Eliteinternat in Deutschland?

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6 Antworten

Hier werden die Schüler individuell gefördert. Ein besonderer Vorteil eines Elite Internats ist, dass alle Lehrkräfte auch als Erzieherinnen und Erzieher im Heim tätig sind. Sie leben in der Gemeinschaft und sind rund um die Uhr, bei Fragen und Problemen jeder Art, ansprechbar.

Hallo Strawberry264!

In Deiner Frage steckt eine falsche Prämisse. Salem und Neubeuern sind keine Elite-Internate. Du fragst: „Hervorragende Ausbildung oder gekauftes Abitur?“, hast das Prädikat „Elite-internat“ aber schon vergeben, bevor Du überhaupt Antworten erhalten hast, die genügend Belege für eine „hervorragende Ausbildung“ beibringen. Oder spielt es für die Zugehörigkeit zur Elite keine Rolle, ob man eine hervorragende Ausbildung genossen oder das Abitur lediglich gekauft hat? Man kann ja durchaus dieser Meinung sein, müsste dann aber auch den Nachweis erbringen, dass Elitezugehörigkeit in Deutschland nichts mit Leistung zu tun hat. Der Darmstädter Soziologe Michael Hartmann z.B. vertritt in seinem Buch „Der Mythos von den Leistungseliten. Spitzenkarrieren und soziale Herkunft in Wirtschaft, Politik Justiz und Wissenschaft“ (Frankfurt/M., Neuausgabe 2008, Campus-Verlag) die These, dass „von einer Leistungsgesellschaft keine Rede sein“ könne. Zwar spiele Leistung bei der Besetzung von Führungspositionen eine gewichtige Rolle. Ausschlaggebend für den beruflichen Aufstieg seien aber Persönlichkeitsmerkmale, die mit der sozialen Herkunft zusammenhingen (S. 151).

Um Deine Frage zu beantworten, krame ich einmal in meinem Zitate-Archiv. Am Ende kannst Du Dir vielleicht ein eigenes Bild machen.

Quelle1: Sebastian Lehmann: „Wer schlau ist, macht rüber. Weil die westlichen Bundesländer sich mit der Elitenförderung schwer tun, zieht es immer mehr Hochbegabte Schüler in die staatlichen Spitzen-Internate im Osten“. In: Stern, Heft Nr. 41/2000

„Während nämlich in den alten Bundesländern noch diskutiert wird, ob man sich vom egalitären Schulideal der 70er Jahre verabschieden soll, gedeiht im Osten die ministeriell geförderte Elite-Erziehung - basierend auf einem flächendeckenden Netz von Begabtenschulen aus DDR-Zeiten. In der Jenaer „Spezialschule" für mathematisch-naturwissenschaftliche Talente etwa unterrichtet ein Lehrer nur 20 Jugendliche pro Klasse. Georg und seine Mitschüler haben statt der üblichen 32 fast 40 Unterrichtsstunden pro Woche, davon allein sieben Stunden Mathe, drei Stunden Physik und drei Stunden Informatik, mit blitzschnellen neuen Rechnern. Hundert Meter vom Schulbau entfernt leben und lernen die 40 Auswärtigen in Rauhfaser-tapezierten Doppelzimmern mit Etagenbetten. Unterkunft und Verpflegung kosten 300 Mark im Monat, weniger als die Hin- und Herfahrerei mit der Bahn.

