Entschädigung für höhere Miete durch ungerechtfertigte Kündigung durch Vermieter

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Ich verstehe die Frage so, dass sie wegen einer Kündigung durch den Vermieter ausziehen mussten, die im Nachhinein unrechtmäßig war. In einem solchen Fall muss Ihnen der Vermieter sämtliche Schäden, die daraus entstehen ersetzen. Das bedeutet den Umzug, eventuell Neuanschaffungen die Gardinen und Teppichbelag usw. unter der Voraussetzung, dass die neue Wohnung exakt die gleiche Größe hat und die gleiche Lage die alte Wohnung, dass die Mieten also vergleichbar sind, muss der Vermieter auch die höheren Miete abzüglich der bisherigen Miete bezahlen. Und das so lange, wie die Wohnung genutzt wird. Einschließlich sämtlicher kommenden Mieterhöhungen abzüglich der durchgeführten Mieterhöhungen in der alten Wohnung.

Das lässt sich allerdings sehr schwer berechnen, weshalb dafür sicherlich eine Pauschale als Vorauszahlung das Problem regelt. Das erreichen Sie allerdings nur über einen Anwalt und eine Klage.

summertimeblues 26.08.2012, 20:20

Vielen Dank für die Auskunft, sie ist sehr hilfreich. Sie haben die Frage richtig verstanden. Der Vermieter hat mich durch die vorher bereits erwähnten Aktivitäten mehr oder weniger genötigt trotz Anwaltsschreiben zum von ihm gesetzen Termin auszuziehen, da er bereits besser zahlende Mieter hatte, denen er auch die entwendeten Möbel zur Verfügung stellte, da er möbliert an die Nachmieter vermietet hat. Für die Vorgänge gibt es mehrere Zeugen.

Da ich die Umzugskosten finanzieren musste habe ich die letzte Miete zurückbehalten.

Da ich mir nicht sicher bin, ob mein Anwalt über genügend Fachwissen verfügt, bitte ich Sie um Mitteilung, ob es für die von Ihnen gegebene Anwort bereits gerichtliche Urteile gibt, um mir selbst einen Überblick zu verschaffen, welche Möglichkeiten ich habe.

Nochmals vielen Dank für die hilfreiche Antwort.

0

Ich denke, Deinerseits fehlen hier viele Informationen, die ein Beurteilung Deines Falles auch nur ansatzweise ermöglichen wurden. Vermutlich nicht ohne Grund. Überlege gut, ob es sich in Deinem Fall rechnen würde, ein Prozesskostenrisiko einzugehen. Rechthaben wollen nützt vor Gericht gar nichts. Wenn jeder der Kontrahenten sein Recht haben will, wird der Richter als erstes einen Vergleich vorschlagen. Wenn man den annimmt, kommt man vielleicht zu ein wenig Geld, das sich aber sofort Anwalt und Gericht einsacken, denn häufig sind deren Kosten höher, als das, was man erstreitet. Gerade bei geringen Streitsummen. Überlegs Dir gut!

Die Situation vor der Kündigung und deinem darauffolgende Auszug ist sehr unübersichtlich. Die vorgebliche Wohngemeinschaft bestand offensichtlich aus mehreren Einzelmietern, die gemeinsam Küche, Bad und Flur genutzt haben. Dir als Einzelmieter wurde separat gekündigt. Der Vermieter hat sich strafrechtlich mehrfach schuldig gemacht. Hausfriedensbruch, Diebstahl (wenn dir die entwendeten Möbel gehörten) und Bedrohung, wobei das letztere von dir nicht näher erklärt wurde. Warum erfolgte keine Strafanzeige? Die Stromverteilung in dieser Wohnung muss auch sehr kurios gestaltet sein, deinen Hinweisen dazu kann man kaum folgen. Wie wurden denn hier exakt NK/BK abgerechnet? Es gäbe wohl Möglichketien, diese Abrechnungen anzufechten, falls keine Pauschalmiete vereinbart war. Ich persönlich kann den Argumenten deines Anwaltes hinsichtlich einer Klage auf Schadensersatz nicht folgen. Du hast ohne Gewaltanwendung des Vermieters aufgrund einer ordentlichen oder außerordentlichen? Kündigung durch den Vermieter die Wohnung verlassen und bist ausgezogen.

