Enteignung der Sparer?

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Ja, eine Enteignung findet statt. Aufgrund des niedrigen Ziinses bzw. Null-Zinses machen die Regierungen immer neue Schulden - Geld kostet ja quasi fast nichts. Und die Sparer, insb. ältere Menschen, haben kein Fachwissen, keine Möglichkeiten - ihr Geld günstig anzulegen. Ein 75 - 80 jähriges Ehepaar kann auch keine langfristigen Anlagen tätigen, die ihre voraussichtlichen Lebenszeit weit überschreiten. Zudem, festgelegtes Geld ist beim Börsencrash perdu. Unsere Regierung verteuert darüber hinaus alles, was nur möglich ist - mit fadenscheinigen Gründen.

https://www.danisch.de/blog/2021/10/14/die-steuerkaskade/#more-45780

https://www.danisch.de/blog/2021/10/14/stromkosten-und-energiesozialismus/#more-45770

https://www.danisch.de/blog/2021/10/14/mangel-an-chinesischen-und-anderen-zulieferungen/#more-45768

https://www.focus.de/immobilien/deutschlands-energie-riese-eon-bietet-keinen-neuen-gasvertraege-mehr-an_id_24327245.html

Egal was man hat, meistens sinkt der Wert im Laufe der Zeit. Das liegt an der Vergänglichkeit aller Dinge. Nur beim Geld wird erwartet, dass der Wert immer steigt.

Sparer sind Kleinkapitalisten, die Geld übrig haben, das sie über die Banken an Großkapitalisten verleihen und dafür über Zinsen am Gewinn beteiligt werden.

In den Nachkriegsjahren wurden hohe Zinsen versprochen, weil es damals für die Großkapitalisten ein Leichtes war, Geld zu vermehren. Es gab kaum Absatzprobleme, was produziert wurde, wurde auch gekauft, weil es gebraucht wurde.

Heute sieht alles ganz anders aus. Das Problem ist nicht mehr die Produktion, sondern der Absatz. Die Märkte sind durch Überproduktion weitgehend gesättigt, die Geldvermehrung ist deutlich schwieriger geworden. Die Zinsen müssen dem folgen, sie können nicht beliebig festgelegt werden. Die Versprechen aus Zeiten des Wirtschaftswunders können nicht mehr gehalten werden, was den Sparern natürlich nicht gefällt.

Die derzeitige leichte Inflation ist nur kurzzeitige Folge der Corona-Nachholbedürfnisse. Etwas langfristiger gesehen ist das Problem der Wirtschaft eher Deflation.

Ich halte von dem Gejammer bezügl. Enteignung der Sparer - was auch durch die Bild-Zeitung kräftig angeheizt wird - überhaupt nichts.

Man muss sich schlichtweg einer veränderten Situation anpassen.

Ich kann ja auch nicht verweigern, ein Auto zu fahren und weiterhin beim Pferd als Fortbewegungsmittel bleiben und gleichzeitig jammern, dass es kaum mehr Hufschmiede gibt und diese auch noch zu teuer seien.

Wenn mir 0 % Zinsen auf dem Sparbuch nicht reichen 😉, dann muss ich mit dem Geld halt was anderes machen.

Und wenn ich keine Ahnung hab, dann muss ich mich informieren oder anderweitig Hilfe suchen.

Vom reinen Jammern sind jedenfalls noch nie die Erträge gestiegen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Aber man kann das Thema zur Diskussion stellen wie andere Themen , z.B.Tempolimit auf Autobahnen, Vermögenssteuer oder das Rentenniveau.

Wen es nicht interessiert, antwortet einfach nicht.

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@lifefree

Genau. Da es mich tatsächlich sehr interessiert, hab ich Dir meine Ansicht dazu mitgeteilt.

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Es ist genau das, was du hier abfragst, reine Abzocke um Geld zu entwerten.

Wer das alles herrlich findet, dafür braucht man kein Verständnis aufzubringen, denn alleine die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache.

Übrigens die Verringerung der Ölförderung der OPEC löst weiterhin eine Teuerungsrate aus, die erst noch im anrollen ist.

https://www.deraktionaer.de/artikel/kolumnen/bremst-die-opec-heute-die-oel-rallye-20223170.html

Woher ich das weiß:Recherche

Das ist die aktuelle Geldmarkt-Politik.

Ein erheblicher Teil der Euro-Staaten ist total überschuldet. Sie können die Schulden nur dann bedienen, wenn die EZB eine NULL-Zins-Politik betreibt, und so ist es.

Den notleidenden Staaten wird billiges Geld verschafft, und im Gegenzug bekommen die Sparer keine Zinsen mehr auf ihr gespartes Geld. Das eine ist untrennbar mit dem anderen verbunden.

Es sind mehrere Auswege aus dieser Krise denkbar, aber diese sind viel härter als die NULL-Zins-Politik.

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