Elternunterhalt, bin ich gezwungen?

6 Antworten

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vom Gesetzgeber her bist du zahlungspflichtig. Auch wenn du deinen Vater seit Jahren nicht gesehen hast und dich losgesagt hast, für das Sozialamt zählt das nicht. Wenn man kein eigenes Einkommen hat, wird das Einkommen bei der Berechnung von Unterhalt für die Eltern das Gehalt des Ehepartners angerechnet, allerdings ist der Selbstbehalt recht hoch, so dass in den meisten Fällen du befreit wirst. Aber ausfüllen musst du das Antragsformular. Ist dein Ehemann jedoch Spitzenverdiener (sagen wir mal, er verdient 5000 Euro netto), dann könnte es dennoch sein, dass du einen Anteil zahlen musst. Nur in ganz schweren Härtefällen, die ich aber nicht kenne, z. B. wenn du deinen Vater nie kennen gelernt hat oder so, dann ist ein Unterhalt nicht zumutbar. In allen anderen Fällen ist man leider zur Zahlung verpflichtet. Der Gesetzgeber hat die Bedingungen zur Unterhaltspflicht verschärft, weil mittlerweile viele als Argument bringen, sich von den Eltern "losgesagt" zu haben. Meine Mutter hatte auch dieses berühmte Schreibem vom Sozialamt bekommen zwecks Unterhaltszahlung an ihre Mutter, dabei hatte meine Mutter kein Einkommen. Nachdem sie das Einkommen meines Vaters geprüft hatten, wurden sie von der Zahlung befreit. Der Selbstbehalt war zu hoch. Also, ist dein Mann kein Spitzenverdiener, brauchst du, glaube ich, nichts zu fürchten

Nein er ist kein Spitzenverdiener... schön wärs ;-)

wir haben mit Kindergeld und Wohngeld ca. 1700,00 für 4 Personen... Ich bin aber auf Jobsuche und im Moment motiviert mich das absolut nicht, denn dann müssen wir sicher was abtreten, habe gehört das das regelmäßig geprüft wird.

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@KaMai

ich bin kein Experte, aber bei dem Gehalt und 4 Personen wirst du sicherlich befreit!

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Wenn Dein Vater für Dich früher ein richtiger Vater war, sich um Dich gekümmert und auch mitversorgt hat, dann gibt es keinen Grund für das Amt(auch nicht für Dich) ihm jetzt Hilfe zu verweigern. Das geht nur wenn ein Vater sein Kind sträflich vernachlässigt, misshandelt o.ä. hat. Auch dann nur mit gerichtlichem Beschluß und nicht aufgrund einiger Aussagen. Du wirst Deine Einkünfte offenlegen müssen. Das Du Deinen Vater solange weder gesehen noch gehört hast, hat mit seiner Erkrankung zu tun. Du benennst Angstzustände. Um aus dem Leistungsbezug der Arge herauszufallen, muß ein Amtsarzt die Unvermittelbarkeit feststellen. Das ist scheinbar geschehen, sonst käme es nicht zum Sozialhilfeantrag. Der Mann ist krank und sicherlich nicht leicht zu nehmen. Aber er ist Dein Vater. Den Kontakt solltest Du nun wiederherstellen. Du bist gesund und in einer besseren Situation als er. Ausserdem solltest Du etwas mehr Verständnis aufbringen. Ein psychisch Kranker, lässt sich nicht gehen. Er ist einfach nicht mehr in der Lage, sich richtig mitzuteilen.Derartige Erkrankungen entwickeln sich langsam. sicherlich war er schon krank, als euer Kontakt endete. Vielleicht befragst Du einfach mal Dein Herz und Deine Erinnerungen an den "alten" Vater, den Du vor 10 Jahren noch hattest und denkst weniger ans "lossagen". Alles Gute für euch!

vage formuliert : habe schon davon gehört, dass man sich lossagen kann - aber: meistens ist das im Falle von Kindern so, die seit Kindertagen mit ihrem Vater oder der Mutter keinen Kontakt, keinen Vorteil hatten. Das heisst, auch keinerlei Unterstützung durch den Elternteil. Du kannst tatsächlich zum Unterhalt gezwungen werden - aber nur in einem bestimmten Rahmen. Aber wie da die Freibeträge sind, weiß ich nicht. Ob das Einkommen deines Mannes herangezogen werden kann? Denke, zu einem gewissen Teil schon, da sein Einkommen zum Teil dein Einkommen ist. In der Zeit, in der er arbeitet, sorgst du für Kids, Heim und Hof (sozusagen) ... Ich glaube, du brauchst eine Rechtsberatung... Das Thema ist nicht einfach...

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