Enthält dieser Aufsatz stilistsche Fehler, das ist keine Hausaufgabe?

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4 Antworten

Ich danke meiner Mutter und meinem Vater, welche (wirkt sehr schnöselig, wird aber auch gerne von muttersprachlichen Gelegenheitsautoren gemacht; --› die) den Rücken krumm gemacht haben, um mich und meine Schwester groß zu ziehen (--› großzuziehen), sehr.


An einem sehr kalten und regnerischen Winternachmittag saß ich gebeugt an meinem Schreibtisch, sehr erschossen. Ich wollte schlafen, aber ein innerer Drang verbietet (--› verbot) es mir, ins (evtl. zu) Bett zu gehen. Ich bin seit 3 Jahren so. Ich gönne mir Tag und Nacht keine Pause. Ich fasse nur ein einziges Ziel im (--› ins) Auge, und zwar mein Masterstudium im Fach Germanistik zum Abschluss zu bringen und dadurch meinen armen Eltern und meinen warmherzigen drei Schwestern Freude zu bereiten. Die deutsche Sprache hat meinen Herzen (--› mein Herz) so erobert wie keine andere. Ein neues Wort auf Deutsch (zwar amtlich richtig; systematisch und vom Lesefluss aber besser kleingeschrieben, da Adverb; --› auf deutsch) kennenzulernen, macht mich äußerst zufrieden (komisch) und überglücklich. Nachdem ich mein Masterstudium absolvieren werde (--› absolviert habe; Perfekt für in der Zukunft Vergangenes), möchte ich auch promovieren, da (+ es) mit meinem Masterabschluss sehr schwierig sein würde (--› wäre; auch in der gesprochenen Sprache ausnahmslos Konjunktiv 2), eine Stelle zu finden. Der Weg ist also noch sehr lang und steinig. Ich träume auch immer wieder davon, ein Schriftsteller zu werden und Romane auf Deutsch (again) zu schreiben. Fasziniert hat mich Friedrich Schiller mit seinen zu seiner Zeit als revolutionär betrachteten Dramen. Er lehnte sich gegen Tyrannei und Ausbeutung auf und wollte die damaligen Untertaten (Tippfehler: Untertanen) dazu bewegen, gegen einen der mächtigsten Tyrannen der Zeit – Karl Eugen – Sturm zu laufen und ihre Freiheit zu verteidigen. Zur Revolte, zum Revoltieren rief er auf. Eine Revolution gegen alle absolutistischen Herrscher wollte er bewirken. Schillers Träume blieben aber nur in Papieren (--› am Papier). Ich schaute aus dem Fenster den langsam dunkel werdenden Himmel an. Bald werden meine Träume wahr, bald gehen all meine Träume in Erfüllung. Bald ist (--› sind) Ferien, und ich kann nach meiner Heimatstadt (--› in meine Heimatstadt) zurückkehren. Ich habe seit drei Monaten meine Eltern und meine drei Schwester (Tippfehler: Schwestern) nicht mehr gesehen. Ich habe sie so sehr vermisst. Sie sind mein ein und alles (nach klassischer Rechtschreibung richtig, nach neuer Ein und Alles; du entscheidest). Sie bedeuten mir alles. Sie sind das einzige (nach klassischer Rechtschreibung richtig, nach neuer der Einzige; ich empfehle dir aber klassische Kleinschreibung), was mich zum Leben animiert. Ohne sie bin ich verloren. O mein Gott! Ich muss jetzt weiter lernen, ich habe viel Zeit verschwendet. Meine Eltern werden (--› sind) nicht mehr stolz auf mich, wenn ich die Prüfungen nicht mit guten Noten schaffe. Idriss kommt von der Moschee zurück. Idriss ist ein Verwandter von mir. Wir teilen zusammen ein Zimmer mit einem anderen namens Fathi, der aus einem Gegend (--› einer Gegend) in der Nähe von meiner Heimatstadt stammt, in (--› aus) einem Privatstudentenwohnheim in einem der gefährlichsten und ärmsten Wohnviertel in Tunesien Al-tadamen. Man sagt, dieses Wohnviertel sei das größte Wohnviertel Afrikas. Bestimmt ist dieser Stadtteil durch Armut, Analphabetismus …

Die Zeitformen hast du durcheinandergewürfelt. Du musst dich entscheiden, ob du deine Erzählung mit Standardtempus Präteritum oder Präsens erzählst. Aber nicht beides. 

Ich empfehle dir außerdem Absätze.

Goodquestion42 02.12.2016, 09:43

Wo, da hat sich echt wer noch mehr Mühe gemacht ;-) - einzige Ergänzung meinerseits: ich finde, man lernt keine "neuen Worte auf Deutsch",  sondern man lernt "neue deutsche Worte".

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Nein, ich als Muttersprachlerin würde nicht so schreiben.
Folgende Änderungen habe ich anzubieten:


An einem sehr kalten und regnerischen Winternachmittag sitze

ich gebeugt an meinem Schreibtisch, völlig
erschossen. (...)  Ich habe nur ein
einziges Ziel im Auge.... (...) Die deutsche Sprache hat mein
Herz so erobert wie keine andere. (...)
Wenn ich mein Masterstudium absolviert
habe, möchte ich auch promovieren, da es
mit meinem Masterabschluss allein sehr
schwierig werden dürfte, eine Stelle zu
finden. (...) Untertanen (...) Schillers Träume
blieben aber nur auf dem Papier (...) Ich schaue
aus dem Fenster (...) Sie sind das einzige, was mich am
Leben hält (...) Meine Eltern werden
nicht stolz auf mich sein, wenn ich die
Prüfungen nicht mit guten Noten schaffe. (...) Idriss kommt von der
Moschee zurück. Idriss ist ein Verwandter von mir. Wir teilen uns
zusammen ein Zimmer mit einem anderen namens Fathi, der aus einer
Gegend in der Nähe von meiner Heimatstadt stammt (…)



Ich
persönlich würde mir einige von den Wiederholungen und
Übertreibungen sparen... und wenn ich in einem deutschen Text die
Worte "Oh mein Gott" lese, denke ich irgendwie unweigerlich
an amerikanische Comedy oder kichernde junge Mädchen in der U-Bahn,
nicht an einen ernsten Text.

Aber das ist vielleicht
Geschmackssache.



Auch Geschmackssache: Das "Ich bin
seit drei Jahren so" finde ich gerade gut für eine
Kurzgeschichte, es klingt schön knapp. Die Ausführungen zu Schiller
und zur Berufslaufbahn klingen mir dagegen etwas zu förmlich und
steif.





Wörterbücher
... verbot es mir
Es geht mir seit 3 Jahren so.
Nach dem Absolvieren des Masterstudiums...
... da es mit einem Masterabschluss schwierig sein könnte
Untertanen
Schillers Träume existierten aber nur auf dem Papier.
Ich schaue...
Bald sind Ferien.
... stolz auf mich sein

Ich habe mein Hauptaugenmerk auf die Stilistik - also die Ausdrucksweise - gelegt.

Bis auf die Kleinigkeiten, die ich eben anders schreiben würde, finde ich den Text top.

eine Hausarbeit* und ohne  im Internet zu suchen*

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