Endothermen/exothermen/Aktivierungsenergie/Chemisch Reaktion/zerteilungsgrad?

1 Antwort

Moin,

• exotherm: bei einer chemischen Reaktion wird Energie in Form von Wärme freigesetzt (der Energiegehalt der Endstoffe ist kleiner als der Energiegehalt der Ausgangsstoffe).
• endotherm: bei einer chemischen Reaktion wird aus der Umgebung ständig Energie zugeführt (der Energiegehalt der Endstoffe ist größer als der Energiegehalt der Ausgangsstoffe).

• Aktivierungsenergie: egal ob es sich um eine endotherme oder eine exotherme Reaktion handelt, jede chemische Reaktion benötigt einen kleinen "Anschubser" in Form einer Aktivierungsenergie.
Der gravierende Unterschied zwischen einer exothermen und einer endothermen Reaktion ist dann, dass die exotherme Reaktion nach der Aktivierung freiwillig von alleine weitergeht (bis alles miteinander zu Ende reagiert hat), während eine endotherme Reaktion nach der Aktivierung weiterhin mit Energie versorgt werden muss, damit sie weitergeht.

• chemische Reaktion: Du erkennst eine chemische Reaktion an zwei (bis drei) Kennzeichen:
1. Stoffveränderung
Bei einer chemischen Reaktion entstehen aus Ausgangsstoffen (Edukten) am Ende Endstoffe (Produkte), die völlig neue, charakteristische eigene Eigenschaften haben.
2. Energieumsatz
Jede chemische Reaktion ist mit einem Energieumsatz verbunden. Nach einer Aktivierung wird dabei entweder Energie freigesetzt (exergonische Reaktion) oder Energie hineingesteckt (endergonische Reaktion). Wenn es sich bei der Energie um Wärme handelt, spricht man auch von einer exothermen bzw. endothermen Reaktion (s.o.). Aber es gibt noch andere Energieformen, die bei chemischen Reaktionen eine Rolle spielen können, zum Beispiel Licht, Elektrizität, Bewegung (Arbeit) oder chemisch gebundene Energie.
(3. Neuanordnung von Teilchen:
Bei einer chemischen Reaktion können keine kleinsten Teilchen gebildet oder vernichtet werden; die kleinsten Teilchen ordnen sich lediglich neu an.)

Der dritte Aspekt wird von manchem zur Stoffveränderung gezählt, so dass du auf jeden Fall richtig liegst, wenn du sagst, dass man chemische Reaktionen stets an einer Stoffveränderung UND einem damit verbundenen Energieumsatz erkennst.

• Zerteilungsgrad: Eine chemische Reaktion erfolgt umso heftiger (schneller), je größer der Zerteilungsgrad der Reaktionsteilnehmer ist.
Nimm als Beispiel die Reaktion zwischen Magnesium und Sauerstoff. Sauerstoff ist unter normalen Bedingungen ein Gas, also schon größtmöglich zerteilt. Aber Magnesium kannst du als dicken Block, als Drahtknäuel oder als Pulver mit Sauerstoff reagieren lassen. Der Block brennt gut. Das Drahtgeflecht verbrennt jedoch ungleich heftiger. Und wenn du Magnesiumpulver einsetzt, gibt es fast schon eine kleine Explosion. Die Heftigkeit hängt also (auch) mit dem Zerteilungsgrad der Reaktionsteilnehmer zusammen. Das liegt natürlich daran, dass die Reaktionsteilnehmer bei einer großen Oberfläche (die mit zunehmender Zerteilung größer wird) viel schneller und besser zusammentreffen können, um miteinander zu reagieren...

Alles klar?!

LG von der Waterkant.

Super ausführliche verständliche Antwort.. ich danke dir :)

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