Elektroautos: Wieso wird die Ladezeit immer nur bis 80% angegeben?

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8 Antworten

Du siehst es schon richtig, die letzten 20% benötigen unverhältnismäßig viel Zeit. Weiterhin wird der Akku bei 80% Betrieb geschont und lebt länger.

Sorbas48 14.01.2014, 08:43

Die Feststellung:

Weiterhin wird der Akku bei 80% Betrieb geschont und lebt länger

ist schlichtweg falsch. Ein Akku sollte nicht unter 20% entladen werden. Bei einer Ladung nur auf 80 % hätte er dann nur noch 60 % verfügbare Kapazität.

Siehe auch "Mythos: Sie sollten Ihre Batterie nie vollständig aufladen"

http://www.pcwelt.de/ratgeber/Notebook-Akku-So-verlaengern-Sie-die-Akku-Leistung-372896.html

Die 80 % ergeben sich per Definition. Gemäß DIN 41 772 ist das bei den meisten Akkus die Hauptladezeit.

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damit der akku nicht geschrottet wird, darf eine maximale ladespannung, die sogenannte ladfeschlusspannung nicht überschritten werden. je voller der akku ist, desto näher kommt die zellenspannung an diese spannung (ladespannung) heran.mit sinkender spannungsdifferenz sinkt auch zwangsläufig der ladestrom und damit die Leistungsaufnahe im Quadrat.

weil also die ersten 80 % im vergleich zum rest rasend schnell gehen, werden die angegeben... und 80% reichen in der regel für 80% der fahrstrecke...

lg, Anna

FL1991 14.01.2014, 06:44

"...und 80% reichen in der regel für 80% der fahrstrecke..."

Das stimmt nicht. Auf der Landstraße mag das sein. Aber fährt man auch nur 20km Autobahn, wird die vom Boardcomputer berechnete Reichweite rapide herabkorrigiert. Wo man an der Autobahnauffahrt noch volle Reichweite hat, bekommt man nach 500m Autobahn schon angezeigt dass die Reichweite bestenfalls noch ein viertel wie ursprünglich vorausgesagt hält. Und praktisch fällt die Reichweite dann leider wiederum noch ein bisschen kürzer aus.

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Sorbas48 14.01.2014, 08:46

Und da man nicht unter 20 % entladen sollte hätte man dann nur noch 60 % Akku-Kapazität.

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kuku27 14.01.2014, 17:02
@Sorbas48

FL1991 und Sorbas48. Die Tatsache wird bei den 60% - 80% liegen da eher zwischen 10% und 90% gearbetet wird und die Kapazität sowieso nicht stimmnt, bzw nur bei idealer Temperatur. Tatsachlich ist ein Laden über 90% für den Akku anstrengend. Er wird heiß und muss jeden Bruchteil eines mm² für die Speicherung Nutzen. Dabei leidet das Material ein wenig. Genau so schlecht sind tief Entladungen das weiß jeder, weil dann die Oberfläche sich chemisch Richtung schlecht verändert.

Peppi hat schon recht.

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ein akku hat spezifische eigenschaften und ist nicht wie normaler tank den du bis oberkante voll machst.genauso bei entladen,wennst den richtig leer machst ist er im eimer

Da muss ich auch etwas spekulieren und mir fallen zwei Möglichkeiten ein.

  1. Man geht von einer Restkapazität von 20% aus, da eine Tiefentladung für die Akkus schädlich ist und daher von der Steuerung unterbunden wird.
  2. Die Ladekurve herkömmlicher Akkus flacht zum Ende des Ladevorgangs extrem ab, je mehr Ladung ein Akku hat, desto länger benötigt er, um noch weitere Ladung aufzunehmen. Deshalb ist die tatsächliche Ladezeit auch 1,4 (Wurzel aus 2) mal so hoch wie rein rechnerisch, wenn man die Akkukapazität duch den Ladestrom teilt. Schon möglich, dass die Hersteller versuchen, auf diese Weise zu punkten. Immerhin werden so aus 14 Stunden nur noch 10 Stunden Ladedauer, ohne dass die Kapazität gravierend erhöht wird.

Schnellladegeräte laden den Akku nur bis 80% weil er darüber durch die Schnelladung geschädigt wird. Die letzten 20% werden mit geringem Strom geladen deswegen dauert die Volladung bis 100% länger.

Weil eine 80%-ige Aufladung schlicht realistisch ist im Alltag. Zunächst wird es selten ein Autofahrer schaffen, mit voll entleertem Akku genau bis zur Steckdose zu kommen, auf den letzten Meter. Außerdem wird selten einer die Geduld haben, auf die letzten 20% der Ladung voll zu warten, das geht nämlich besonders langsam.

Hallo FL,

Habe den Verdacht, dass da getrickst wird um das Thema E-Mobilität glänzen zu lassen...

Nein, es geht um die Lebensdauer der Akkus! Wie schon geschrieben wurde, dürfen die Akkus nicht ganz entladen werden, sonst sind sie kaputt. Die Ladeschaltung erkennt eine Tiefentladung und verweigert die Ladung dann, weil Brandgefahr dann besteht. Weil eine geringe Selbstentladung stattfindet, wmuss auch immer ein Rest an Ladung vorhanden sein, dass der Akku nicht durch stillstandszeiten von selbst kaputt geht.

Wird ein Akku immer voll geladen, sinkt die Lebensdauer ebenfalls. Ausserdem ist die Spannung, wann ein Akku seine Ladegrenze erreicht hat, von Hersteller zu Hersteller leicht verschieden, so dass das Ladegerät noch eine Sicherheitsgrenze einhalten muss, denn der Akku ist ein Verschleißteil, der gewechselt wird, niemand kann sagen, gegen welchen Akku er getauscht wird. Auch ist der Akku eines der teuersten Teile im Auto und die Wirtschaftlichkeit hängt direkt mit der Lebensdauer des Akkus zusammen. Weil die Spannung an Ladekurve am Ende der Ladung sehr flach verläuft, muss noch einmal eine kleine Sicherheit eingebaut werden

Damit kommt man auf eine effektiv nutzbare Akkukapazität von ungefähr 80%. Du siehst also, es gibt handfeste technische Gründe, warum man das so macht. Von "tricksen" kann keine Rede sein.

Bei der Ladung auf 80 % handelt es sich um die Hauptladung, in welcher der Ladestrom (bei einer herkömmlichen Autobatterie) konstant gehalten wird und die Batteriespannung erhöht sich in dieser Phase.

Dieser Abschnitt ist zeitlich vernünftig charakterisierbar.

Die letzten 20 % des Ladevorganges werden als Nachladung bezeichnet und können zeitlich je nach Batterietyp sehr unterschiedlich ausfallen.

Die Begriffe wurden bereits bei der normalen Starter-Batterie verwendet und sind in die E-Mobilität übernommen worden.

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