Elite Inkasso Dortmund seriös oder reine Abzocke?

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6 Antworten

Bei einem Laufzeitvertrag mit monatlicher Fälligkeit kann der Gläubiger immer nur die laufenden bzw. aufgelaufenen Zahlungen einfordern. Zukünftige Forderungen kann der Gläubiger nicht einfordern, da diese noch nicht fällig sind. 

Weiter wäre zu prüfen, ob du bereits im Zahlungsverzug bist. Anhand der üblichen Bedingungen und der Tatsache, dass noch nicht gemahnt wurde, würde ich das verneinen. Es wäre aber in jedem Fall zu prüfen. Zahlungsverzug wäre die Grundvoraussetzung für die Forderung von Verzugsschäden. Darunter fallen auch die Inkassokosten. Ich halte diese für nicht berechtigt. 

Ich würde dir hier raten, die fälligen Beiträge ohne Inkassogebühren möglichst umgehend direkt an deinen Vertragspartner (nicht an das Inkasso-Unternehmen) nachzuzahlen und für die weiteren Beiträge einen Dauerauftrag einzurichten. Damit entziehst du dem Gläubiger die Fälligkeit der Hauptforderung, auf der schliesslich alles aufbaut. 

Inkasso-Unternehmen wissen, dass sie meist ziemlich schlechte Karten haben. Wird die Hauptforderung bedient, geben sie meist Ruhe. 

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Kommentar von icebabe91
02.03.2016, 23:42

Was den Verzug angeht und ob ich in Verzug geraten bin, habe ich gerade eine Antwort unter den Post von n3kn2dhr geschrieben. 

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Kommentar von mepeisen
03.03.2016, 08:13

Ganz wichtig, damit dein Beitrag auch stimmt, wäre folgende Frage: Wurde dem TE bereits fristlos gekündigt? Wenn nicht, hast du Recht. Wenn ja (darauf deutet die Wortwahl des Inkassos hin), kommt man mit dem einfachen Bezahlen der offenen Beträge und dem sturen Weiternutzen und Bezahlen per Dauerauftrag nicht mehr hin.

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Nur einfach so schreibt kein Inkassounternehmen. Rede mit dem Inhaber des Studios. Kann auch gut sein, dass nur die ersten Monate eine Probetraining war und sich dann der Preis automatisch erhöht.

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Diese Forderung ist definitiv übertrieben. 

Zunächst sollte man mal prüfen, ob überhaupt Verzug vorliegt. Verzug ist Voraussetzung, dass überhaupt Schadenersatz gefordert werden kann. Dazu schaust du bitte in deinen Vertrag. Ist dort die Fälligkeit der Zahlungen kalendarisch bestimmt (z.B. zahlbar bis zum dritten Werktag des Monats o.ä.), dann würdest du dich mit den zurückliegenden Beiträgen in Verzug befinden. (§286 BGB)

Dass in dem Schreiben jedoch noch Beiträge bis zum Ende der Laufzeit gefordert werden, ist definitiv nicht rechtens. Hierfür bedarf es zunächst einer fristlosen Kündigung durch das Studio. Diese wurde offenbar nicht ausgesprochen. Selbst wenn diese ausgesprochen wird, dürfen maximal 50% der ausstehenden Beiträge als Schadenersatz gefordert werden.

Zu den Inkassogebühren: Diese würde ich mit Verweis auf §254 BGB zurückweisen. Die Einschaltung des Inkassos ohne vorherige Kontaktaufnahme durch den Gläubiger ist nie zweckmäßig. Zudem darf man bei einer Fitnesstudiokette davon ausgehen, dass es sich ume in geschäftserfahrenes Unternehmen handelt, welches keinerlei Hilfe eines Inkassobüros braucht.

Fazit: Zahle die rückständigen Gebühren (Oktober-Februar) direkt an das Fitnessstudio (Verwendungszweck: nur Hauptforderung, packe 5,- pauschal als Schadenersatz für Zinsen und Porto drauf) und erteile für die restliche Laufzeit das Lastschriftmandat.

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Kommentar von mepeisen
03.03.2016, 08:15

Selbst wenn diese ausgesprochen wird, dürfen maximal 50% der ausstehenden Beiträge als Schadenersatz gefordert werden.

Und das gilt erst mal für die Telekommunikationsbranche. Ob das bei Fittnesstudios auch so ist, kommt auf die Vertragsgestaltung an.

Argumentation für die 50% ist ja, dass sich der Anbieter auch etwas einspart. Er darf aber nur den Schaden fordern, nicht noch Gewinne machen.

Wenn das Studio sich nichts einspart durch den Rauswurf, weil alles (Dusche etc.) extra kostet, dann dürfte man hier auch bei deutlich mehr als 50% liegen. Mir ist leider kein Urteil bekannt, wo die Höhe mal zur Sprache kam bei Fittnesstudios.

Das sollte man nur im Hinterkopf behalten.

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Ich hatte vergessen zu erwähnen das der Brief in einem braunen Umschlag mit Sichtfenster zugestellt wurde. (Wie man das von Bußgeldbescheiden kennt). Allerdings mit ganz normaler 70 Cent Briefmarke, also kein Einschreiben. Werden solche Inkasso Briefe nicht eigentlich, wegen den Fristen, gerade deshalb als Einschreiben verschickt? 

