Entgeltumwandlung jetzt doch gut?

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9 Antworten

Am Ende muss ich die Rente voll versteuern.

Musst du deine gesetzliche Rente auch (sofern du 2040 oder später in Rente gehst). Ferner sind die Beiträge zur bAV steuerfrei.

Ich muss KV und PV komplett bezahlen.

Das ist richtig. Aber auch die Beiträge sind sozialversicherungsfrei.

Meine gesetzliche RV mindert sich, da ich ja auch weniger einzahle

Das ist belanglos, es sei denn du bist 50+ Jahre alt, ansonsten würde auch eine schlechte bAV den Differenzbetrag mehr als ausgleichen, kann ich dir gerne mal vorrechnen.

Aber sie reduziert auch deinen Anspruch auf Krankengeld, da weniger Beiträge an die GKV gehen und deinen Anspruch auf ALG 1, da weniger Beiträge an die Agentur für Arbeit gehen.

Ich persönlich finde es ein Unding, wenn Arbeitgeber nicht mind. die eigene Sozialabgabenersparnis als zusätzliche Arbeitgeberleistung oben drauf legen.

Wenn du also bereit bist 150,- € umzuwandeln, wären das für deinen Arbeitgeber ca. 29,- € SV-Beitragsersparnis, die er deinem Vertrag gutschreiben könnte. Dann wärst du bei 179,- € Gesamtbeitrag und der Arbeitgeber steht bilanztechnisch bei Plus-Minus-Null.

Aber es ist immer noch nicht abschließend zu sagen ob die bAV sinnvoll ist

  • Besteht die Chance, dass der Arbeitgeber sich beteiligt?
  • Handelt es sich um einen Einzel- oder Gruppevertrag?
  • Direktversicherung oder Pensionskasse?
  • Wie viel vom Beitrag kostet die BUB?
  • Fondesgebunden oder klassisch?
  • Welcher Anbieter?

Und allgemein ist nicht gesagt, dass eine bAV für dich sinnvoll ist im Bezug auf deine Wünsche und Ziele. Manche Leute fahren mit Riester besser andere wieder mit ganz was anderem.

Auch hast du schon eine richtige Berufsunfähigkeitsversicherung mit Rente die im Etwa deinem Netto entspricht? Wenn nicht, macht die Ruhestandsplanung nicht so viel Sinn.

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Kommentar von Nachtrot
25.11.2016, 12:37

Hallo und vielen Dank für Deine (und auch alle anderen) Antwort(en).

 

  • Besteht die Chance, dass der Arbeitgeber sich beteiligt?
  • Ja, mein Arbeitgeber beteiligt sich. Wenn ich ca. 90 EUR im Monat bezahle, zahlt mein AG ca. 25 EUR. Hab die genauen Zahlen nicht im Kopf, aber so wurde es mir gestern vorgerechnet. Der Staat tut auch was dabei.

     

  • Handelt es sich um einen Einzel- oder Gruppevertrag?
  • Einzelvertrag

     

  • Direktversicherung oder Pensionskasse?
  • Pension Solutions Group

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    Ich kann nur von meiner Situation ausgehen. In den 16 Jahren, in denen ich jeweils den maximal möglichen Satz in die private Altersvorsorge durch Gehaltsverzicht eingezahlt habe, ist mein Anspruch aus dieser Versicherung fast genauso hoch wie mein gesetzlicher Rentenanspruch. In die gesetzliche Rente zahle ich seit 37 Jahren ein ohne einen Fehltag.

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    bis auf die letzten nachkommastellen kann niemand vor- oder nachteile von betrieblicher altersversorung im vergleich zur gesetzlichen für die zukunft ausrechnen.

    aber grundsätzlich profitierst du von den beiträgen einer persönlichen altersvorsorge durch den betrieb wesentlich mehr, als das weniger netto sich vorteilhaft auf deine zukünfite gesetzliche rente auswirkt. diese beiträge gehen in den großen topf, aus dem alle bedient werden, aber deine eigene, zusätzliche altersversorgung hat eine bessere "rendite" als die beiträge zur gesetzlichen RV

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    Für mich ist es dafür zu spät. Zu berufsbeginn hätte ich es machen sollen. Mach es!

