Entgeltfortzahlung unberechtigt? und KK HILFE?

5 Antworten

oha, da hat er sich aber ein großes Ei ins Nest gelegt, dass ihm noch schwer zu schaffen machen wird.

du schreibst, dass der Arbeitgeber ins Zweifeln gekommen ist.

der Arbeitgeber hat zwar keine Diagnose, aber er wird bei der Krankenkasse die Überprüfung aller Krankzeiten beantragen.

die Krankenkasse wird dann feststellen, ups, keine Krankmeldungen da, und alle bei deinem Bruder anfordern. sobald die dann alle vorliegen, prüft die Krankenkasse den Zusammenhang aller Krankmeldungen und addiert alles zusammen. denn es geht nicht darum 6 Wochen am Stück krank zu sein. man hat Anspruch auf Lohnfortzahlung für 42 Tage für die selbe Krankheit oder Krankheiten, die damit in Verbindung stehen. und die müssen nicht zusammenhängend sein. wenn es gestückelt ist, wird dass alles zusammengerechnet.

im Ergebnis wird dann herauskommen, dass der Arbeitgeber zu oft und viel Lohnfortzahlung geleistet hat. die Krankenkasse teilt dies dem Arbeitgeber ohne Angaben von Diagnosen mit.

der Arbeitgeber wird darauf hin, rückwirkend den zu viel gezahlten Lohn, aufgrund nicht zustehender Lohnfortzahlung, zurückfordern von ihm.

normalerweise erhält man Krankengeld, wenn der Arbeitgeber bereits die 42 Tage Lohnfortzahlung geleistet hat. weil er aber die Krankmeldungen nicht fristgerecht eingereicht hatte, gibt es kein Krankengeld.

damit hat er zum einen weder laufendes Einkommen (weil die Kasse nicht zahlt), zum anderen einen Haufen Schulden beim Arbeitgeber (weil der den Lohn zurückfordert). kurzum, er steht dann mit leeren Taschen da.

da hat sich dein Bruder ein großes Loch gebuddelt.

Der Arzt hätte vermutlich nach Unterbrechung nochmals eine Erstbescheinigung für die nächste AU ausgestellt, jedoch vermutlich mit dem gleichen Diagnoseschlüssel. Wie hier die Kommunikation zwischen AG und KK abläuft, weiß ich nicht. Der AG hat auf seiner AU Bescheinigung ja nicht die Diagnose.

Die Krankentage innerhalb eines Jahres (unabhängig vom Kalenderjahr) mit der gleichen Diagnose werden addiert. Ergibt diese Addition mehr als die 6 Wochen = Krankengeld. Einfach zusammen gefasst.

Der AG kann vermutlich eine fristlose Kündigung aussprechen, inwieweit er vom Bruder Schadenersatz verlangen könnte? Ich vermute schon. Auch eine Untersuchung durch den Amtsarzt ist denkbar.

Ab sofort sollte er sich zumindest korrekt verhalten und die AU nicht nur dem AG, sondern auch der KK einreichen.

Je nach Krankheitsbild und Alter über eine Umschulung, eine Reha oder einen Rentenantrag nachdenken.

Ist das den eine straftat? Ich denke es gab bestimmt ein paar diagnosen die länger als 6 Wochen gingen Bzw in der Zeit öfter vorkamen. So könnte die Ag ja nicht prüfen ob die selben diagnosen vorliegen den dann hättte er diesen Lohn nicht bekommen stattdessen Krankengeld. So hat er viel zu oft Lohn bekommen. Jetzt sagt halt AG das es berechtigte zweifel gibt und das macht uns grade sorgen. Jetzt möchten die auch eine genaue gesundschreibung was das auch immer sein mag

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Dein Bruder hat natürlich einen Fehler gemacht, weil er die AU-Scheine nie bei der KK eingereicht hat. Deshalb hat er auch nie Krankengeld erhalten bzw. auch nie beantragt.

Da der AG immer von einer Erstbescheinigung ausgegangen ist, hat er Entgeltfortzahlung geleistet. Er kann aber nicht wissen, ob die Krankschreibungen zusammenhängen. Deshalb hätte er die KK fragen müssen. In der Praxis passiert das auch regelmäßig. Spätestens dann wäre das Versäumnis aufgefallen und der AG hätte deinem Bruder kein Geld zahlen müssen.

Ein Straftat ist dies nicht, nur mangelnde Mitwirkung im Sinne des Sozialgesetzes. Die Konsequenz ist Krankengeldverlust (das dein Bruder ja ohnehin nicht bekommen hat).

Schlimmstenfalls kann der AG jetzt eine Überprüfung durch die KK beantragen, die an die Ärzte herantritt. Wenn sich dann ein Zusammenhang zwischen den Krankheiten herausstellt, kann der AG die zu unrecht gezahlte Lohnfortzahlung zurückverlangen.

Das ihm bei rechtzeitigem Einreichen der AU-Scheine zustehende Krankengeld bekommt natürlich trotzdem nicht.

Er hat manchmal leider auch Krankheiten genannten die er nicht hatte telefonisch weil seine eigentliche ihm unangenehm war ( Darm) und jetzt wissen wir beide nicht was gut wäre. Die wollen mit ihm nach Genesung sprechen. Er wird natürlich sagen das er sämtliche verschiedene Krankheiten hatte. Wir wissen aber nicht wie er reagieren sollt wenn die ihn darauf ansprechen ob er denn die Krankmeldungen verschickt hat oder sinstiges

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@cooper2000

Er sollte sich von seinem Arzt die Durchschriften der AU-Bescheinigungen in Kopie geben lassen (ein Exemplar ist immer in der Akte) und schnellstmöglich bei seiner KK einreichen. Die prüfen dann den Zusammenhang und teilen das auf Anforderung dem Arbeitgeber mit. Es macht keinen guten Eindruck, wenn er sich bis zum Gespräch nicht gekümmert hat.

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