Endergon und Endotherm?

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Ammoniaksynthese bei Normalbedingungen ist genau sowas:

N2(g) + 3 H2(g) → 2 NH3 (g)

ΔS < 0 Entropie sinkt (weniger Mol der Produkte)

ΔH < 0 Es wird Energie frei

Obwohl Energie frei wird, läuft die Reaktion nicht freiwillig ab, da T|ΔS| > |ΔH| und somit ΔG > 0

Wenn man aber T klein macht, sodass

T|ΔS| > |ΔH|

wird, ist das Gleichgewicht auf der rechten Seite, da dann ΔG < 0.

Ich glaube du hast unabsichtlich einmal das < mit > vertauscht.

Das heißt die Entropie hat nur mit der Molekülanzahl zu tun und nicht mit der räumlichen Ausdehung?

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@michiwien22

Es steht zweimal T|ΔS| > |ΔH|.

Wie ist mit der Entropie? Hat das mit der Ausbreitung auch zu tun?

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@michiwien22

In welcher Einheit wird die Größe Entropie demnach gemessen? In ( Grad * mol ) / m3?

Das heißt 1mol H2 hat bei der doppelten Temperatur doppelte Entropie? Und 2mol dann wieder weniger?

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@Usedefault

Die definition der Entropie für einen reversiblen Prozess, wo eine Wärme dQ bei einer bestimmten Temperatur ausgetauscht wird ist:

d'Q = T dS

Demnach ist die Einheit von S [J/K]

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@michiwien22

Das heißt die Temperatur ist die Wärmeenergie durch die Entropie S.

Und die Entropie ist die Wärmeenergie durch die Temperatur.

Das heißt: Steigt die Wärme, steigt die Entropie und sinkt die Temperatur steigt sie auch.

Sinkt die Wärmeenergie also, wenn man dieselbe Stoffmenge auf das doppelte Volumen verteilt auf die Hälfte?

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Klar ist das möglich. Meist findet man in den Lehrbüchern jedoch endo­therm/­ex­ergone Prozesse als Beispiele für die Konkurrenz zwischen ΔS und ΔH, weil die ja wirklich ablaufen und gegebenenfalls vorgeführt werden können.

Ein exotherm/endergoner „Prozeß“ fällt jedoch vor allem dadurch auf, daß er nicht ab­läuft, und das ist wenig spektakulär. Wenn Du z.B. eine NH₄Cl-Lösung hast, dann ist das Aus­kristal­lisieren bei jeder ver­nünfti­gen Kon­zen­tra­tion exotherm, aber durch den starken Entropieverlust endergon.

Zu jedem üblichen Beispiel von endotherm/exergonen Prozessen (z.B. Zerfall von N₂O₅) kannst Du natürlich trivial ein Beispiel von exotherm/endergon machen, indem Du den Reaktionspfeil umdrehst.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Chemiestudium mit Diss über Quanten­chemie und Thermodynamik

Achso, endergon und exergon bezieht sich nur auf die Entropie, nicht die Energie?

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@Usedefault

Nein, aber in diesen Fällen dreht ja der hohe Entropie-Umsatz das Vorzeichen der Gibbs-Enthalpie ΔG=ΔH−TΔS. Im Normalfall (bei tiefen Temperaturen, und Raum­tempe­ratur ist in diesem Zusammenhang immer noch „tief“) haben ΔG und ΔS das­selbe Vor­zeichen, weil die Entropie nicht gegen die Enthalpie anstinken kann.

Aber wenn bei einer Reaktion viel Gas entsteht oder verbraucht wird (oder sich ein kristal­liner, niedrig­entropi­scher Fest­körper auf­löst), dann reicht das manchmal aus, daß |TΔS| > |ΔH|, und dann können ΔG und ΔH ver­schie­dene Vor­zeichen haben. Genau danach hast Du doch gefragt, oder?

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@indiachinacook

Nach was ich fragte weiß ich erst dank euch!

Bedeutet Entropie nur Teilchenanzahl oder hat das mit der räumlichen Ausdehnung auch so tun?

Habe 2mol H2 auf 2m3 mehr Entropie, als auf 1dm3?

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Theoretisch ja, wenn die Entropie während des Reaktionsprozesses sehr stark abnimmt. Mir fällt aber kein Beispiel ein, auf das das zutrifft.

Vielleicht findet ja jemand eins...

LG

MCX

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