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    Hallo Nachtrot,

    Entgeltumwandlung war schon immer gut, zumal die Beiträge ja aus dem Bruttogehalt gezahlt werden und man selbst noch kaum die Hälfte Netto aufbringt. Das allein ist ja schon mal quasi eine 100% Rendite. Das Problem sind viel eher die Produkte, in die diese Gelder fließen.


    In welchem Stein steht eigentlich fest gemeißelt, dass Altersvorsorge über Versicherungen laufen muss?


    Macht es so wie die großen Firmen seit ca. 150 Jahren: echte versicherungsfreie Betriebsrente!

    Warum da plötzlich ALLE Mitarbeiter mitmachen WOLLEN?

    Zum einen sind die Leistungen des Arbeitnehmers aus dieser Betriebsrente staatlich gegen Insolvenz des Unternehmens zu 100% abgesichert (jüngstes Beispiel: Karstadt = Job weg - Rente sicher!). Und zum anderen sind die Rentenzusagen für die Beschäftigten in der betriebseigenen Unterstützungskasse erfahrungsgemäß zwischen 2 bis 3-mal höher als bei jeder Versicherungslösung.

    Die 3 wichtigsten Gründe dafür sind:

    1) Kosten:
    beim Betriebssparen entfallen die bei Versicherungen üblichen Abschluss- und laufenden Verwaltungsgebühren, somit wird der Sparbetrag zu 100% angelegt und verzinst und nicht wie bei Versicherungen üblich nur zu 65–70% (vergl. dazu diverse Presse wie u.a. PLUSMINUS-Recherche bei ALLIANZ mit Kostenquote 31%). Kurz und gut: Wo mehr angelegt wird, kommt mehr raus.

    2) Zinsen:
    beim Betriebssparen kann jeder ganz transparent den vom Arbeitgeber zugesagten Zins selbst hochrechnen, da dieser 1:1 gezahlt wird, während wir bei Versicherungen immer von einem Brutto-Zins, also vor Kostenabzug, sprechen. Für den Hinweis, bei Versicherungen gäbe es neben dem ‘Garantiezins’ am Ende der Laufzeit auch noch Überschüsse, verweisen wir auf Mitteilungen in der Presse, dass Versicherer bereits heute schon Schwierigkeiten haben, erst einmal den garantierten Zins zu erwirtschaften und einzelne Pensionskassen diesen sogar bei Bestandsverträgen kürzen.

    3) Rentenfaktor:
    Dieser berechnet, auf welche Zeit hinaus das angesparte Kapital ab Rentenbeginn (normal 67. Lebensjahr) monatlich ausgezahlt (verrentet) werden soll. Versicherer legen dafür eine Verrentungszeit von 25-30 Jahren zugrunde, sprich: das angesparte Kapital wird durch 25 bzw. 30 Jahre geteilt und entsprechend ratierlich ausgezahlt. Auch wir gönnen selbstverständlich jedem ein Alter von 92 oder sogar 97, allerdings befängt uns leichter Zweifel was die Realität angeht und daher empfehlen wir grundsätzlich, das Kapital aus der Betriebsrente auf nur 14 bis 16 Jahre aufzuteilen, damit ein(e) Rentner(in) auch noch etwas davon hat.

    Wenn bei Euch nicht nach Mindestlohn bzw. Tarifbindung gezahlt wird und der Chef zustimmt, kann jede(r) Beschäftigte optional durch eine geschickte Entgelt-Optimierung 150,– Euro und mehr monatlich dafür verwenden, ohne auf Nettogehalt zu verzichten! – und das vom ersten Monat an verzinst. Also eine echte WIN-WIN-Situation für Chef und Mitarbeiter!

