Entwurmung von Jungpferden/Fohlen/Absetzer?

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3 Antworten

Es gibt auch für Fohlen und Jungpferde die Möglichkeit und es ist durchaus sehr sinnvoll, nach den Regeln der Zeitgemäßen Selektiven Entwurmung zu arbeiten. Die Beprobungsfrequenz ist dabei meines Wissens dichter als beim adulten Pferd und möglicherweise muss man mehr als einmal im Jahr die kombinierte Sedimentation-Flotation oder gar ein anderes Verfahren bestellen, da die Jungpferde noch vermehrt mit Spulwürmern zu tun haben.

Aber durch die vorherige Befundung kann man halt auch feststellen, wann und welcher Wirkstoff nötig ist und somit dem Jungpferd eine Chance einräumen, gleich mal mit einem guten Darmimmunsystem in die Phase des adulten Pferdes zu starten.

Die Erfahrung der ZSE Profis zeigt, dass selektiv behandelte Jungpferde zu einem höheren Anteil als Null- oder Niedrigausscheider auftauchen, wenn sie mal über 4 Jahre sind als welche, die einfach pauschal behandelt wurden.

Warum in der Jungpferdeaufzucht nicht weitaus häufiger selektiv gearbeitet wird, hängt oft an finanziellen Gesichtspunkten. Ein Fohlen groß ziehen, kostet meist eh mehr als man dann für's Tierchen bekommt. Da will man nicht noch mehr rein investieren.

Hast Du jemanden an der Hand, der sich auf die Methodik der Zeitgemäßen Selektiven Entwurmung spezialisiert hat? Dann lass Dich dort beraten.

Dein "P.S." find ich übrigens "witzig", weil genau das, was Du "natürlich" nennst, finden viele sooooo wichtig und ist aus Gesichtspunkten naturnaher Haltung doch so unsinnig: Es kommt in kleinen Herden, die nur eine Familie umfassen, immer wieder vor, dass ein Jungtier keine Gleichaltrigen hat, doch nie, dass lauter Jungtiere in dem Alter auf sich alleine gestellt sind. Mir wäre eine gemischtaltrige Herde weitaus wichtiger als eine reine Jungpferdeherde - das nur am Rande, weil Du es dazu geschrieben hast ;-)

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Kommentar von Baroque
05.09.2016, 13:00

Ach ja, geschickt wäre McMaster und Sed/Flot noch VOR Umzug des Pferdes, weil der nette kleine Spulwurm ein hartnäckiger Überlebenskünstler ist und man dann das Pferd behandelt einziehen lassen könnte.

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Kommentar von xxCamarguexx
05.09.2016, 14:17

Ich habe ja nirgends geschrieben dass es eine Jungpferdeherde ist, sondern nur dass es gleichaltrige Freunde gibt ;) 

Die Herde besteht aus vielen Wallachen, der älteste ist 15. Und es gibt inklusive Meinem dann 3 Jungpferde (7 Monate, 12 Monate und 23 Monate). Ich finde das genau richtig so. Reine Jungpferdeherden finde ich total schrecklich und so würde ich das Pferd niemals aufziehen wollen.

Wollte nur Vorbeugen dass es hier wieder unnötige Diskussionen gibt. Ich hörte schon diejenigen, die nichts zum Thema beitragen und dann aber schreiben "du kannst deine Stute doch nicht mit dem Hengstfohlen zusammen stellen!" oder "du weißt schon dass eine alte Stute nicht als Artgenosse für ein junges Pferd reicht".


Du bist jetzt die (oder der?) Erste, von dem ich höre dass selektives Entwurmen auch bei Jungpferden Sinn macht.

Das Blöde ist einfach dass ich keinen Tierarzt habe der das unterstützt :( Bin da so ein bisschen auf mich allein gestellt. Die Tierärzte hier entwurmen noch wies früher normal war... zwischen 2 und 4x jährlich. Egal ob Würmer da sind oder nicht.

Wo lässt du Kot testen?

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Hallo, 

ich würde immer, egal wie alt das Pferd ist, zu jeder Jahreszeit/alle 3 Monate eine Kotprobe abgeben und wenn diese positiv ist entwurmen. 

Immer und immer wieder entwurmen, obwohl evtl gar nix ist kann auf Dauer schädlich sein. Ist schließlich irgendwo immer noch ein Gift. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

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Kommentar von Baroque
05.09.2016, 12:59

Alle drei Monate reicht beim Fohli bzw. Jährling nicht wirklich. Da wird frequenter beprobt und zum Teil auch mit anderen Verfahren, weil wir nicht primär auf Strongylidensuche sind, sondern mit Spulwürmern zu tun haben, die beim adulten Pferd kaum mehr auftauchen.

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Die Aufzucht  von Jungpferden in Pferdegruppen mit gemischtem Alter ist die klassische Indikation auch ein Jungpferd selektiv zu entwurmen. Ich habe das schon bei meiner Doktorarbeit 2008 erfolgreich gemacht.

Wichtig ist, dass ALLE Jungpferde im Intervallen von 6-8 Wochen untersucht werden. Das macht man solange, bis sich eine gute Immunität gegen die Würmer ausgebildet hat. Da dieser Zeitpunkt bei jedem Pferd anders ist, kann man auch nicht genau sagen, ab welchem Zeitpunkt genau dann die Regeln der Zeitgemässen (+Selektiven) Entwurmung für erwachsenen Pferde angewendet werden können. 

Am aller wichtigsten ist aber bei der Entwurmung von Jungpferden, dass die Wirksamkeit der Wurmkuren überprüft wird: Das macht man mit sog. Eizahlreduzktionstest (weiterlesen hier: www.entwurmungpferd.de/kotprobe-pferd ). Wegen resistenten Spulwürmern sterben in Deutschland schon junge Pferde. Das kann ganz einfach mit winigen Kotuntersuchungen verhindert werden.

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