Elektrostatik , wieso zieht der geladene Stab Papier an?

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2 Antworten

gerade Kunststoffe können Ladung halten da sie nicht selbstständig abgebaut werden können ausser durch Berührung

danke, aber das Papier ist ja nicht geladen ?:)

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Auch Nichtleiter bestehen aus Atomen mit Elektronen. Im Gegensatz zu z.B. Metallen haben sie nur extrem wenige freie Elektronen. Die Aufladung bei 2 Nichtleitern geschieht an der Oberfläche durch Elektronenübergang. Den Vorgang nennt man Helmholz-Prinzip, bei dem sich ein thermodynamisches Gleichgewicht bei Berührung unterschiedlicher Stoffe herstellt. Vereinfacht gesagt sind die Elektronen bei unterschiedlichen Stoffen unterschiedlich beweglich in Abhängigkeit von der Temperatur. Reibung ist aber dabei nicht zwingend notwendig sondern Mittel zum Zweck, um einen möglichst geringen Abstand der beiden Stoffe herzustellen. Der geladene Plastikstab zieht deshalb die Papierschnipsel an, weil sie unterschiedlich elektrische Ladungen haben. Die Papierschnipsel sind zunächst elektrisch neutral und wenn der hochaufgeladene Stab in die Nähe kommt wirkt ein Influenzprinzip (Ladungsverdängung), wobei die Schnipsel sich leicht gegenteilig aufladen. Die Papierschnipsel bleiben natürlich nicht ewig am Stab kleben, da die extreme Stabaufladung sich nicht lange halten kann, sondern über die feuchte Luft sich auf ein unkritisches Maß entläd und die Anziehkräfte entsprechend schwinden.

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