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Kommentar von FlyingCarpet
02.03.2016, 23:02

Die ersten Briefe kommen auf normalem Weg.

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Kommentar von n3kn2dhr
02.03.2016, 23:08

Solche Briefe werden ggf. per Einschreiben verschickt, weil eventuelle Nachweise erbracht werden müssen, dass z.B. der Kunde effektiv gemahnt wurde.

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Kommentar von mepeisen
03.03.2016, 08:17

Inkassos sind keine Behörden. Selbst wenn die etwas per Einschreiben schicken, ändert das rechtlich gesehen gar nichts. Sie können halt nachweisen, einen Brief geschickt zu haben, ein normaler Brief geht halt eventuell mal verloren. Das war es aber auch schon.

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Man muss erst mal wissen ob die Mitgliedschaft für 1 oder 2 Jahre ist.

Bei zwei Jahren ist der Betrag noch in Ordnung bei einem Jahr doch wohl überhöht.

Rede mit dem Betreiber des Fintnesscenters und kläre das mit den Bankdaten, nur der Betreiber kann das Inkassounternehmen zurückpfeifen.

Wenn der Betreiber allerdings nicht bereit ist zu reden, dann musst Du mit dem Inkassounternehmen reden.

Bei vielen Inkassounternehmen sind die Forderungen überhöht.

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Kommentar von franneck1989
03.03.2016, 08:12

Bei zwei Jahren ist der Betrag noch in Ordnung bei einem Jahr doch wohl überhöht.

Nein. Es dürfen defintiv nicht 100% der ausstehenden Beiträge gefordert werden. (vgl. BGH NJW 1989, 1669) 

Die Rechtssprechung setzt hier maximal 50% an (AG Bad Urach, Urteil vom 29. November 2013, Az. 1 C 440/13)

Zudem muss erst eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen werden.

Wenn der Betreiber allerdings nicht bereit ist zu reden, dann musst Du mit dem Inkassounternehmen reden.

Reden muss niemand mit Inkassobüros. Wenn überhaupt, dann schriftlich die Forderung zurückweisen.

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Kommentar von mepeisen
03.03.2016, 08:20

Bei zwei Jahren ist der Betrag noch in Ordnung bei einem Jahr doch wohl überhöht.

24 mal 19,90 macht in meinem Taschenrechner 477,60€ und keine 590€. Das sind also MINDESTENS 120€ zu viel.

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Kommentar von johnnymcmuff
03.03.2016, 11:53

2 Daumen runter,wofür? 

Das ist so lächerlich. -:-

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Wenn das ein Laufzeitvertrag ist, bist du zwar an den Vertrag gebunden, inklusive der jeweils fälligen Zahlung. Sollte es sich um eine Einmalzahlung handeln, die Vertraglich so vereinbart war, dann kann der Betrag auch komplett beigetrieben werden.

Allerdings deutet "inklusive Restlaufzeit" auf einen Laufzeitvertrag mit monatlicher Abrechnung hin. Beträge, die noch nie fällig geworden sind, schuldest Du noch nicht. Und für Beträge, die Du nicht schuldest, kann das Inkasso-Unternehmen auch keine Forderungen geltend machen.

Es können also nur die Beträge durch das Inkasso-Unternehmen gefordert werden, die Du bisher (!) schuldest. In diesem Fall wären das also maximal 6 Monatsbeiträge.

Das wissen die Leute beim Inkasso-Unternehmen auch. Sie versuchen es trotzdem.

Du solltest Dir definitiv die Vertragsbedingungen des Fitnessstudios ansehen und prüfen, was da drin steht.

Außerdem mußt Du mit den Beiträgen im Verzug sein, um sie gebührenpflichtig eintreiben zu können. Man kann per AGB automatisch in Verzug geraten, wenn eine Rechnung zum Fälligkeitstermin nicht bezahlt ist. Häufig fehlt aber eine solche Klausel, so dass im Verbrauchergeschäft (und das dürfte hier der Fall sein) der Schuldner effektiv gemahnt werden muss. Diese Mahnung muss der Gläubiger nachweisen können.

Insgesamt erscheint mir die Forderung des Inkasso-Unternehmens absurd.

Ich würde in diesem Fall die Hauptschuld sofort begleichen; nämlich die Beiträge, die von Oktober bis heute angefallen sind. Damit entziehst Du deren Gesamtforderung erstmal den Boden. Inkassogebühren können dann noch immer fällig werden. Diese können sich aber nur an dem bisher geschuldeten Betrag orientieren. Das könnten so um die 80€ sein.

Das gesagte ist übrigens keine Rechtsberatung, sondern stellt nur meine Meinung und Recherche zusammengefasst dar.

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Kommentar von icebabe91
02.03.2016, 23:16

Danke, das ist mal eine sehr ausführliche Antwort! Es handelt sich hierbei um einen Laufzeitvertrag mit monatlicher Fälligkeit. Ein Freund von mir ist auch in dem Fitnessstudio und bei ihm werden die Beiträge ganz normal monatlich per Lastschrift eingezogen. 

Natürlich wäre ich dazu bereit die Kosten die von Vertragsbeginn an bis jetzt angefallen sind, sofort zu begleichen. Sollte ich diese aber direkt an mein Fitnessstudio überweisen, oder an das Inkasso Unternehmen? 

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