EKT als Zwangsbehandlung

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nach meinem wissenstand gibts bei einem freiwilligen aufenthalt in einer psychatrie gar keine zwangstherapien. auch bei einer zwangseinweisung gibts es massive einschränkungen. da sind zwangsbehandlungen nur erlaubt, wenn es um leben und tod geht, also zwangsernährung z.b.

Eine Behandlung gegen Willen des Betroffenen bzw. ohne dessen Einverständnis ist also normalerweise nicht zulässig. Sie stellt einen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit dar, das zu den Grundrechten gehört. Ein solcher unzulässiger Eingriff stellt strafrechtlich gesehen eine Körperverletzung dar. Dies gilt nicht nur für eine Verletzung im wörtlichen Sinne bzw. einen direkten Eingriff in den Körper, sondern auch für die Verabreichung von Medikamenten.

Deshalb darf eine Zwangsbehandlung nur in Ausnahmefällen erfolgen: nur bei Vorliegen sehr wichtiger Gründe und unter den strengen Voraussetzungen, die in den einschlägigen Gesetzen ausdrücklich genannt sind. Darüber mehr im folgenden. Eine Behandlung gegen Willen des Betroffenen bzw. ohne dessen Einverständnis ist also normalerweise nicht zulässig. Sie stellt einen Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit dar, das zu den Grundrechten gehört. Ein solcher unzulässiger Eingriff stellt strafrechtlich gesehen eine Körperverletzung dar. Dies gilt nicht nur für eine Verletzung im wörtlichen Sinne bzw. einen direkten Eingriff in den Körper, sondern auch für die Verabreichung von Medikamenten.

Deshalb darf eine Zwangsbehandlung nur in Ausnahmefällen erfolgen: nur bei Vorliegen sehr wichtiger Gründe und unter den strengen Voraussetzungen, die in den einschlägigen Gesetzen ausdrücklich genannt sind. Darüber mehr im folgenden http://www.wegweiser-betreuung.de/unterbringung/zwangsbeh.html

Der link ist sehr gut; da steht allerdings, dass EKT als zwangsbehandlung bei einer Unterbringung mit Richter angewendet werden darf.

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@bountyeis

ich hab die stelle nicht gefunden, aber auch das darf nur eine notfallmaßnahme sein, siehe grundgesetz.

wenn du mehr wissen willst/mußt, solltest du dich mit einem anwalt, der sich mit dem unterbringungsgesetz etc. auskennt, zusammensetzten und dir alles genau erklären lassen.

danke fürn stern!

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Wenn man sich über EKT als Zwangsmaßnahme unterhält, sollte man sich auch mal Anschauen in was für Situationen sie überhaupt nur zur Anwendung kommt, bevor man sich moralisch besserwisserwisch empört. Die Zwangs-EKT wird ja nicht mal eben aus Spaß an der Freude oder Bequemlichkeit angewendet. Die Patienten bei denen sie angewendet wird, befinden sich meistens in einer lebensgefährlichen Lage. Zum Beispiel konstante Nahrungsverweigerung aufgrund schwerster psychotischer Zwangsstörungen oder ähnliches. Was soll man da machen ? Abwarten und zusehen, wie sich der Patient zu Tode hungert, weil er nicht anders kann ? Natürlich fehlt in solchen Fällen oftmals die Einsichtsfähigkeit, weshalb solche Patienten dann unter Betreuung stehen. Auch hier muss man sich die Frage stellen: Soll man diese Patienten einfach in Ruhe lassen und sich ihrem Schicksal überlassen ? Wenn die EKT in solchen Fällen die psychotischen/schizophrenen Schübe beseitigt und den Patienten wieder "zurück in die Realität" holt, wäre es unethisch, unverantwortlich, unmedizinisch, unsozial und unmenschlich, wenn man diese Behandlung nicht durchführen würde.

hi, Marcus, ich wollte eben die rechtlichen Grundlagen wissen, weil man mir in der Psychiatrie , in der ich war, gesagt hat, EKT findet nur freiwillig statt. Zumal EKT unter Narkose gemacht wird - ich stelle es mir schwierig vor, einem Patienten ohne seine Einwilligung eine Narkose zu verabreichen. Da es aber seit 2013 ( ich hatte die Frage 2012 gestellt) eh ein neues Gerichtsurteil zu Zwangsbehandlungen gibt, ist die Frage 2014 hinfällig.

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@bountyeis

Hi Bountyeis, es gibt keine wohl keine explizite rechtliche Regelung unter welchen Bedingungen EKT "zwangsbehandelt" wird, weil sie eine Behandlungsmaßnahme ist wie andere auch. Die Entscheidung zu Zwangsmaßnahmen sind meistens komplex.

Bei der EKT ist es so, dass wohl kein Arzt der Welt diese Behandlung gegen den ausdrücklichen/erklärten Willen eines Patienten durchführen würde. Die Zwangs-EKTs müssten korrekterweise eher "nicht-eingewilligte EKTs" heißen. Weil der Patient in so einem schlechten psychischen Zustand ist, dass er gar nicht entscheiden könnte ob er zustimmt oder ablehnt. Das kann man sich so ähnlich vorstellen, wie bei bewußtlosen Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden und dort notoperiert werden - ohne dass diese vorher eingewilligt hätten, dass man ihnen den halben Brustkorb aufschneidet. Deren Einverständnis wird juristisch hypothetisiert.

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