Ende 2.Weltkrieg niederlage oder befreiung?

15 Antworten

Zunächst eine Niederlage. Es ist ja nicht so, dass die Westalliierten von vornherein vorhatten, in Westdeutschland eine demokratische Regierung einzusetzen. Diese Idee kam erst mit dem beginnenden Ost-West-Konflikt auf, als es ratsam erschien, Westdeutschland als Bundesgenossen zu gewinnen. Nach den ersten freien Wahlen in den Bundesländern werden es einige als Befreiung empfunden haben.

In der sowjetischen Besatzungszone wurde eine Diktatur durch eine andere ersetzt. Sogar das KZ Buchenwald wurde von den Besatzern weiterhin als Internierungslager benutzt. Wirklich frei wurde dieses Gebiet erst 1989/90.

Für die Zivilbevölkerung in den Gebieten, die unter polnische oder sowjetische Verwaltung kamen, fing das Leid nach der Kapitulation erst richtig an.

Ich freue mich jetzt schon auf die gehässigen Kommentare hirnverkrüppelter Altstalinisten, die mir am Allerwertesten vorbei gehen!

Die meisten Deutschen haben den Waffenstillstand vom 8. Mai 1945 als Niederlage empfunden und nicht als "Befreiung".

Wenn man überlegt, wie sich viele alliierte Soldaten damals verhalten haben (Plünderungen, Vergewaltigungen und unmenschliche Behandlung wie z.B. in den Rheinwiesenlagern), ist die Antwort eindeutig.

Überall in Deutschland finden wir heute Denkmäler. Eine einzige Inflation des ständigen Mahnens und Gedenkens. Dies dient dazu, beim Deutschen ein immerwährendes Schuldgefühl aufrecht zu erhalten. Für die unzähligen deutschen Frauen und Mädchen, die von alliierten Soldaten vergewaltigt wurden gibt es selbstverständlich kein Denkmal.

Die meisten Deutschen waren froh, daß dieser verdammte Krieg endlich vorbei war. Einige hätten gerne weiter gekämpft. Was verständlich ist, bei einer nationalsozialistischen Erziehung.

Um einen realistischen Eindruck zu bekommen: Verlasse dich nicht auf heutige selbsternannte "Experten" oder irgendwelche "Geschichtsforscher". Unterhalte dich lieber mit alten Leuten, welche diese Zeit damals als Zeitzeugen tatsächlich miterlebt haben. Besonders hilfreich dabei sind Berichte von deutschen Flüchtlingen aus Ostpreußen und Schlesien.

Rheinwiesenlager: https://www.youtube.com/watch?v=IoG33t4lqXs

Ihr armen deutschen habt völlig unverdient gelitten.

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@Niconasbeznas

Es gibt keine Kollektivschuld. Mein Ur-Opa konnte perfekt russisch und tschechisch, hat Teile seiner Rationen der hungernden Kiewer Bevölkerung abgegeben und kam dennoch in Gefangenschaft. Hat er jetzt verdient gelitten?

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@Niconasbeznas

Wenn du da von Individualschuld sprichst: Mein Vater ist 1917 geboren, war also 1933 16 Jahre alt und hat denn Krieg heil überlebt, der Bruder ist in Russland gefallen, die Eltern wurden in Ostpreussen als Zivilisten beim Einmarsch der Roten Armee ermordet, die Verlobte von den Russen verschleppt. Ich erkenne jetzt nicht, woran mein Vater genau Schuld gewesen sein soll.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Verbrechen, die in Deutschen Namen im Krieg geschehen sind, werden nicht bestritten.

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@Nik7778

Schade dass ihr Deutschen nicht so viel Großmut bei der Okkupation halb Europas gezeigt habt, die ihr nach dem Krieg erwartet habt anscheinend. Und ein Volk ist für seine Regierung in der Regel verantwortlich. Deshalb zahlt ihr auch kollektiv an Juden Entschädigung. Natürlich gibt es eine Kollektivschuld.

Und meinOpa wurde von den Deutschen ermordet!

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@Niconasbeznas

Fast jeder hatte Opfer in seiner Familie, aber kein Grund Rachsucht zu hegen... Jeder musste kämpfen, ob er wollte oder nicht. Naja beim Okkupieren von Oberschlesien 1921 hattet ihr auch nicht grad nicht sehr viel Großmut. :) Du siehst umso weiter wir in die Geschichte gehen, umso mehr bohren wir in Wunden, die wir lieber verheilen lassen sollten, anstatt dieser immer wieder aufzureißen.

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@Nik7778

Oberschlesien 1921 mit deutschen Verbrechen vergleichen? Sehr passend.

Da du Vergleiche magst, in italenischen Wäldern kämpften Partisanen. So viel, dass jeder kämpfen msste. Als ob es um Kämpfen ginge.

