Entstehung und Kostenentstehung von Medikamenten, schriftliche Quellen?

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5 Antworten

Dein Wunsch kann nicht erfüllt werden, denn jedes neu entwickelte Medikament hat eine eigene Kostenstruktur, die von den Firmen ungern veröffentlicht werden. Außerdem müssen die Firmen eine Mischkalkulation machen, denn nur etwa 1 bis 2% der im Forschungslabor entwickelten Substanzen finden den Weg in die Apotheke.

Wird ein Wirkstoff als hoffnungsvoll angesehen, dann beginnt der nächste sehr teure Schritt, einmal das sogenannte scale up. Das Herstellungsverfahren muss als techn. Prozess ausgeführt werden. Dazu müssen oftmals auch ganz andere Verfahrensschritte eingeführt werden. Das ist meine Tätigkeit in einem Pharmaunternehmen gewesen. Parallel dazu lauft das screenning von 1 bis 3 ab. Hier ist einmal seit dem Conterganproblem die Föt-Tox zu bestimmen. Contergan war nur einem kleinen Zeitfenster für die Schädigungen des Fötus verantwortlich, das zu übersehen erlaubt sich keine Pharmafirma mehr. Diese und weitere Prüfungen ergeben dann die Nebenwirkungen, die die Beiblattzettel füllen. Dazu muss auch das neue Medikament einen Fortschritt in der Therapie darstellen und das ist zu belegen mit allen Fragestellungen der Statistik. Damit du jetzt die finanziellen Größenordnungen erkennst hier ein Beispiel.

Reine chem. Forschung ca. 1 Mio Euro, das sceenning und scale up 1,2 Mrd. Euro bis zur Markteinführung. Das ist noch nicht einmal das teuerste Medikament wo ich beteiligt war.

mgausmann 06.09.2014, 17:41

Interessant das mal von einem Experten zu lesen.. DH!

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grad nen seminar zu gehabt, Kosten pro neuen Wirkstoff wird im Durchschnitt 1,5 milliarden € gerechnet...das meiste natürlich wegen der Zulassung und den Studien...

Schriftliche Quellen über die Entstehungsphasen könntest du mal in Toxikologiewerke in deiner Unibibliothek reinschauen.. die setzen sich damit auseinander ;)

Kosten stehen da aber vermutlich eher nicht drin...

Der Löwenanteil der Kosten wird von der Zulassung erzeugt - nicht von der Entwicklung - hier mal eine Startadresse, von der aus Du Dich weiterhangeln kannst....: http://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/zul/zulassungsverfahren/_node.html

TomRichter 06.09.2014, 23:22

Wenn man 10 aussichtsreiche Wirkstoffe entwickelt, und dann Studien zu deren Wirksamkeit durchführt, bei denen sich herausstellt, dass 9 der 10 Stoffe doch nicht so gut sind wie gedacht. Weshalb eine Zulassung gar nicht erst beantragt wird.

Sind dann die Studienkosten, soweit sie auf die 9 verworfenen Wirkstoffe entfallen, Entwicklungskosten oder Zulassungskosten?

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Karl37 07.09.2014, 08:43
@TomRichter

In der Praxis bekommt die F+E Abteilung ein Budget welches aus den Gewinnen der markteingeführten Produkten bedient wird. Daher spielt es keine Rolle ob es Entwicklungs- oder Zulassungskosten sind. Selbstverständlich wird aber für jeden Wirkstoff eine eigene explizite Kostenschätzung durchgeführt.

Die Zulassung durch die Behörden dauert etwa 5 Jahre, dann kommt noch das Problem hier doppelspurig fahren zu müssen. Eine Zulassung durch die FDA ist nur für dem amerikanischen Markt, den US-Streitkräften gültig sowie für jenen Staaten, die die FDA anerkannt haben, gültig. Auf dem europäischen bzw. deutschen Markt muss eine eigenes Zulassungsverfahren durchgeführt werden. Dazu müssen dann schon kostenaufwendige Feldversuche doppelt ausgeführt werden.

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TomRichter 07.09.2014, 17:12
@Karl37
Daher spielt es keine Rolle ob es Entwicklungs- oder Zulassungskosten sind.

Betriebswirtschaftlich mag das ja egal sein. Aber für die Einschätzung der Aussage "Der Löwenanteil der Kosten wird von der Zulassung erzeugt - nicht von der Entwicklung " macht das sehr wohl einen Unterschied.

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mgausmann 06.09.2014, 15:49

na klar... das ist natürlich ne sehr seriöse quelle, die auch total unparteiisch ist ^^

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oxygenium 06.09.2014, 16:16
@mgausmann

wenn du wüsstest,was in der Pharmindustie los ist und bei den Ärzten, die von den Firmen gekauft werden, da ist der Link ganz unparteiisch ;-)

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mgausmann 06.09.2014, 16:19
@oxygenium

ich bin mir dem problem bewusst...aber für einen guten vortrag, kann man solche quellen halt einfach nicht nutzen...

aber ehrlich gesagt hat die pharmaindustrie keine andere wahl.. würden die an impfstoffen forschen, wären die halt pleite bei den kosten für die forschung und das bisschen geld was so ne einmal-impfung einbringt...

Ist klar, dass die dann lieber an Herzmedikamenten o.ä. forschen... denn von ner pharmaindustrie die pleite ist, hat halt niemand was ;)

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mgausmann 06.09.2014, 16:26
@oxygenium

siehste, bei der seite sieht das schon anders aus... die kann er locker in seinen vortrag einbauen ;)

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Danke für eure Antworten. :) Ich denke ich werde wohl mein Thema ändern

Bevarian 08.09.2014, 18:30

Das hatten wir aber nicht beabsichtigt! Was sollte das überhaupt für eine Arbeit werden?

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