Entsteht Zeit nur durch das Altern und die Vergänglichkeit von Pflanzen und Lebewesen?

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6 Antworten

Zeit ist das Ding, welches die Vorgänge hintereinander ablaufen lässt. Über die Zeit - so Kant - kann eigentlich wenig mehr gesagt werden, als dass sie da ist. Wir existieren also keineswegs in einem zeitlosen Milieu. Darf man A. Einstein glauben, dann hat es einmal ein Zeitloses gegeben, nämlich vor dem Urknall. Aber ich gebe ehrlich zu, dass ich mir das nicht vorstellen kann.

Prinzipiell kann man sagen, alles was man (physikalisch) messen kann existiert. Somit existiert Zeit.

Historisch war es sicherlich so, wie in vielen anderen Fällen der Naturwissenschaften, dass Menschen etwas gesehen haben, - z.B. einen rollenden Ball, eine verwelkende Pflanze- und um dies zu erklären haben sie etwas eingeführt. Zeit.

Inzwischen existieren viele unabhängige Bestimmungsmöglichkeiten. Ebenso kann man mithilfe von Formeln in denen Zeit eine Variable ist Vorhersagen treffen.


p.s. Stell dir die Frage ob Länge existiert. Die selben Antworten darauf treffen auch auf Zeit zu.


p.p.s. Die Einheit der Zeit (Sekunden, Stunden usw.) sind natürlich festgelegt worden, und somit austauschbar.

Und was ist mit der sogenannten Präsentismus-Bewegung? http://m.focus.de/wissen/bild-der-wissenschaft/tid-8332/physik_aid_229941.html

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@Miwalo

OK, jetzt entfernen wir uns etwas von der Physik und gehen in die Philosophie.

Obwohl ZEIT existiert, eine Variable wie die drei Raumrichtungen, ist es nicht möglich, zu eine bereits vergangene Zeit zurückzukehren. (kausalität)

Die Begriffe Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, kann man als einen Wert der Variable Zeit begreifen.

Die Naturwissenschaften können mit den Werten der Zeit (Vergangenheit, Zukunft) rechnen und aus diesen Vorhersagen treffen, aber lediglich der Wert Gegenwart kann gemessen werden. (Zeitspanne ist Gegenwart1 bis Gegenwart2). Von daher stellt sich die Frage ob Zukunft bereits, und Vergangenheit noch existieren, oder lediglich die Gegenwart.

Auch die Frage nach relativer Gleichzeitigkeit, wie in deinem Link behandelt ist wichtig, aber hier wird es sehr lange...


und in klassischer Philosophie kenne ich mich nicht wirklich aus...


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@Miwalo

Es gab schon andere "Bewegungen", die rückblickend von einigen Menschen doch ein wenig kritisch gesehen werden.

Und Focus weckt nicht gerade das Bedürfnis, sich mit Themen zu beschaftigen, ohne die man die Jahrzehnte vorher auch gut klar gekommen ist.

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Man kann es tatsächlich so sehen, dass Zeit genau deswegen entsteht, weil sich ständig Veränderung ergibt.

Es ist dabei ganz unwesentlich, ob sich Lebewesen, Pflanzen oder andere Objekte verändern. Unsere genauesten Uhren sind heute Atomuhren. Sie haben den Vorteil, überhaupt nicht stehen bleiben zu können.

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In einem Strontium-Atom etwa springen die Elektronen rund 430 Billionen Mal pro Sekunde zwischen zwei Energieniveaus hin und her. Diese ständige Zustandsveränderung macht das Strontium-Atom zu einer überaus genauen Uhr. 

Und Einstein schrieb: Zeit ist, was man von der Uhr abliest.

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@grtgrt

Nicht dass ich
springen die Elektronen rund 430 Billionen Mal pro Sekunde zwischen zwei Energieniveaus hin und her
direkt widerlegen könnte oder wollte.

Es ist nur eine Interpretretation, die ich noch nie vorher gehört oder gelesen habe.

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