Elternhaus übernehmen -> Finanzierung machbar?

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3 Antworten

Das klingt alles in allem nach einer vernünftigen Basis.

Bei einem Kredit von 60.000 Euro und einem Alter von 33 Jahren sollte eine Anfangstilgung von 3 % ganz gesund sein, bei deinem Einkommen ein Zins von 3% (und darunter) durchaus machbar. Macht 6 % Gesamtbelastung für die Rate: 60.000*0,06=3.600 Euro im Jahr, also 300 Euro im Monat. Nach 10 Jahren hättest du dann circa 39% des Darlehens schon getilgt beispielsweise.

Deine jetzige (Kalt-?)-miete ist deutlich höher.

Wichtig für die Verhandlungen mit der Bank:

  1. Zinsbindung: Du kannst mit der Bank verhandeln, deinen Zins festschreiben zu lassen für eine gewisse Zeit, beispielsweise 5 oder 10 Jahre. Das gibt dir für die Laufzeit der Zinsbindung die Sicherheit, dass der Zins nicht steigt, hat allerdings durch die jetzige Niedrigzinsphase den Nachteil, dass sich -je länger man Zinsbindung haben möchte- der zu zahlende Zins erhöht. 5 Jahre würde ich mir dennoch mindestens sichern. Das ist für jeden unterschiedlich, was er lieber hat ... bei gleicher Rate schon anfänglich mehr Tilgung oder aber den Zins sicher und somit Planungsstabilität.

  2. Bearbeitungsgebühren: Meist 1% des Darlehensbetrages, ist aber durchaus auch mal verhandelbar. Die Bearbeitungsgebühren werden vom Kreditbetrag einbehalten, was unter Umständen für die Gesamtkalkulation wichtig ist.

  3. Bankeinwertung: Die Bank schickt im allgemeinen einen Gutachter zur Einwertung des Objektes. Je höher der vom Gutachter ermittelte Wert, desto niedriger die Risikoeinschätzung durch die Bank, was sich auf den angebotenen Zins auswirkt. Der Gutachter läßt sich nicht wirklich beeinflussen, so sollte es ja auch sein. Allerdings kann es dennoch hilfreich sein, Rechnungsbelege zu präsentieren für Renovierungs- und Sanierungsarbeiten, die am Objekt bereits durchgeführt wurden. Je besser der Zustand dokumentiert werden kann im positiven Sinne, desto weniger Annahmen muss der Gutachter treffen. Muss er Annahmen treffen, agiert er eher vorsichtig im Sinne der Bank, heißt Reparaturen werden eher höher geschätzt. Deshalb kann es auch von Vorteil sein, für die geplanten Sanierungsleistungen Angebote einzuholen.

  4. Eigenleistungen: Wenn einfache Arbeiten selbst übernommen werden können, so wird das als eine Art Eigenkapital gewertet. Auch das wirkt sich positiv auf die Bankeinschätzung aus, also sollte man auch hier darüber nachdenken, wie man das Vorhaben für die Bank bestmöglich darstellen kann.

Soweit ein paar Tipps, die mir ad hoc einfallen. Alles in allem -wie bereits eingangs gesagt- denke ich, dass das eine gesunde und risikoarme Geschichte ist, wenn das Objekt damit in einen soliden Zustand versetzt wird. Klar kann man mal arbeitslos werden und ähnliches, aber wohnen müsste man dann auch und wenn ich die Rate mal mit einer potenziellen Kaltmiete gleichsetze, sind 300 Euro im Monat eigentlich eine Summe, die man für eine halbwegs anständige Wohnung auch als Mieter ausgeben müsste.

Hey Mosko!

Ich befürchte, dass es ein wenig knapp werden könnte. So wie ich dich verstanden habe, möchtest du einen Kredit von 160 000 Euro aufnehmen... Oder 60 000 Euro? Weil der ist schon um einiges realitischer. Gerade haben die Kredite auch recht niedrige Zinsen, was von euch nur von Vorteil sein kann. Außerdem braucht ich noch ein paar Infos von dir. Zum Beispiel wie alt du bist, was du arbeitest, ob ihr Kinder habt oder noch welche kommen sollen. Weiterhin: Wie groß ist das Haus deiner Mutter? Und warum muss es für 60 000 Euro renoviert werden? Ich meine, wenn da noch eine Restschuld von 100 000 Euro drauf ist, dann kann es doch noch gar nicht so alt sein.... Deine Geschwister müsstest du auch auszahlen, das Haus hat ja einen gewissen Wert, da kommen auch nochmal Kosten auf dich zu...

Hallo SchuggarUrsi...

Es ist tatsächlich so, ich möchte 60.000 € aufnehmen... Darin ist die Auszahlung an meine Familie schon drinnen und auch die "Renovierung". Das Haus wurde immer von meinem Vater in Schuss gehalten und ausser der Heizung muss so dringen nichts neu... Die Restschuld beträgt nicht 100.000 € sonder 10.000 €... Ich würde halt nur eine neue Küche einbauen und die Fenster gleich austauschen lassen, dann habe ich "erstmal" Ruhe... Ich bin 33 Jahre alt und habe keine Kinder, welche aber noch in Planung stehen :) Bin kfm. Angestellter und habe einen unbefristeten Vertrag. Das Haus hat ca. 115 qm... Ist ein kleines :)

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@SirMosko

Hey ho!

Ich denke, dass du die 60 000 sicher bekommen solltest. Ich hab eine Checkliste gefunden, die ganz gut zeigt, was du bei der Finanzierung beachten solltest: http://haus-finanzieren.org/wieviel-haus-kann-ich-mir-leisten/#kurzcheck Gerade die Bewirtschaftungskosten sind ein Faktor, den viele vergessen. Du solltest dich auf jeden Fall nicht nur auf einen Berater verlassen (Stiftung Warentest hat heraus gefunden, dass viele Bankberatungen schlecht sind). Nimm dir die Zeit und lass dir viele Angebote vorlegen. Außerdem lernst du mit jedem Gespräch neues hinzu.

Weiterhin: Hast du dir überlegt, das Haus grad energieeffizient zu sanieren. Die KfW hat nämlich ein Förderprogramm mir unschlagbar günstigen Zinsen. Das Geld ist dann bei hoher Inflation fast geschenkt und du profitierst von niedrigeren Bewirtschaftungskosten.

Ach so: Viel Erfolg bei der Familienplanung! Kinder können aber verdammt teuer sein. Deshalb mein Tipp: Versucht schuldenfrei zu sein, wenn es richtig teuer wird. Irgendwann kommt das nämlich mit Markenklamotten, Technik und am Ende vielleicht sogar ein Studium.

Na dann, viel Glück! Und lass dich nicht über'n Tisch ziehen (Vertrag vor Unterzeichnung von einer Verbraucherzentrale gegenchecken lassen)!

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