Entstehung einer Depression durch Arbeitslosigkeit nach dem Abitur? oder doch nur faul?

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Depression

Hey :)

Was du schreibst, klingt ganz schön traurig und so, als ob du da in ein ganz schönes Loch gerutscht bist. Von Außen angehört klingt es allerdings auch ganz schön nachvollziehbar:

Es gibt eine gängie Theorie, die besagt, dass der Wegfall von positiven Verstärkern (damit sind z.B. Aktivitäten gemeint, die durch dein eigenes Handeln angenehme Gefühle liefern), depressive Symptome auslösen kann, die wiederum dazu führen, dass man weniger unternimmt - das ergibt somit einen Teufelskreis.

Eine bestandene Abschlussprüfung ist bestens für das Auslösen depressiver Symptome geeignet, so paradox es zunächst klingt. Zusätzlich hast du, wie du schreibst, sehr viel Energie investiert und bist plötzlich im Leerlauf. Die Symptome, die du beschreibst, passen sehr gut zu einer Depression!

Zusätzlich schreibst du von extrem belastenden Erlebnissen durch deinen Exfreund, die natürlich in einer stressigen Phase hervorragend unterdrückt werden können, sich bei plötzlichem Stillstand aber sehr heftig bemerkbar machen können.

Auch die Sichtweise "ich bin Schuld/faul/eine Last für andere" ist sehr typisch dafür. Daher meine klare Einschätzung: Nein, du bist nicht faul. Du schreibst von genügend Situationen, die das sehr gut erklären, was du grade erlebst. Es ist nun aber sehr wichtig, dass du handelst, weil du sonst immer tiefer reinrutschst und das Leid immer stärker wird.

Meine Empfehlung wäre zunächst, die Teufelskreise zu durchbrechen: Die Gefühle von Wertlosigkeit und Schuld sind eine Gaukelei, die ganz typisch für eine Depression ist. Vielleicht schaffst du es, sie als solches wahrzunehmen und nicht bei deiner Person zu suchen. Das ist vor allem bei Misserfolgen ganz wichtig. Stell dir am besten die Fragen: Welche äußeren Umstände haben zum Misserfolg geführt? Und bei Erfolgen: Welche Eigenschaften und Fähigkeiten von dir selbst haben zum Erfolg gefürt?

Weiter ist es sehr wichtig, mehr aktiv zu werden: Welche Freundschaften kannst du reaktivieren? Was hat dir früher Spaß gemacht, das du wieder machen kannst? Welche Freunde/Familienmitglieder geben dir Halt und hören dir zu bei belastenden Themen? Ich weiß, der Antrieb ist gering, aber je mehr du machst, desto größer wird der Antrieb. Vielleicht hilft dir zunächst ein Wochenplan oder das Einbinden von deinem Freund?

Es kann sehr gut sein, dass du es von alleine schaffst, da rauszukommen, indem du die Teufelskreise durchbrichst - allerdings kann es auch sein, dass z.B. die Missbrauchserfahrung dich so heftig runterzieht, dass du allein damit nicht fertig wirst. Deswegen würde ich dir parallel zu deinem eigenen Handeln raten, eine Psychotherapie anzufangen oder zusätzlich Antidepressiva auszuprobieren.

Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft. Übrigens noch eine gute Nachricht zum Schluss: Depression verläuft meistens in Episoden und diese Episoden enden irgendwann. Besonders gut sind deine Chancen, wenn du die depressionsfördernden Faktoren ausfindig machst und aktiv angehst. Gute Besserung! :)

Depression

Ich fürchte, dass du eine Depression hast. Daher schlage ich dir vor, mal über eine Tagesklinik nachzudenken. Das heißt, dass du nur tagsüber in einer Klinik mit psychologischer Betreuung und Gleichgesinnten bist und dies im Prinzip (für 6 bis 8 Wochen) einem Kuraufenthalt sehr ähnelt. Du hast Einzelgespräche, Gruppengespräche, Sport, Entspannung, Ergotherapie und Schmuckgestaltung und erfährst in der Gruppe Respekt und Verständnis. Mir hat es damals sehr gut geholfen und ich habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt, da man sich dort gegenseitig unterstützt und sehr wertschätzend miteinander umgeht.  Ich drück dir die Daumen und wünsche dir viel Erfolg und Kraft! 

Ich weiß nicht unser Bezirksklinikum in der Nähe hat einen sehr schlechten Ruf, ich kenne ehemalige Freunde die dort hingegangen sind. Gäbe es außer einer Tagesklinik noch andere Möglichkeiten?

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@Selfembrace

Die Tagesklinik muss nicht unbedingt an das Klinikum gekoppelt sein. Wenn das Klinikum keine psychische Abteilung hat, dann habt ihr bestimmt im Umkreis von 20 km eine entsprechende Klinik. Ansonsten würde ich mich mal bei deiner Krankenkasse melden und fragen, welche Möglichkeiten du noch hast, ob sie dir Kliniken aus der näheren Umgebung nennen können etc. Vielleicht kannst du ja auch eine Kur oder Rehamaßnahme bekommen?! Versuch mal dein Glück, ich drück dir die Daumen! 

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Dir fehlt eine Tagesstruktur.

Mach dir Fixpunkte am Tag. Also z.B. täglich um 8 Uhr aufstehen, Frühstück, duschen, anziehen. Stellenangebote durchschauen, Bewerbungen schreiben, usw.

Nach der Mittagspause, ev. Sport am Nachmittag oder so, auf jeden Fall raus.

Mach das mal eine Woche, du wirst sehen, es geht dir gleich wieder viel besser.

Im Grunde habe ich das schon versucht. Hat nichts an meinem Befinden geändert, Stellenangebote durchschaun verstärkt es sogar noch mehr das ich mich unter Druck fühle und davon laufen will, weil ich denke das ich dass nicht kann


Trotzdem werde ich es wohl noch mal versuchen, dankeschön :)


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@Selfembrace

Ich bin sicher es gibt etwas was du besonders gut kannst.

Sieh die Stellensuche als Jagd an, wo du am Ende die Siegerin/der Sieger bist.

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