    Und was hat das Unternehmen davon? Naja, anstelle die Beiträge an Versicherungen zu überweisen, behält es das Geld in einer eigenen „Betriebsbank“ und kann es als Liquidität frei verwenden. Es gibt Firmen, die geben aus dieser „Betriebsbank“ sogenannte Arbeitgeberdarlehen an ihre Mitarbeiter, damit diese sich z.B. ein Eigenheim anschaffen können. Damit ist dem Mitarbeiter bei der Hausfinanzierung geholfen und die Firma hat Zinseinnahmen für die späteren Rentenzusagen an die Mitarbeiter.
    Win-Win eben . . .

    Für den Fall, dass sich das alles zu „märchenhaft“ oder exotisch anhört, gibt es einen tollen Artikel von FOCUS aus 2014

    Guckst Du: http://www.focus.de/finanzen/news/betriebsrente-fuer-alle-seite-2-nur-eine-minderheit-erwartet-bislang-ein-ruhegeld-vom-betrieb\_id\_3542550.html
    Einen aktuelleren Artikel aus diesem Jahr findest Du als Foto anbei.

    Übrigens: Nahezu alles im Leben kann verändert und verbessert werden . . . man muss nur kommunizieren ;-)

    Wofür sich Deine Firma und Du auch immer entscheidet – viel Glück dabei.

    Liebe Grüße, Arridor

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    Lies das mal durch

    http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=104246&bernr=21&seite=11

    Im Unternehmen meines Mannes haben das einige gemacht und sind im nachhinein fast ausgerastet, als sie gemerkt haben, was sie da unterschrieben haben.

    Hier noch ein Artikel dazu

    http://www.finanztip.de/konto-anlegen-archiv/privatrente-entgeltumwandlung/

    Der Versicherungsberater rät Dir dazu, klar, er bekommt bei jedem Abschluß doch eine schöne Provision. Lass Dich davon nicht beeindrucken, was der so erzählt. Ist ja nicht sein Geld.

    lg Lilo

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    Kommentar von kevin1905
    25.11.2016, 12:14

    Wenn er wirklich ein Berater wäre, darf er keine Provision bekommen.

    Versicherungsberater sind rechtsberatend tätig und nehmen für ihre Beratung ein Honorar vom Kunden.

    1

    Bei der Entgeltumwandlung sparst du jetzt Steuern. Ja, deine Einzahlung in die gesetzliche Rente sinkt. Ja, im Prinzip muss später die Rente versteuert werden. In der Praxis dürfte deine Steuersatz als Erwerbstätiger aber höher sein als später der als Rentner.

    So gesehen macht die Entgeltumwandlung also Sinn.

    Was ich ebenfalls wichtig finde: Der erreichte Rentenanspruch ist nicht pfändbar. Alles Ersparte kann man dir im Falle einer Pleite, Scheidung oder sonstwelcher Schicksalsschläge nehmen, aber nicht den erworbenen Rentenanspruch.

    Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie deine BAV aufgestellt ist. Fallen da  Abschlusskosten oder Provisionen an, wonach du die ersten 5 Jahren erst einmal für andere einzahlst?

    Beispiel, wie es gehen kann:

    Die "Malerrente" der Urlaubskasse Maler funktioniert vollkommen ohne solche Abgaben und garantiert noch immer eine Verzinsung von 1,75%.

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    Eine Betriebsrente kann also ein guter und sinnvoller Baustein sein und etwas Sicherheit geben. Aber klar sollte auch sein, dass man bei einem Vermögensaufbau mit anderen Anlagen (etwa aktienbasiert) auf Dauer deutlich bessere Erträge erzielt.

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    Wenn der Arbeitgeber was dazu gibt, mache es.

    Wenn nicht, würde ich noch mal genau überlegen und den Versicherungsberater fragen.

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    Lohnt sich nur dann, wenn der Arbeitgeber auch etwas dazu schießt.

    Ganz grob ausgedrückt.

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