Pragmatischer Umgang mit der Förderung der Besten, die schulische Kadertradition der DDR - die alten Länder werden es nicht leicht haben, den Vorsprung aufzuholen, den die Ostdeutschen in der staatlichen Eliteförderung aufgebaut haben. Von den einst 15 mathematisch-naturwissenschaftlichen Spezialschulen der DDR-Bezirke sind immerhin elf übrig geblieben, die meisten mit Internat. Die beiden einzigen Musikgymnasien bundesweit, die nach dem Abitur einen Zugang zu einer der begehrten Musikhochschulen fast garantieren, liegen in Dresden und Weimar. Dazu kommen humanistisch geprägte staatliche Top-Internate zu Sparpreisen wie die drei „Fürstenschulen" des Moritz von Sachsen. Aber anders als die Zöglinge mancher West-Nobelschule legen die Hochbegabten an den neuen Kaderschmieden im Osten wenig Wert aufs Elite-Image - im Gegenteil, es geht vielen gewaltig auf die Nerven.“

Quelle2: Karl-Heinz Heinemann: „Der feine Unterschied und seine Folgen – Bildungseliten und Elitenbildung in Deutschland“ (SWR2 Wissen, Sendung vom 30.10.2004):

„Die Leistungsträger unter den Schülern, die sich in den sozialen Diensten engagieren, Schulsprecher sind oder im Schülerrat mitmachen, sind in der Regel Stipendiaten (!). Etwa ein Drittel der Schüler bekommt ein Stipendium. Sie werden sorgfältig ausgewählt. Wer jedoch voll zahlt, wird unbesehen genommen. Man wirbt um die „Vollzahler“, denn sie sichern den Bestand der Schule, und mit ihren Gebühren bringen sie auch die Kosten für die Stipendiaten auf. In puncto Leistungsverteilung ist es in Salem genau umgekehrt wie an anderen Schulen: Hier gibt es nicht die übliche Normalverteilung mit viel Durchschnitt, wenigen Spitzen und ein paar Versagern, sondern mehr Extreme: Hohe Leistungen und diejenigen, die durchgeschleppt werden müssen.“

Quelle3: www.uniprotokolle.de , Chat: Die besten Internate Deutschlands

„Cetacea Verfasst am: 12 Jun 2007 - 19:51:27
Auch wenn's ein bisschen spät ist... aber ich glaube dieses "Motto" [„Abi kaufen, weitersaufen!“Anm. d. Verf.] haben wohl fast alle Internate... Wenn ich höre, was für Drogen z.B. in Salem rumgehen (nach einer Bekannten) und was dort wohl für "Penner" (sorry an die, die drauf gehen) draufgehen, die viel Geld haben, aber mehr auch nicht... Ich habe noch nie etwas positives über Salem gehört und das wäre ganz sicher die letzte Schule wo ich mein kind hinschicken würde. Ich besuche zur zeit auch ein internat und glaubt mir, das war die schlechteste Entscheidung, die ich getroffen habe! Es ist einfach nur sauteuer und die meisten, die hier draufgehen, haben kaum etwas drauf. Viele hier hatten nach der 4. 'ne Empfehlung für die Haupt[schule], aber weil die Eltern viel Geld haben, können sie sich jetzt ganz stolz Gymnasiast nennen. Ihr ABI kriegen sie ja sowieso, egal wie die Noten sind... Sorry an alle Internatler, aber das ist mein Eindruck, den ich von Internaten und Privatschulen bekommen habe... und ich bin froh zu wissen, dass ich meine Kinder niemals auf eine Privatschule schicken werde!“

Quelle4: Birgit Walter: Wer schafft es an die Spitze? Die Klugen oder die Reichen? Julia Friedrichs erforscht die Förderung von Eliten. In: Berliner Zeitung vom 19.02.2008

