorrufen und auch sonst nicht zu relevanten Ausfällen führen...hier darf man mitunter sogar fahren, obwohl man nicht Anfallsfrei ist....das selbe gilt, wenn man Anfälle hat, die nur im Schlaf auftreten.

Ansonsten gilt meist 1 Jahr (mitunter auch 2) Anfallsfreiheit bei einer nicht therapieresistenten Epi... falls eine Epi diagnostiziert wird, dann kann sich es sich also für die nächsten Wochen abschminken...bei unproblematischer Einstellung rückt es aber nicht in allzuweite Ferne. (Ich habe selbt Epi....die 2.5 Jahre, die ich nicht fahren durfte (weil ich erst dann ein anfallsfreies Jahr geschafft hatte) gingen schneller vorbei als gedacht. Nur LKW darf ich halt nicht wieder fahren. (Mein "unfairer" Vorteil...ich hab die Epi erst bekommen, als ich die Führerscheine schon alle gemacht hatte) .... auch mit Epi kann man einen Führerschein machen....genaues (auch in Bezug auf die jeweilige Epi Art kann einem am besten ein auf Epi spezialisierter Neuro sagen)

..aber erstmal anwarten, ob es überhaupt Epi ist ;-)

Ich würde erst einmal abwarten, wie die Diagnose genau lautet.

Wenn sie Epilepsie hat, muss sie erst einmal anfallsfrei sein (i.d.R. ein Jahr) um wieder Auto fahren zu können, bzw. den Führerschein machen zu können.

Es ist schwer, ich weiß wie das ist, mir ging es damals genauso. Ich fing mit dem Führerschein an, bekam dann die Diagnose Epilepsie und durfte dann aber nicht weitermachen, Alle um einen rum hatten dann irgendwann den Führerschein, nur man selbst muss immer mitgenommen werden.

Etwa sieben Jahre später durfte ich dann meinen Führerschein aber doch machen, manchmal braucht man eben etwas Geduld.

Mehr Infos zum Thema Epilepsie und Führerschein findest du auch hier: http://www.mara.de/fileadmin/Krankenhaus_Mara/downloads/Epilepsie_Fuehrerschein_Web.pdf

ich habe auch epileptische anfälle. die hatte ich immer früh so bis zu 2 std. nach dem aufstehen. bei mir war es wegen zu wenig schlaf (manchmal erst früh um 2 bis 4 uhr eingeschlafen) dann noch wegen stress u alkohol (hatte ne wilde jugend). jetzt bekomm i seit 8 jahren lamotrigin u hab keine anfälle dadurch mehr. natürlich dauert es erst, bis man richtig eingestellt ist. außer in den schwangerschaften, da hatte i so 2 bis 3 anfälle, bedingt wegen der hormone während der schwangerschaft. aber ansonsten null probleme. ich hab nach dem letzten anfall immer ein jahr gewartet u dann bin i wieder gefahren. mein arzt hat mir lamotrigin verschrieben, weil es gerade für junge frauen im gebärfähigem alter besser ist, weil das risiko, dass das kind behindert wird nur 2 bis 3 prozent ist. bei einer gesunden jungen frau liegt das risiko bei 2 bis 3 prozent, also wären es mit lamotrigin 4 bis 6 prozent. ja aber wenn es ein epileptischer anfall war, dann muss sie auch gekrampft haben. ich hab bei meinem ersten anfall gekrampft, mir die zunge so sehr zusammen gebissen, blut aus dem mund lief u die augen verdreht. es kann aber auch sein, dass man sich in die hose macht. aber erst muss mal alles durchgecheckt werden, vor allem im kopf. alles gute

Danke sehr für eure Antworten.

Habe jetzt durch die Ärztin mehr erfahren. Sie hat gekrampft, Blut lief ihr aus dem Mund und das EEG war mehr als sehr auffällig.

Nun darf sie 6 Monate lang keine Fahrstunden mehr nehmen. Falls sie überhaupt noch fahren wird ist fraglich.

Wenn sie verantwortungsbewusst ist, sollte sie mit so einer Krankheit sich niemals hinter das Steuer setzen. Sie gefährdet nicht nur sich sondern auch andere Menschen. Als Mutter würde ich ihr dringend davon abraten.

Franticek 10.07.2013, 12:16

Das ist aber viel zu pauschal, so ist es nun auch nicht, sonst duerften auch viele mit anderen Krankheiten kein Auto fahren. Auf der Strasse haetten wir ploetzlich nur noch die Haelfte Autos.

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Franticek 10.07.2013, 12:34
@monamaria

Das ist richtig. Aber ein Epileptiker, der in jungen Jahren mal einen Anfall hatte, der aber schon 10-20 Jahre durch Medikamente so eingestellt ist, dass nichts mehr vorkommen kann, den sehe ich mit Sicherheit lieber auf der Strasse als einen suchtkranken Alkoholiker, der sich seiner Krankheit noch nicht einmal bewusst ist. Der erstere wird sicherlich kein besonderes Risiko darstellen, die letzteren gibt es zu tausenden und sie sind auch verantwortlich fuer eine grosse Anzahl von Verkehrstoten. Doch hier wird viel weniger unternommen (eigentlich fast nichts), um diese Leute vom Verkehr fernzuhalten. Das macht mir viel mehr Sorgen.

