Endoskopie am Knie, Beatmung?

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3 Antworten

Moin,

angenommen, es handelt sich um eine Intubationsnarkose (ITN). In diesem Falle wird dein Bewusstsein medikamentös soweit gedämpft, dass mit einer massiven Einschränkung deiner Schutzreflexe gerechnet werden muss. Dies macht eine Atemwegssicherung, eben durch die Intubation notwendig. Wie die Beatmung aussieht, hängt von der erforderlichen Narkosetiefe ab.

Prinzipiell ist die endotracheale Intubation DIE Atemwegssicherung schlechthin. Sie bietet den zuverlässigsten Aspirationsschutz (verschließt die Luftröhre und verhindert so das Anatmen von Fremdkörpern und Flüssigkeiten) und bietet die Möglichkeit einer kontrollierten Beatmung auch mit höheren Beatmungsdrücken. Um sie einzuleiten und aufrechtzuerhalten muss eine tiefere Narkose angestrebt werden. Muss eine Muskelrelaxation durchgeführt werden, wird (eher) eine endotracheale Intubation durchgeführt, da in diesem Fall eine kontrollierte Beatmung erfolgen muss.

Alternativ steht zum Beispiel die Larynxmaske zur Verfügung. Sie ist in der Handhabung häufig einfacher zu nutzen und hat darüber hinaus die Vorteile, dass sie weder unter Laryngoskopie eingebracht werden muss (Gefahr der Verletzung von Zähnen), noch die Stimmritze passiert (durch Reizung der Stimmbänder könnten Schmerzen und Heiserkeit entstehen). Dafür bietet sie einen deutlich geringeren Aspirationsschutz und weniger Möglichkeiten der kontrollierten Beatmung.

Eine Arthroskopie ist kein besonders schmerzintensiver Eingriff, insoweit müsste möglicherweise nicht allzu viel medikamentöse Dämpfung erfolgen. Viele Anästhesisten greifen in dem Falle dann eher auf die Larynxmaske zurück. In diesen Fällen würden eher Beatmungsmuster wie S-IMV (Synchronized Intermittend Mandatory Ventilation - Maschine beatmet je nach Einstellung ab und an mal, lässt aber auch zu, dass du zwischendurch selbstständig einen Atemzug machst) oder PSV (Pressure Support Ventilation - du atmest selbstständig, das Gerät erkennt dies und unterstützt dich dabei; falls du mal eine zu lange Atempause machst, schiebt das Gerät einen Backup-Beatmungshub hinterher) verwendet werden.

Arthroskopien können jedoch auch bei Bewusstsein in Regionalanästhesie durchgeführt werden, z.B. mit einer Spinalen. Am besten wendest du dich mit den Fragen noch einmal direkt an den Anästhesisten, da dieser weiß, welches Verfahren er bevorzugt, welches in seiner Einrichtung (Praxis, Klinik, whatever) Standard ist etc.

Konnte ich deine Frage soweit beantworten? Falls du noch Fragen hast, bitte gern.

Lieben Gruß ;)

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Kommentar von PoliceBePolice
09.02.2016, 16:41

Danke für deinen seeehr ausführlich beantworteten Kommentar 😉😀 

Hat mir sehr weiter geholfen 👍 Woher hast du so viel Wissen?

Lg

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Für eine Arthroskopie gibt es verschiedene Möglichkeiten der Narkose. 

Vollnarkose / örtliche Betäubung. Es kommt darauf an was gemacht werden soll. Nur eine Spiegelung oder gibt es bereits Befunde die therapiert werden sollen. Eine Vollnarkose macht eine Beatmung nötig. 

http://www.operieren.de/content/e3224/e10/e15/e20/e25/

Vor dem Eingriff wird dich ein Facharzt für Narkosen (Anästhesist) genau aufklären und untersuchen. 

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Ich hatte bei meine beiden Knie-Arthroskopien jeweils eine Vollnarkose und folglich Intubation. 

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