„An Schüler-Internaten, etwa Schloss Neubeuern, wird noch deutlicher, dass hier nicht die Leistungs- sondern die Geldelite gefördert wird. Für den Aufenthalt einschließlich Schulkleidung, Nebenkosten und Bücher zahlen Eltern rund 30.000 Euro pro Jahr, Taschengeld und Ausflüge gehen extra. Es gibt kleine Klassen, Einzelförderung und Hausaufgabenhilfe, trotzdem liegt der Abi-Durchschnitt bei knapp drei. Lehrer beklagen die "Wohlstandskrankheit" unter den Kindern, denen es angesichts steter finanzieller Sicherheit an Ehrgeiz und Motivation fehle. Sie schätzen die Schüler auch als eher selbstbezogen und unpolitisch ein. Die oft genannte Selbstsicht der Elite, die ihre Privilegien aus dem Mehr an Leistung und Verantwortung ableitet – hier funktioniert sie nicht. Warum nennt sich Neubeuern Eliteschule? Ein Schüler vermutet: Immerhin seien sie Kinder von Eltern, die es zu etwas gebracht hätten. Den Abiturienten von Neubeuern sind dennoch meist Positionen mit Geld und Einfluss sicher, einfach, weil sie Verbindungen ihrer Eltern nutzen und Zugriff auf das Altschüler-Netzwerk der Schule haben. Weil Herkunft, Auftreten, Habitus eine Souveränität verleihe, die ein "durchschnittlicher 1,0- Abiturient einer staatlichen Schule" eben nicht habe, sagt ein Lehrer.“

Quelle5: Die fünften Reckahner Bildungsgespräche zum Thema "Welche Exzellenzförderung braucht Bildung?" Zusammenfassung in bildungsklick vom 25.06.2010:

Prof. Dr. Klaus Jürgen Tillmann, Bildungsforscher und ehemaliger Leiter der Bielefelder Laborschule: "Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass die neue Debatte über Elite und Exzellenz vor allem darauf ausgerichtet ist, soziale Separierung im Bildungssystem weiter zu befördern. Einer solchen Argumentation, die Begabtenförderung sagt, aber soziale Spreizung meint, sollten wir nicht auf den Leim gehen."

"Salem ist keine Eliteschule", konterte Dr. Bernhard Bueb, ehemaliger Leiter der Internatsschule Schloss Salem. Der Anspruch, der dort in den letzten 30, 40 Jahren erhoben wurde, sei gewesen, Kinder und Jugendliche zu einer Verantwortungselite zu erziehen. "Wir wollen nicht, dass sie eine maßgebliche Stellung in der Gesellschaft bekommen, sondern dass sie dort, wo sie eines Tages leben und arbeiten werden, bereit sind, dem Gemeinwohl einen hohen Rang einzuräumen."

Dieser Argumentation konnte sich Peter Daschner, Direktor des Hamburger Landesinstituts für Lehrerbildung, nicht anschließen. "Wenn man für Verantwortung erziehen will, warum macht man das sozusagen kaserniert in Abgrenzung zu denen, mit denen man Verantwortung teilen oder für die man Verantwortung übernehmen will?" so seine Frage. Im allgemeinen Schulwesen, so der Schulexperte, würden große Anstrengungen gemacht, Begabungen und besondere Begabungen zu erkennen und das ´richtige Futter` für alle Kinder zu bieten.

Ich versuche einmal ein Resümee: Hervorragende Ausbildung und „Abi kaufen“ scheinen sich nicht auszuschließen (siehe Salem). Es gibt allerdings keinen vernünftigen Grund, warum exzellente Schüler ein Internat wie Salem besuchen sollten. Eine hervorragende Ausbildung ist woanders wesentlich preiswerter und in einem besseren sozialen Umfeld zu haben. Vor allem wird die Leistungs-Elite an diesen echten Eliteinternaten nicht dazu missbraucht, die Schulabschlüsse derjenigen aufzuwerten, die das Abi zwar „kaufen“ können, bei denen eine hervorragende Ausbildung aber nichts anderes bedeutet als „Perlen vor die Säue“ zu werfen.

Noch Fragen?

Gekauft weil sie das Internat selber bezahlen?In solchen Schulen wir wenigstens noch auf Werte geachtet,die in anderen Schulen verloren gingen.Die meisten Kinder wissen nicht mehr wie man sich benimmt.Solche Internate legen noch Wert auf Benehmen.Gutes Benehmen hat noch niemand geschadet.

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