Einzigste Kollegin kündigt, kann mein Chef Urlaub streichen wegen Personalmangel auch wenn ich schon gebucht habe?

10 Antworten

Kann er nicht! Die Arbeitsgerichte haben dazu eine klare Meinung. Ein genehmigter Urlaub kann nicht mehr zurückgenommen werden. Das heißt aber nicht, dass man jetzt einfach losfährt. Du solltest mit Deinem AG klären, ob er bereit ist die Kosten für eine Umbuchung zu übernehmen. Den Chef einfach hängen zu lassen, ist auch nicht gerade fair.

Bereits bewilligter Urlaub kann nicht einseitig durch den ArbG annuliert werden (auch eine entsprechende arbeitsvertragliche Klausel wäre unwirksam) - das geht nur mit Deinem Einverständnis; dann hast Du den Anspruch, daß der ArbG Dir alle diesbezüglich anfallenden Kosten erstattet.

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und wenn chef dann alleine im Betrieb ist ?

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@Raven19

Das ist das betriebliche Risiko des ArbG und kann nicht auf den ArbN abgewälzt werden; er muß schon bei der Bewilligung des Urlaubs entsprechende mögliche Probleme berücksichtigen (Krankheit, Kündigungen etc.) - zudem kann der ArbG eine Aushilfe einstellen...

Wenn die Personaldecke sowieso dünn ist, dann liegt die Verantwortung alleine beim ArbG.

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@Raven19

Arbeitsgericht - das kann auch den ArbG verurteilen, Dich, wie genehmigt, in Urlaub fahren zu lassen...

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@Raven19

Den Urlaub einklagen - das kannst Du schriftlich machen - mind. folgende Angaben:

gegen wen wird die Klage erhoben (Arbeitgeber)

was soll durch die Klage erreicht werden (Antritt Urlaub)

woraus leitet man diesen Anspruch ab (durch Arbeitgeber genehmigter Urlaub - am besten genehmigten Urlaubsantrag beifügen)

Du kannst das auch bei Gericht persönlich zu Protokoll geben - dort formuliert man dann die Klage entsprechend nach Deinen Angaben

Du kannst auch einen Rechtsanwalt einschalten; der macht das dann - aber beim Arbeitsgericht benötigt man keinen Anwalt - die Kosten für den Anwalt müsstest Du allerdings selbst tragen, sofern keine Rechtsschutzversicherung vorhanden ist; wenn Du in der Gewerkschaft bist oder in einem anderen Verband, der auch arbeitsrechtliche Leistungen anbietet, dann solltest Du Dich dorthin wenden.

Du selbst kannst ggf. Prozesskostenhilfe erhalten (wenn RA aufgesucht wird VOR der Beratung auf den entsprechenden Antrag hinweisen - das ist aber einkommensabhängig - daher vorher informieren).

Gerichtsgebühren mußt Du nur bezahlen, wenn Du den Prozeß verliert.

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@DerSchopenhauer

Durch Deine Angabe "Chef alleine" schließe ich, daß es sich um ein kleines Unternehmen handelt - hier gibt es gelegentlich auch keine schriftlichen Anträge für Urlaub und das wird alles mündlich verabredet - wenn er nur mündlich zugesagt haben sollte, ist das zwar auch gültig, aber Du hättest ein Beweisproblem, es sei denn, Du hättest einen Zeugen, der die Zusage bei Gericht auch bestätigen würde - sonst steht Aussage gegen Aussage...

Ohne einen stichhaltigen Beweis rate ich von einer Klage ab...

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@DerSchopenhauer

Außerdem hätte sie in diesem Kleinbetrieb keinen Kündigungsschutz - der/die nächste Arbeitnehmer/in wartet schon, davon wir haben ja jetzt mehr als genug...

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@DerSchopenhauer

Urlaub ist bereits eingetragen im Arbeitsplan und liegt mir vor

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Also... Da er gekündigt hat, besteht keine betriebliche Notlage (die 2wochen vorher angekündigt werden muss, falls der Betrieb wirtschaftliche oder Auftragstechnische Probleme hat um Angestellte den Urlaub zu streichen oder Überstunden machen zu lassen). Du bist da raus, da dich Ihre Abwesenheit nicht betrifft. Du sitzt jetzt am langen Hebel und kannst dir, gegen eine von dir angemessene Entschädigung , den Urlaub streichen lassen, oder du sagst; wir sehen uns nach meinem Urlaub 👍🏻

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betriebliche Notlage (die 2wochen vorher angekündigt werden muss

Das ist Unsinn!

Wo hast Du denn diese "2 Wochen" her?? Und woher soll eine Arbeitgeber immer 2 Wochen vorher wissen, ob eine betriebliche Notlage besteht oder entsteht??

oder du sagst; wir sehen uns nach meinem Urlaub

Auch wenn der Widerruf des bereits genehmigten Urlaubs rechtswidrig ist: Die Arbeitnehmerin riskiert ihre Kündigung, wenn sie den Urlaub eigenmächtig trotzdem antritt.

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Arbeitsgesetz.

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Arbeitsgesetz??

Und das wäre??? Es gibt - in Deutschland - viele "Arbeitsgesetze", aber nicht DAS Arbeitsgesetz! Da musst Du schon etwas genauer werden, als nur solch ein Schlagwort hinzuschmeißen.

Also: Du wirst für Deine Aussage keinen Beleg anführen können!

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Ich (bzw wir in dem Fall) wären euch sehr dankbar für hilfreiche Antworten.

LG

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