Entstehung des Urknalls?

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11 Antworten

Hallo thisistoni1,

Auf Instagram schrieb eine Person das der Urknall durch den Zusammenstoß von 2 Kometen entstand.

Hieraus solltest Du vor allem eines für's Leben mitnehmen: Instagramm ist KEINE gute Quelle für naturwissenschaftliche komplexe Fragestellungen. Facebook, Twitter und Co. auch nicht. Eigentlich nicht mal gf - aber wir bemühen uns. ;-)

Merke: Hat man eine naturwissenschaftliche Frage, frag den Naturwissenschaftler. Für Urknall und Weltall wären speziell die Physiker zuständig, am besten die Astrophysiker oder Kosmologen.

Und was sagen die?

Mit dem Urknall ist der dichte, heiße Anfangszustand unseres beobachtbaren Universums gemeint. Mit dem Urknall beginnt Raum, Zeit und unsere Physik. Alles, was im heutigen Universum zu sehen ist, war im wenige Sekundenbruchteile alten Universum auch drin - einschließlich des Raums - nur komprimiert auf ein winzig, winzig kleines Raumvolumen. Dieses winzige Raumvolumen ist ganz, ganz dicht voll mit Strahlungsenergie - unvorstellbar heiß. Es beginnt,sich schlagartig auszudehnen. Die Strahlung füllt dabei ständig den gesamten zur Verfügung stehenden Raum. Durch die Ausdehnung kühlt das Ganze allmählich aus, aus der Strahlung "frieren" die Elementarteilchen und die physikalischen Kräfte aus.

So in etwa, ganz grob.

Daraus folgen ein paar Dinge:

1) Über den Urknall hinweg können wir nicht gucken, weil hier unsere Physik beginnt. Aussagen über Entwicklungen und Bedingungen, die zur Ausdehnung geführt haben, müssen immer spekulativ sein.
Man kann nur Modelle annehmen, errechnen, was für ein Universum diese Vorgänge "ausspucken würden" und dieses Universum mit unserem vergleichen. Kommt etwas raus, was unseren Universum ähnlich ist, haben wir einen möglichen Kandidaten - von dem wir aber nicht (nie!) nachweisen können, dass es definitiv richtig ist.

2) Kometen gab's damals nicht. Kometen sind sehr, sehr kalte Genossen, die zusammen mit der Sonne rund 9 Milliarden nach dem Urknall am Rande unseres Sonnensystems entstanden sind.

3) Kennst Du das Spiel "Stille Post"? Man flüstert sich reihum ein Wort ins Ohr und lacht dann herzhaft, wie verfälscht die Botschaft ankommt, wenn sie über ein paar Mitspieler weiter geflüstert wurde.

So ist das wohl auch dem Typ auf Instagram passiert. Es gibt ein Modell, genannt das ekpyrotische Universum, nach dem das Universum infolge des Zusammenstoßes zweier Branen entstanden ist. Branen, das sind multidimensionale Gebilde aus der Stringtheorie. Im Rahmen der Stringtheorie ist unser Universum das Ergebnis eines Zusammenstoßes zweier solcher "Weltenbranen". Ja, ist nicht wirklich anschaulich. Wird es auch nicht, wenn ich Dir einen Link gebe:

http://www.wissenschaft-online.de/astrowissen/lexdt\_e03.html#ekpy

oder noch einen:

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2010/05/26/wenn-branen-kollidieren-mtheorie-und-alternativen-zur-urknallkosmologie/

Multidimensionale kollidierende Strings sind halt bissi unanschaulich, da kann man erklären, was man will.

Wichtig: Auch wenn es in den Texten heißt "Alternative zum Urknall" .... Vorsicht: Auch im ekpyrotischen Universum beginnt das Universum in einem heißen, dichten Anfangszustand. Das Modell kommt lediglich ohne die Inflation - die schlagartige Ausdehnung unmittelbar nach dem Urknall aus. Beide Modelle unterscheiden sich in der ersten Sekunde des Universums...  Der dichte, heiße Anfangszustand ist damit keineswegs vom Tisch, er wird nur anders beschrieben. ;-)

Ergänzen möchte ich, dass das Modell eher ein Außenseitermodell ist. Die Sache mit den Strings ist per se nicht belegt. Interessant wird das Modell, wenn es in den nächsten Jahren nicht gelingt, eine kosmologische Inflation nachzuweisen.

Wenn ich wetten sollte, würde ich persönlich mein Geld aber auf die Inflation setzen. Aber man soll ja nie "nie" sagen...

Grüße



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Kommentar von thisistoni1
20.07.2016, 18:44

danke für die Mühe

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Hi,

Eine moderne astrophysikalische Erklärung (These) für die Ursache des Urknalls liegt in der Quantenmechanik, also im Mikrokosmos. Die These lautet folgendermaßen:

Ein Quantum (z.B. Photon) besteht aus einem negativ geladenen Elektron und einem positiv geladenen Positron. Durch die ungleichen Ladungen schwanken Quanten und im SELTENSTEN Falle kann es passieren, dass Elektron und Positron auseinander "schwanken" und nicht mehr zurückfinden. Da sich jetzt die Ladungen der beiden Teilchen nicht mehr aufhebt (als Photon/Quanten-Teilchen), existiert das Elektron und das Positron nun auch im Makrokosmos (Stoffebene) und bildet Materie. Diese Materie ist nun der unendlich dichte, kleine und heiße Raum, mit dem auch die Zeit beginnt. Der Raum dehnt sich aus, kühlt ab und der Urknall wurde ausgelöst.