Deine Argumentation geht in's Leere. Die von dir hier allein als zulässig angeführten Kündigungsgründe sind irrelevant. Du hattest gute Erfolgsausssichten bei einem möglichen Widerspruch gegen die Kündigung. In dessen Folge hätte der Vermieter auf Räumung klagen müssen bzw. können. Das hätte der sich bestimmt überlegt, ansonsten hätte er vermutlich den Rechtsstreit verloren. Dein Anwalt scheint nicht auf der Höhe zu sein, zumindest was Mietrecht anbetrifft. Du wärst bestimmt beim Mieterverein besser aufgehoben gewesen, und billiger wärs auch. Nun wirst du vermutlich verlieren. Außer Spesen nichts gewersen ... .

summertimeblues 26.08.2012, 07:04

Ich habe gegen die Kündigung Widerspruch eingelegt über einen Anwalt. Und es gibt Gründes weshalb ein weiteres Verbleiben in der Wohnung unzumutbar war, da der Vermieter zu eigenmächtigem Handeln neigt und seinem Bestreben auf Auszug aus der Wohnung auf agressive Art und Weise Nachdruck verleiht, da er davon ausgeht, es sei alles seins (was die Wohnungen betrifft) und er könne machen was er will, da er einen guten Anwalt habe. Nachdem er vom Anwalt die Antwort erhalten hat, das die Kündigung zwar fristgemäß in Ordnung sei, aber der Kündigungsgrund rechtlich kein Kündigungsgrund ist, hat er einiges unternommen was rechtlich nicht in Ordnung ist. Da ich dort 3 Jahre gewohnt habe, weiß ich wie groß sein Gewaltpotential ist, wenn es darum geht seine Interessen durchzusetzen, daher war ein weiteres Verbleiben dort absolut unzumutbar. Er hat mich durch seine Taten mehr oder weniger genötigt zum vom angesetzten Termin auszuziehen.

Ich hatte das große Glück während der Zeit eine neue Wohnung zu finden, die nur wenig teurer ist. Während meines Auszuges hat sich der Vermieter sogar Zutritt in die Wohnung verschafft und Möbel die mir gehören, entwendet, da er sie zur Weitervermietung brauchen kann.

Hintergrund für meine Frage ist der, das der Hausherr mir signalisiert hat, das er aus Kostengründen sich aussergerichtlich mit mir einigen möchte, nachdem ich einen Vergleich abgelehnt habe, der zustande kam, da ich die Miete für letzten Monat zurückgehalten habe. Mein Anwalt hat diese Berechnung des Unterschiedsbetrages angedeutet, da er aber entgegen normalen Verhaltens, mir keine Kopie seiner Schreiben zugesandt hat, was ich selbst für merkwürdig halte, habe ich hier die Frage gestellt um zu erfahren ob es so etwas gibt und wie sich so etwas berechnet.

0
albatros 27.08.2012, 01:25
@summertimeblues

Ich habe durchaus für deine Probleme Verständnis. Da du aber der Kündigung zwar widersprochen hast, aber trotzdem auszogst, hast du sie quasi doch akzeptiert. Beides geht nicht, entweder oder. Du hättest die Möglichkeit gehabt, wegen Unzumutbarkeit der Fortsetzung des MV selbst, sogar fristlos, zu kündigen und dann in diesem Zusammenhang u. U. Schadenersatz zu fordern (was aber sehr problematisch gewesen wäre). Derzeit sehe ich bei der Sachlage keinerlei Erfolgsaussicht bei einer evtl. von d. RA angestrengten Klage. Sie würde lediglich dem Rechtsanwalt dein Geld auf's Konto spülen. Auch für die Gerichtskosten müsstest du allein aufkommen. Es kämen also sehr schnell einige Hunderter zustande, die du für deine neue Wohnung sicher besser investieren könntest.

