Eltern überzeugen, weniger Fleisch?

16 Antworten

Du kannst sie ja mal über die ganzen Probleme des hohen Fleischkonsums informieren. Die Tiere die in unserer Gesellschaft getötet und gegessen werden, sind auf genau die gleiche Weise empfindungsfähig wie wir. Das, was wir ihnen antun, nehmen sie sicher genau so wahr, wie wir es an ihrer Stelle tun würden. Sie mögen nicht unseren Intellekt haben, aber um zu Leiden braucht man keinen Intellekt. Dabei gibt es in den Industrienationen der ersten Welt heute keine Notwendigkeit mehr Tiere zu essen oder als Rohstoffquelle auszubeuten. Kein Tier will ausgebeutet werden, kein Tier will eingesperrt sein, und kein Tier will sterben.

Außerdem ist der generelle Fleischkonsum viel zu hoch. Es wird viel mehr Fleisch gegessen, als ökologisch nachhaltig produziert werden kann. Fleischkonsum gehört zu den wesentlichen Verursachern von Treibhausgasen, die den Klimawandel verschlimmern:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/klimawandel-fleischkonzerne-co-emissionen-1.4058225  

Veganer sparen jährlich im Schnitt zwei Tonnen Treibhausgase:

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/veganer-sparen-jaehrlich-zwei-tonnen-treibhausgase-a-1264577.html

Zudem importiert Deutschland auch Tierfutter für Nutztiere aus Ländern wie Brasilien. Dort wird zur Schaffung der Ackerflächen der Regenwald brandgerodet:

https://www.abenteuer-regenwald.de/bedrohungen/fleisch

https://www.transgen.de/lebensmittel/2622.futter-soja-ohne-gentechnik.html

Hinzu kommt der hohe Ressourcenverbrauch. Ein Nutztier muss im Schnitt erst einmal sieben Kalorien pflanzlicher Nahrung fressen, um selbst eine Kalorie tierischer Nahrung zu produzieren. Verfüttert wird hauptsächlich Kraftfutter aus Mais, Soja, Weizen und Raps. Rund 60 % der Äcker in Deutschland werden für den Anbau von Tierfutter verwendet, schreibt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft.

https://www.landwirtschaft.de/landwirtschaft-verstehen/wie-arbeiten-foerster-und-pflanzenbauer/was-waechst-auf-deutschlands-feldern/

Auf einem Großteil dieser Ackerflächen ließe sich auch Nahrung direkt für den Menschen anbauen. Das ist eine größere Lebensmittelverschwendung als alles was in Supermärkten, Restaurants und Privathaushalten zusammen weggeworfen wird.

https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/fleisch-und-futtermittel.html

"Auf der Fläche, die man für vier Gramm Rindfleisch benötigt, könnte man 100 Gramm pflanzliche Nahrung mit vergleichbarem Eiweiß- und Kaloriengehalt erzeugen. Die Differenz von 96 Gramm betrachten die Forscher als Verlust durch die Ernährungsweise. Bei Schweinefleisch beträgt dieser Verlust 90 Prozent, bei Milchprodukten 75 Prozent, bei Hühnerfleisch 50 Prozent und bei Eiern 40 Prozent."

https://www.welt.de/wissenschaft/article174932174/Mit-veganer-Ernaehrung-bekaeme-man-viel-mehr-Menschen-satt.html

Für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch müssen ca 15.000 Liter Wasser aufgewendet werden:

https://www.welt.de/wissenschaft/article6012574/Ein-Kilo-Rindfleisch-kostet-15-000-Liter-Wasser.html

Die Nutztierhaltung ist zudem durch die Ammoniak-Ausdünstungen der Fäkalien die größte Quelle für Feinstaub in Deutschland:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/100445/Massentierhaltung-Hauptverursacher-fuer-Feinstaub

Die Entsorgung der Fäkalien (als Dünge deklariert) versucht das Grundwasser mit Nitrat:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/nitrat-im-grundwasser-durch-ueberduengung-und-guelle-a-1027279.html

Auch Weidehaltung ist keine Lösung. Hier ist die Klimabilanz sogar noch schlechter als bei Intensivtierhaltung, weil Weiderinder pro kg Fleisch deutlich mehr Methan produzieren. 

https://www.blick.ch/news/schweiz/umwelt-fleisch-vom-weiderind-ist-umweltschaedlicher-als-aus-grossviehmast-id5185811.html  

https://www.aargauerzeitung.ch/wirtschaft/fleisch-vom-weiderind-ist-umweltschaedlicher-als-aus-grossviehmast-130376391

Zudem braucht man bei Vollweidehaltung 3,5 ha pro Kuh. Da kann man sich den exorbitanten Flächenbedarf leicht ausrechnen, wenn die Massentierhaltung durch Weidehaltung ersetzt werden soll.  

