embryonale, undifferenzierte Zelle

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2 Antworten

Im Allgemeinen ist die Entwicklung einer Zelle eine Art Einbahnstraße, die von einem völlig unspzialisierten Ausgangszustand zu immer stärker spezialisierten Entwicklungsstadien führt. So entwickeln sich aus den so genannten omnipotenten embryonalen Stammzellen, aus denen jede Art Körpergewebe entstehen kann, die adulten Stammzellen. Diese können zwar immer noch flexibel verschiedene Gewebearten eines Organs oder Gewebeverbandes bilden, sind jedoch nicht mehr in der Lage, einen vollständig neuen Organismus aufzubauen. Die Zellen spezialisieren sich schließlich beispielsweise zu Muskel-, Leber- oder Nierenzellen, die jeweils ganz besondere, an ihre Aufgaben angepasste Eigenschaften haben. Beispiel:

Nach der Einnistung des befruchteten Eies in die Gebärmutter entsteht aus der inneren Zellmasse zunächst eine zweischichtige Struktur, eine Art Keimscheibe. Die Zellen der unteren Schicht breiten sich aus und kleiden die Innenwand der Nähr-Hüllschicht aus. Es entsteht ein Dottersack. Ausgehend von der oberen Schicht, dem Epiblast (wörtlich: der Scheibe auf dem Bläschen), bildet sich eine Haut, das Amnion, das schließlich zur Amnionhöhle wird, einer mit Flüssigkeit gefüllten Blase. Der Epiblast selbst entwickelt sich weiter zum Embryo. Während also die äußeren Zellschichten der kleinen Zellkugel die embryonalen Hilfsorgane (Fruchtblase und Chorion) bilden, entwickelt sich aus den embryonalen Stammzellen der eigentliche Embryo.

Pluripotente (noch mehrfach differenzierfähige) Zellen können sich nach Entnahme aus der Blastozyste durch entsprechende Zellkontakte zu allen möglichen Zellsorten differenzieren. In Kontakt mit zugegebenen Gliazellen werden z. B. Gehirnzellen gebildet. Der Nachweis der Pluripotenz embryonaler Stammzellen gelang bei Mäusen durch Transplantation in fremde Blastozysten. Die Definitionen von multi-, pluri- und totipotenten Zellen sind allerdings nur pragmatische Abgrenzungen, die nicht trennscharf sind. Man darf nicht damit rechnen, dass sich die Stammzellen tatsächlich nach solchen Definitionen richten. So können embryonale Stammzellen (die als pluripotent gelten) sowohl Ei- als auch Samenzellen bilden, die bei Verschmelzung zur befruchteten Eizelle (Zygote) wieder eine totipotente Zelle ergeben. Ob man die Blutstammzellen des Knochenmarks nur als multipotent oder schon als pluripotent bezeichnet werden sollte, ist eine Frage der Bewertung seines Entwicklungspotenzials.

In deiner Frage liegt bereits die Antwort. Es handelt sich um eine Zelle, die quasi noch nicht programmiert wurde. GALLARIAOY

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