Emotionen bei Taubstummensprache?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Neben den Sprachzeichen ist das, was Du "verzerrte Gesichtszüge...ohne eigentlichen Anlass..." nennst, also die Mimik, ein wichtiger Teil der Deutschen Gebärdensprache, ebenso wie die Körperhaltung dienen diese der "Kodierung grammatikalischer Inhalte"! Vergleiche bitte hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Geb%C3%A4rdensprache

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Aber schon bei der Übermittlung von in keiner Weise emotionalen Nachrichten wird bei der Taubstummensprache so stark grimassiert, dass ich mich frage, wie und wo man da noch zusätzliche Emotionsmimik differenzierend unterbringen kann.

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@mychrissie

Wahrscheinlich wäre es hilfreich, Dich zur Beantwortung Deiner Frage an Gehörlose zu wenden! Entsprechende Foren gibt es ja.
Allerdings sehe ich die von Dir erwähne Diskrepanz nicht! Es ist auch normal sprechenden Menschen möglich, Gefühle mit völlig unbewegtem Gesicht zum Ausdruck zu bringen...

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@Beutelkind

Meinst Du das jetzt, indem sie sich wie Stummfilmstars mit großen Gesten ans Herz fassen oder die Haare raufen?

Mit Pokergesicht kann man doch keine nonverbalen Botschaften übermitteln. Außer der, dass man emotionslos ist.

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@Beutelkind

Ich werde Dir den von GF immer wieder angemahnten Stern geben (selbst in Fällen, in denen keine der Antworten weitergeholfen hat), aber nicht so sehr für die wenig hilfreichen Kommentare sondern lediglich dafür, dass Du mir den Link zu hoffentlich weiterführenden Informationen verraten hast.

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@mychrissie

Dies ist der überraschendste Stern, den ich hier in meinen neun Jahren je bekommen habe!

Lieben Dank dafür mychrissie!

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@Beutelkind

Das haben die Heiligen dri Könige sicher auch gesagt. :-)))

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das was hier laienhaft als völlig verzerrt bezeichnet wird ist ein essentieller Bestandteil der Gebärdensprache.

Ohne Mimik kommt diese nicht aus. Selbst sachlicheit wird in diese übersetzt.

LG

PS: Taubstumm ist für die meisten Hörgeschädigten eine Beleidigung

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Beleidigung? Ist es denn auch beleidigend, wenn ich einen Blinden blind nenne oder einen Amputierten amputiert? Man kann das mit der angeblichen political correctness auch auf die Spitze treiben.

Und alles, was auf die Spitze getrieben wird, ist am Ende plötzlich verlogen und falsch.

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@mychrissie

Ja, eine Beleidigung.

Warum? ganz einfach. Gehörlos ist ohne Gehör. Aber eben nicht stumm. Ein Taubstummer ist unfähig zu hören und zu sprechen. Wenn ich einen Blinden taub nenne brauche ich mich nicht zu wundern wenn er darüber irritiert ist.

Mit Political correctness hat dies gar nichts zu tun. Sondern mit vErdrehung von Tatsachen.

LG

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@Schwimmakademie

Okay, da hast Du zweifellos recht, wenn er nur taub ist, muss er nicht auch noch stumm sein.

Aber das geht am Kern meiner Frage vorbei. Ich wollte wissen, welche mimischen Mittel ein Gehörloser in der Gebärdensprache zur Vermittlung emotionaler Inhalte benutzt, wenn er alle mimischen Möglichkeiten bereits bei völlig emotionslosen und sachlichen Themen "ausgereizt" hat.

Wenn ein Gebärdendolmetscher seinen Mund schon ekelverzerrt verzieht, wenn er über den Termin einer politische Konferenz berichtet, wie ist seine Mimik dann, wenn er dann noch gleichzeitig darüber berichten muss, dass auf dieser Konferenz über den Verzehr von Menschenfleisch nach einem Flugzeugabsturz gesprochen wurde.

Ich hoffe ich habe mich jetzt so klar ausgedrückt, dass zumindest eine einzige zumindest im Ansatz sternchen-würdige Antwort kommt.

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@Schwimmakademie

Wenn ich jemanden taubstumm nenne, obwohl er nur taub ist, dann ist das ein Irrtum, für den ich mich im Bedarfsfall auch umgehend entschuldigen würde, aber es ist doch keine Beleidigung.

Wenn Du wissen willst, was Beleidigungen sind, dann lies mal die verbalen Ausfälle humorloser pubertierender Dödel auf den geringsten Hauch von Ironie, nur weil sie sie nicht verstehen.

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@mychrissie

Hier liegt der Unterschied in der Intention und der Wahrnehmung. Anders ausgedrückt.

Du sagst: "Es ist doch nicht abwertend gemeint".

Blöd nur: " Es kommt abwertend an".

Nicht jeder kann das differenzieren. Besonders weil diese Personengruppe häufig auf ihren Mangel hin reduziert wird. Ihnen nun einen weiteren "Mangel" anzudichten ist für viele Hörgeschädigte beleidigend.

Ich weiß, dass dies für Themenfremde nicht nachvollziehbar ist, aber wenn sich jemand für die Materie interessiert, wie die Frage es sa sufggeriert, gehe ich davon aus, dass eine solche Information (Vorsicht mit dem Wort taubstumm) dankbar genommen wird und nicht zerredet.