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@Niconasbeznas

Ist mir schon klar, dass du als polnischer Nationalist, in der Hinsicht ziemlich uneinsichtig bist und gerne nur auf eine Seite zeigst. Übrigens in Oberschlesien 1921 wurde auch Verbrechen von Polen begangen.

Allein die Okkupation und das nicht akzeptieren, dass die Mehrheit der Bewohner Oberschlesiens in Deutschland bleiben wollte, ist nicht sehr ,,ehrenhaft“ gewesen.

https://www.youtube.com/watch?v=g5KObUhVKFE

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@Nik7778

Oh wie Furchtbar, der Pole hat annektiert. Der Pole hat aber die Deutschen nicht massenhaft gemordet. Selber Nationalist.

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@Niconasbeznas

Na und? Mord bleibt Mord! Ein Mord ist genauso so bedauerlich wie tausend Mord und zu verabscheuen! Die Polen haben genauso massenhaft gemordet, als sie konntet, was man am besten in Oberschlesien 1921 gesehen habt. Es gibt in der Geschichte kein Schuldigen und Unschuldigen, alles ist eine Reaktion, auf eine Aktion davor.

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Danke für Deinen Kommentar; dem ist nichts hinzuzufügen.

Aber ich schreibe auch wegen eines anderen Themas. Ich sehe in Deinem Logo als Interessengebiet Südafrika. Die Lage dort ist ja derzeit hochbrisant. Und sie wird von den systemtreuen Medien nahezu totgeschwiegen.

Ich beziehe meine Informationen hierzu vollständig aus dem Internet. Diese sind aber wohl nicht ausreichend, um einen fundierten Beitrag zu dieser Problematik einzustellen.

Vielleicht könntest Du bei genauerem Wissen dies tun? Ist nur schwierig, wie man das mit einer Fragestellung bewerkstelligen könnte.

Das ist nur so ein Gedanke von mir, damit diese wichtige Thematik auch einmal an die Öffentlichkeit gelangt.

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@Karlien aha, du warst dabei und kannst Beurteilen, ob mans als Befreiung empfungen hat oder als Niederlage ? Die Zeitzeugen die ich noch kennengelernt habe. Z.B. Eltern und Schwiegereltern, haben aber etwas anderes erzählt.

Und besonders kotzt mich an, wenn hier versucht wird zu relativieren .. jaja die bösen Allierten, die haben den Krieg auch nicht mit Samthandschuuhen geführt ! Was soll das zum Thema beitragen ? Rheinwiesen .. ein paar Monate .. mein Vater war kurze Zeit dort, war aber offenbar nicht nachhaltig traumatisiert, es war ja auch nur eine sehr kurze Zeit. Ganz im Gegenteil mein Schwiegervater, der in Russland war .. und zu den wenigen Überlebenden zählte.

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@juergen63225
@Karlien aha, du warst dabei und kannst Beurteilen, ob mans als Befreiung empfungen hat oder als Niederlage ?

Ich war nicht dabei. Deshalb habe ich den Fragesteller empfohlen, Kontakte zu Zeitzeugen zu suchen.

Befragen würde ich 10 Männer und 10 Frauen. Die sollten das Jahr 1945 einigermaßen bewußt erlebt haben, also Mindestalter 15 Jahre damals wäre gut. Jahrgang 1930 ist heute 88 Jahre alt. Da muß man sich beeilen, die Zeitzeugen werden immer weniger.

Es werden beide Meinungen vertreten sein. Die überwiegende Mehrheit - ich schätze etwa 80 % - wird sagen, daß es eine Niederlage war.

Jetzt machen wir die gleiche Umfrage bei Schülern im Geschichtsunterricht heute: Geschätzte 10 bis 15 % würden gerne mit Niederlage antworten. Tun die aber nicht, aus Angst, es könnte ihnen irgendeine Sympathie zum Nationalsozialismus unterstellt werden. Es würden mindestens 99 % mit "Befreiung" antworten.

So ändern sich die Zeiten.

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Die Zeitzeugen die ich noch kennengelernt habe. Meine Eltern und deren Altersgenossen, die haben berichtet, dass zumindest im Westen die Menschen die Amerikaner geradezu euphorisch begrüsst haben.

man war den Krieg leid, als normaler Bürger ohne Nähe zu den Nazis sowieso. Aber auch die, die anfangs mitgejubelt hatten, hatten die letzten Kriegsjahre immer mehr gesehen, dass der "Endsieg" eine Utopie geworden war und hoffen nur dass es schnell vorbei gehen würde.

Im Osten war es anders, zwar waren die Stimmung ähnlich, nur die "Befreier" dort waren gefürchtet, und haben dort ziemlich grausam agiert. Beides haben meine Eltern selber erlebt, sie waren im Osten (Thüringen) in der Evakuierung .. die Begegnung mit der roten Armee war ein Grund mehr, alles dranzusetzen, von den Arerikanern "befreit" zu werden. Ja es wurde eindeutig als Befreiung gesehen !

Woher ich das weiß:
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