0

Wenn die Kündigung ungerechtfertigt war warum bist Du dann ausgezogen?

summertimeblues 25.08.2012, 19:27

Weil das Mietverhältnis unzumutbar geworden ist und der Vermieter nach dem Motto agiert, alles meins und ich kann machen was ich will. So auch die Kündigung, die zwar zeitlich in Ordnung war, aber der Kündigungsgrund war nicht haltbar, da es sich weder um Renovierung, Abriss oder Eigenbedarf handelte. Zudem hat mir der Vermieter im letzten Monat des Mietverhältnisses einmal den Strom abgestellt, was ich durch Foto nachweisen kann und auch durch Zeugen und zum anderen hat er, weil ich für den Monat ja zusätzliche Kosten für Umzug hatte, auch Möbel schon Mitte des Monats aus der Wohnung entwendet. Es handelt sich um eine WG, die zu der Zeit der Geschehnisse voll vermietet war. Beim Stromabstellen war der Vermieter in der Wohnung während wir alle in der Arbeit waren. Er hat nur für mein Zimmer den Strom abgestellt und den Draht auf eine andere Sicherung gelegt, da er meinte somit den Strom für meinen Kühlschrank intakt zu halten. Fakt war aber, das der Strom für den Kühlschrank aus meinem Zimmer kam und auch der Kühlschrank somit abgestellt war. Als Beweis habe ich Zeugen und Fotos, mit Datum die es beweisen. Die Möbelentnahme kann ich ebenfalls mit Zeugen beweisen. Diese hat er auch während der Abwesenheit von uns Mietern entnommen.

0

Nein, die gibt es nicht, wenn die Kündigung unwirksam ist, hättest Du nicht ausziehen müssen...

warum erfolgte die Kündigung? Und wieso willst du die Differenz zurück?

summertimeblues 25.08.2012, 19:11

Die Kündigung erfolgte, weil der Vermieter sich vom Nachmieter höhere Mieteinnahmen erhofft

lt Befragung eines Anwaltes wurde mir gesagt das eine Entschädigung bei ungerechtfertigter Kündigung in Betracht kommt, daher meine Frage

0
guterwolf 25.08.2012, 19:25
@summertimeblues

Das ist überhaupt kein Kündigungsgrund, dem kannst du widersprechen.

Warum hat denn dein Anwalt nichts in dieser Richtung gemacht?

0

geh zum anwalt wegen des schadenersatzes

ja, die umzugskosten, die miete, keine ahnung, kommt auf jeden fall einiges zusammen

es gibt nur 3 gründe für eine ordentliche kündigung

eigenbedarf, abriss und den letzten ahbe ich vergessen, aber kannst du nachlesen

einfach so, weil man sich mehr geld erhofft, kann man nicht kündigen

summertimeblues 25.08.2012, 19:21

Habe einen Anwalt, möchte aber gern selbst Hintergrundwissen haben, da mir der Anwalt nur teilweise kompetent in dem Bereich erscheint. Es gab bereits einen Vergleich, den ich abgelehnt habe, da ich meine, wie Du bestätigst, das die Gründe für die Kündigung nicht haltbar sind. In 2 Monaten kommt es zur Verhandlung, daher möchte ich gern mehr darüber wissen, welche Ansprüche ich ggf. geltend machen kann. Kannst Du mir sagen wo ich geeignete Informationen hierzu finde?

0
albatros 26.08.2012, 00:58

Du magst evtl. Ahnung vom Pelzhandel haben, vom Mietrecht jedenfalls nicht.

0

Was möchtest Du wissen?