Ich möchte jetzt gar nicht davon anfangen was aus Irrtümern alles entsteht. Das führe zu weit.

LG

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@Schwimmakademie
Es kommt abwertend an

in einem hast Du natürlich recht, es kommt immer darauf an, wie etwas beim Rezipienten ankommt, deshalb habe ich in meinem 35-jährigen Werberleben auch viele hunderte von Copystrategien verfasst, bevor ich angefangen habe, Anzeigen oder Spots zu texten.

Aber es gibt auch Menschen, die negativ gebürstet sind und nach angeblichen political incorrectnesses suchen wie die Elster nach glitzernden Objekten.

Und noch andere wollen sich ärgern, weil es ihnen Spaß macht, dauerverärgert zu sein. Zu Hause lassen sie dann Hate-Kommentare ab und auf der Straße heben sie schreiend die rechte Hand.

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Nein, das geht nicht unter. Überleg mal, aus wie vielen Teilen unsere Kommunikation besteht, die du alle gleichzeitig analysierst.
Sprachlich sind da natürlich die benutzten Vokabeln, aber auch die Grammatik, sowohl der einzelnen Wörter (Wie Anzahl oder die verschiedenen Fälle) als auch zugeordnete Wörter (Präpositionen beispielsweise, oder Adjektive).
Auch die Tonlage und Tonveränderungen sind unterschiedlich (Beispielsweise das "Hochgehen" der Stimme bei Fragen).
Und auch die Mimik und Gestik ist wichtig, um den Gesprächspartner zu verstehen.

Dagegen sind Wortgesten und Mimik gleichzeitig zu verstehen fast gar nichts.

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Was haben den Tonlage und Tonveränderungen mit Taubstummensprache zu tun? Ich will Dir nicht zu nahe treten, aber hast Du den Sinn meiner Frage überhaupt verstanden.

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@mychrissie

Doch, habe ich.

Mit unserer Sprache hat das was zu tun. Ich habe verglichen, das unsere Sprache auch viel mehr ist als nur aneinandergereihte Vokabeln, und das du das alles problemlos verstehst. Also, warum ist es so abwegig für dich, das Gebärdensprache mehr als nur Wortgesten sind?

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@Saraphina0

Das ist mir schon klar, ich habe immerhin Literaturwissenschaften studiert und 30 Jahre lang als Werbetexter gearbeitet. Aber so wie ich es interpretiere, dienen bei der Taubstummensprache die Handbewegungen zur Übermittlung der bloßen Informationen, Gefühle aber werden durch zusätzliche Mimik vermittelt.

Aber schon bei der Übermittlung von in keiner Weise emotionalen Nachrichten wird bei der Taubstummensprache so stark grimassiert, dass ich mich frage, wie und wo man da noch zusätzliche Emotionsmimik differenzierend unterbringen kann.

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Facharbeit Q1 Gebärdensprache?

Hallo Gutefrage.net Community ^^

Ich bin in der Q1 auf einem Gymnasium und nächstes Halbjahr muss ich somit eine Facharbeit schreiben.

Da ich mich für Gebärdensprachen und Gehörlosenkultur/-entwicklungen etc. Interessiere, hatte ich eigentlich vor meine Arbeit im Fach Pädagogik über "Die Entwicklung von Gehörlosen Kindern und Umgang mit Hörenden Kindern"/ "die Einbindung in die Gesellschaft der Hörenden" / oder "Erlernen der Lautsprache trotz Gehörlosigkeit" o.ä. zu schreiben, durch einen anstehenden Lehrerwechsel ist es allerdings nicht möglich in diesem Fach zu schreiben.

Deswegen wollte ich fragen ob es wohl eine gute Idee wäre das Thema auf sowas wie "Gebärdensprache als Art nonverbaler Kommunikation" und die Arbeit dann im Fach Deutsch (LK) zu schreiben. Allerdings weiß ich hier nicht genau was ich als konkrete These/Unterthemen nehmen könnte.

Fragen hierzu, kann/sollte ich folgende Aspekte (im Fach Deutsch!) Mit einbringen:

•Entstehung und Entwicklung der Gebärdensprachen (Fokus auf der Deutschen Gebärdensprache [dgs]) >Gebärdensprache als eigenständige und anerkannte Sprache (in Deutschland und im Vergleich zu anderen Ländern) 

•Integration von Gehörlosen in "die Welt der Hörenden" (hier möglicherweise Befragungen von "Betroffenen") 

(• In wieweit "helfen" CIs)

Worauf sollte ich eher meinen Fokus legen, bzw welche These könnte ich am besten als LEITFRAGE nehmen und EIGNET SICH GEBÄRDENSPRACHE als Thema im Fach DEUTSCH?
Ansonsten bin ich auch dankbar über ALTERNATIVE THEMEMVORSCHLÄGE ><

Vielen Dank im Voraus !

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Oder sehe ich das gerade vielleicht zu kompliziert?

Leider kenne ich niemanden, den ich das fragen könnte, deswegen hoffe ich sehr, dass ich hier ein paar Tipps bekomme :)

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