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Das kann schon deswegen nicht stimmen, weil die Masse erst mit dem Urknall entstanden, genau wie Raum und Zeit auch. Wenn also 2 Kometen zusammengestoßen wären, dann hätte ja Masse schon vor dem Urknall existieren müssen, also absoluter Unsinn.

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In der Urknalltheorie wird angenommen, daß durch den sogenannten "Urknall" das Universum entstanden ist. Vorher war NICHTS.

Damit ist schon mal klar, daß ein Zusammenstoß von Kometen nichts mit dem Urknall zu tun haben kann. 2 Kometen sind ja Materie und somit nicht NICHTS.

Damit zeigt derjenige, der das behauptet hat, daß er gar nichts verstanden hat und einfach alles durcheinander wirft.

Ich weiß nicht, ob es irgendjemand auf dieser Welt die Urknalltheorie wirklich bis in die letzte Konsequenz versteht, aber alles ergibt sich aus Beobachtungen und Berechnungen zur Ausdehnung des Universums. Man kann durch Modellberechnungen ermitteln wie es wenige Millisekunden nach dem Entstehung des Universums ausgesehen hat. Wie aber die Singularität aussah, aus der alles entstanden ist, ist eine für mich nicht verstehbare Sache.

Lies mal hier :

https://de.wikipedia.org/wiki/Urknall

oder schau Dir dieses Video an, da wird es schön erklärt:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/alpha-centauri/alpha-centauri-urknall-2000\_x100.html

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Nein. Vor dem Urknall gab es nichts. Auch keine Kometen ;)

"Zusammenstossen" gibt es nur im Sinne von Multiversen (2 Universen kollidieren) oder irgendwie mit der Stringtheorie (irgendwelche Membranen von Universen, Dimensionen usw.. stossen zusammen).

Aber alles recht kompliziert ;)

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Nach neuesten Erkenntnissen ist das Universum durch eine Quantensingularität entstanden. Materie, also auch Kometen gab es erst wesentlich später.

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Korrekt, das ist Unfug.
Wie der Urknall entstand ist nicht bekannt, schlicht weil die Menschheit erst bis eine halbe Sekunde nach dem Urknall sehen kann.

Alle schweren Elemente entstanden erst nach dem Urknall..

Der Urknall selbst stammt wahrlich aus dem Nichts.

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Ich frage mich immer, wer so einen Mist verbreitet. Sind die Leute so doof oder ist das Absicht.

Mit dem Urknall hat alles begonnen. Vorher gab´s nix, also auch keine Kometen. 

UND Kometen sind Himmelskörper mit wenigen Kilometer Durchmesser. Ein Zusammenstoß ist auch aus anderen Gründen (beinahe) ausgeschlossen.

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Vor den Urknall gab's nicht .
Da mache ich mir schon sorgen als Atheist ob es diesen Gott wirklich gibt.
Und Kometen entstanden durch zusammen stöße von Planeten .

Beispiel: Die Erde mit ein Marsgroßen Planet.

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Das ist ne Theorie, heißt sie Stimmt bis es jemand wiederlegt...

Beispiel: Meine Theorie besagt, das es morgen regnet, und solange mir keiner beweisen kann, das ich falsch liege stimmt das auch.

Also: Der Urknall ist die Aktuelle annahme der Entstehung

Infos gibts im Netz, einfach Google fragen

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Kommentar von uteausmuenchen
20.07.2016, 18:14

Gaminator,

nein... Naturwissenschaft arbeitet zwar übers Widerlegen, deswegen muss man aber keineswegs jede absurde Hypothese(!) als richtig annehmen, bis sich jemand die Mühe gemacht hat, sie zu widerlegen.

Ganz im Gegenteil!

Eine naturwissenschaftliche Theorie zeichnet sich dadurch aus, dass sie Tests ihrerselbst mitbringt: Eine naturwissenschaftliche Theorie muss an der Beobachtung scheitern können. Sie muss so konkrete (quantitative) Vorhersagen machen, dass man anhand von Beobachtungsergebnissen eindeutig entscheiden kann, ob die Theorie zumindest im Rahmen der Messgenauigkeit stimmen könnte(!) oder zu verwerfen ist.

Um in Deinem Beispiel zu bleiben:

Dass es morgen regnet ist erst mal gar keine wissenschaftliche Aussage, sondern ein Raten eines möglichen Ergebnisses. Die zugrunde liegende Modellrechnung ("Theorie") wäre in das Simulationsprogramm der Großwetterlagen eingeflossen und beschreibt ein Modell des Zusammenspiels von Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit,... Ein solches Modell liefert für jeden Tag/Ort konkrete Vorhersagen (zum Beispiel "In München wird es morgen regnen") anhand deren Eintreffen man es überprüfen kann.

Für den Urknall liegen eine ganze Menge eingetroffener Vorhersagen vor, die dieses Modell hervorragend bestätigen. Die Daten reichen zurück ins wenige Sekunden alte Universum - also in den heißen, dichten Anfangszustand. Kein anderes Modell des Universums kann die Beobachtungsdaten auch nur annähernd so gut erklären.

Die Aussage "Das ist nur eine Theorie" hat den grundlegenden Unterschied zwischen der umgangssprachlichen "Theorie= an der Praxis ungetestete Vermutung" und der naturwissenschaftlichen "Theorie= in Beobachtungen getestetes Erklärungsmodell" nicht verstanden...

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