Der übermäßige Verzehr von Fleisch und anderen Tierprodukten in der Gesellschaft ist außerdem mitverantwortlich für die hohen Raten an Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauferkrankungen.

"Die Aufnahme von tierischen Proteinen ist mit einem höheren Sterberisiko verbunden als die von pflanzlichen Proteinen. Das ergaben nun zwei Langzeitstudien."

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2016-07/studie-pflanzliche-eiweisse-gesuender-als-tierische/

"Wie zahlreiche Studien gezeigt haben, ist eine hohe Hämeisenzufuhr aus Fleisch und Fleischprodukten mit verschiedenen Krankheiten assoziiert, einschließlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebserkrankungen."

https://www.diagnostisches-centrum.de/fach-infos/gemischtes-vermischtes/130-fachartikel/fachartikel-eisenstoffwechsel/1312-gesundheitsrisiko-haemeisen

Wie immer - gibt aber auch genug Studien, dass Fleisch durchaus gesund ist - nur nicht verarbeitetes. Es bietet bis auf Vitamin C alles was der Mensch braucht. Und wie schon öfter erwähnt: Ernährungswissen hat eine Halbwertszeit von 2,5 Jahren. Letztendlich ist es also möglicherweise alles gar nicht wahr. unlucky

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@Kitharea

Die Häufigkeit von Krebserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes Typ 2 steigt mit der Menge an Fleisch, die verzehrt wird. Es gibt keine empirischen Daten, die dem widersprechen. Teilweise sind die Kausalitäten bekannt. Für Herzkrankheiten sind es vor allem die vielen gesättigten Fettsäuren. Für Diabetes Typ 2 das Häm-Eisen. Für Krebs ist es zum Teil auch das Häm-Eisen. Vermutlich aber auch der Schwefel der bei der Verstoffwechslung von tierischem Protein entsteht, aber das ist noch nicht genau verifiziert.

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Ehrlich gesagt gar nicht wenn sie es von sich aus nicht ändern wollen. DU musst es ja nicht essen wenn du nicht willst. Sie werden dich ja wohl nicht dazu zwingen es zu essen.

Bin selbst die einzige Vegetarierin (fast Veganerin) in meiner Familie und esse dann eben wenn ich bei meinen Eltern oder Freunden/bekannten/Verwandten bin nur die Beilagen und lasse das Fleisch weg. Ist überhaupt kein Problem. Am Anfang fanden sie es auch nicht so gut aber nach 1,5 jahren haben sich alle dran gewöhnt und beim Grillen gibs dann auch extra was für mich (gemüsespieße oder grillkäse oder fleischalternativen).

Ich habe aber auch nie versucht meine Familie etc dazu zu bringen weniger Fleisch zu essen. Sie müssen nämlich selbst wissen was sie tun

Also, zunächst einmal haben Rindfleisch und Schweinefleisch nicht zwingend viel weniger Protein oder viel mehr Fett oder Kalorien als Geflügel. Vielleicht beruhigt dich das schon etwas. Beispiele:

Putenbrust: 107 kcal, 24 g Protein, 1 g Fett pro 100 g

Rind Steak/Kotelett: 130 kcal, ca. 23 g Protein, ca.4 g Fett

Das ist kein so großer Unterschied.

Wenn du weniger Fleisch essen möchtest, musst du dich irgendwie nett aber bestimmt durchsetzen und dir nicht ein zweites Steak aufschwatzen lassen.

Ich bin aber "auf deiner Seite". Jeder sollte bei seiner eigenen Ernährung mitreden dürfen.

Zunächst einmal finde ich es toll das deine Familie nur Fleisch vom Metzger nimmt. Ist ja heut zu tage auch nicht selbstverständlich. Zum anderen ist es aber nicht deine Entscheidung wieviel Fleisch jemand anderes ist. Wenn du für dich entscheidest: weniger ist mehr, ist das deine Entscheidung. Welche auch respektiert werden muss, und dann dürfen die ruhig mal traurig sein. Für jeden anderen auch in deiner Familie ist das aber eine andere Entscheidung, die du jedem Freistellen musst. Gerne kannst du im Familienumfeld mal appelieren etc. vorschriften machen oder so sind aber fehl am Platz.

Es war auch nie die Rede davon dass sie aufhören sollen

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Es ist ja nicht wenigstens Huhn oder Pute, wo ja noch viel an Protein drinnen sind, es ist Rind und Schwein

In Rind und Schwein ist praktisch genauso viel Protein enthalten...

Sag deinen Eltern einfach, dass du nicht soviel Fleisch essen willst. Fertig.

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