Es waere besser, solche Menschen aus dem Verkehr zu nehmen, die aktuell wirklich eine Gefahr sind und viele Unfaelle verursachen, als solche, die irgendwelche Krankheiten hatten, welche aber durch Medikamente quasi als geheilt oder inaktiv angesehen werden koennen, die praktisch keine Unfaelle verursachen.

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Siraaa 10.07.2013, 14:52
@Franticek

@Monamaria: die Verkehrsunfälle, welche aufgrund von einem Epileptiker, der schon so lange anfallsfrei ist, dass er auch von medizinischer Seite wieder fahren darf, verursacht werden, sind so gering, dass du darüber keine Statistik finden wirst. Dann müsste man konsequenterweise auch jedem Diabetiker, Herzkranken usw. das Fahren untersagen... Ich fahre mit Epi Auto, Unfallfrei und verantwortungsbewusster als so mancher nicht Epi. Ich fahre nämlich wirklich nur dann, wenn es mir wirklich gut geht. Bei dem kleinsten Infekt oder Unwohlsein lass ich das Auto stehen...das werden die meisten "Gesunden" nicht machen. (Obwohl auch bei ihnen die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt sein kann)

Eine Bekannte von mir (ebenfalls Epi) hat mal einen Polizisten gefragt, wieviele Verkehrsunfälle von einem Epileptiker durch einen Anfall verursacht werden....sie wurde ausgelacht. Wie gesagt...darüber schreibt man keine Statistik...nur wenn mal was passiert, kommt es natürlich gaaanz groß in der Zeitung. (Die dutzend Verkehrsunfälle wegen überhöhter GEschwindigkeit sind schon keine Erwähnung mehr wert)

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monamaria 10.07.2013, 15:23
@Siraaa

Ein Epileptiker aus meinem Bekanntenkreis ist bei einem epileptischen Anfall geradeaus in einen Hoteleingang gefahren und hat dabei zwei Menschen (und sich selbst) getötet, die an der Rezeption standen. Sein Arzt hatte ihm vor zwei Jahren bereits "empfohlen" nicht mehr Auto zu fahren. Ich bin der Meinung, dass ALLE Leute, die an solchen unkontrollierten Krankheiten leiden, nicht hinter das Steuer eines Autos gehören. Dazu zähle ich auch Leute, die unter starkem Medikamenteneinfluss stehen.

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Franticek 10.07.2013, 15:39
@monamaria

Ich bin mir aber ganz sicher, dass bei diesem Bekannten die Voraussetzungen gar nicht erfuellt waren, unter denen er haette wieder fahren koennen. Dein Bekannter war sicherlich nicht schon lange durch Medikamente anfallfrei.

Ich will auch keine Besoffenen am Steuer haben. Aber ich schreibe deshalb nicht, dass jeder, der irgendwann einmal ein Glas Alkohol getrunken hat, nicht ans Steuer darf. Wer getrunken hatte, kann wieder fahren, sobald er nuechtern ist. Selbst ein Alkoholiker kann Auto fahren, wenn er schon zwei Jahre konstant ganz abstinent lebt. Bei Epilepsie und verschiedenen Krankheiten ist es ja auch so, dass man aktuell mit der Krankheit nichts ans Steuer darf, dass es aber kein Hinderungsgrund mehr ist, wenn man schon x Jahre mit Medikamenten so eingestellt ist, dass nichts passiert, die Krankheit also quasi so gut wie nicht mehr vorhanden ist. Wir reden hier nicht von Leuten, die diese Krankheit akut haben und damit dann fahren wollen.

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monamaria 10.07.2013, 15:48
@Franticek

Du hast die Fragestellung aus den Augen verloren. Die Fragestellerin HAT AKUT ein Problem und sollte deshalb NICHT fahren.

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Siraaa 10.07.2013, 16:25
@monamaria

allerdings schreibst du oben.

Wenn sie verantwortungsbewusst ist, sollte sie mit so einer Krankheit sich niemals hinter das Steuer setzen>

damit sprichst du nicht von akut, sondern von jedem Menschen, der diese Krankheit hat. Das man sich mit einer aktiven Epi mit Bewusstseinseinschränkung (z.B. Grand Mal) und wiederkehrenden Anfällen, die (noch) nicht unter Kontrolle sindnicht hinter das Steuer setzt ist i.d.R. den meisten Leuten mit Epi auch klar.

Und ein Arzt der lediglich "Empfehlungen" ausspricht wundert micht persönlich etwas. Ein Neuro, der sich mit der Krankheit auskennt, sagt entweder Ja erlaubt oder Nein, nicht erlaubt. Und wer sich damit nicht auskennt, sollte lieber nicht empfehlen, sondern einfach zu einem Arzt überweisen, der sich damit auskennt.

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ich habe selbst epilepsie!!!

Und darf auch kein Führerschein machen, 1 Jahr muss sie anfallsfrei sein wenn sie Epilepsie hat.

ich habe Tagträumerei ich träume 5-10 Sekunden und danach bin ich wieder ansprechbar und nicht mehr Abwesend.

mfg jenny

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