Einzelunternehmen (Kleingewerbe) wie funktioniert Firmenkasse?

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3 Antworten

Hi Chico,

vielleicht hast Du meinen Kommentar an den Wurzlsepp schon gelesen. Wenn wir hier bei wünsch Dir was wären, dann würde ich Dir raten Dich von ihm und mir beraten zu lassen.

Weil in der Situation ganz oft folgendes passiert und niemand Vorsorge getroffen hat: In der Regel kommt es im Jahr 1 nach so einer Umsatz-Explosion zu einem Rückgang.

Gleichzeitig sind aber einige organisatorische Dinge fällig, weil jetzt die Umsatzsteuer einfach wichtig wird.

Neben dem Rückgang des Umsatzes passiert noch folgendes. Es sind Investitionen notwendig, die zum Teil aus Geld gemacht werden müssten, das noch versteuert werden muss. Also geht ab jetzt Geld tatsächlich doppelt raus. Dieses kann man zwar in der Planung etwas steuern ist aber nicht so einfach zu erläutern.

Ferner kommt es aus vorgenannten Gründen zu einem Gewinnrückgang im nächsten Jahr.

Der Eindruck, warum viele meinen, dass das Finanzamt sie kaputt gemacht hat, der entsteht wie folgt: Wenn Du bereits im nächsten Jahr Deine Steuererklärung einreichst, dann ist wenige Monate später die Jahres-Einkommensteuer fällig und auch die Gewerbesteuer.

Gleichzeitig werden Vorauszahlungen berechnet. Auf der Grundlage des Jahres 2016. Also einem extrem positivem Geschäftsjahr.

Damit sind in der Regel zwei Jahressteuern für zwei Jahre in einem Jahr zu leisten. Nach Deiner Frage zu urteilen hast Du dieses schon so befürchtet.

Verstärkt wird das Problem durch die Verschlechterung der Liquidität. Die durch die hohe steuerliche Belastung nicht besser wird und auch durch Investitionen belastet ist.

Die Steuerungsmöglichkeiten die es gibt liegen in grob notwendigen Handlungen (die leider überhaupt nicht genutzt werden). Dazu braucht man aber auch Profis. Einmal muss  man ein Prognosesystem einführen, so einfach es für unsereins ist, deshalb fassen sich auch viele hinterher vor den Kopf und glauben gar nicht was für Auswirkungen sie sich erspart haben.

Dann wird eine Budgettierung mindestens für die Jahre 2016/2017 und 18 notwendig. Die muss bis in den privaten Bereich gehen. Ein Haushaltsplan oder die Planung der Kosten ist nicht ausreichend, wenn es auch in die richtige Richtung gehen würde. Nur die Konsequenzen sind etwas anders, daher der genauere Fachbegriff.

Und dann kommt noch eine Neugründung auf Dich zu. Die das alles noch etwas streckt. Dabei kommt es aber auf Deinen kaufmännischen Kenntnisstand an. Weil es wird zwar immer so getan, als dass die Führung eines Einzelunternehmens eigentlich genau so sei, wie die Führung einer (Mini-)Gmbh, dieses ist aber falsch.

Wenn dieses alles geschehen ist, dann geht es noch um einige steuerliche Planungen oder Anpassung der gezogenen wirtschaftlichen Konsequenzen an die steuerlichen Gegebenheiten.

Das alles bedeutet nicht, dass die nächsten Jahre ein finanzieller Spaziergang werden. Es bedeutet aber: Wenn man dieses überlebt hat, dann hat man eine gute Basis entweder eine Absicherung der Situation zu betreiben (Konsolidierungsphase) oder eben weiteres Wachstum anstrebt.

Letzteres ist dann auch viel leichter, weil die Weichen für Wachstum bereits gestellt sind. Entscheidet man sich heute bereits für entsprechende Ziele (wo will man mit dem Umsatz/Gewinn hin), dann ist das natürlich noch einmal leichter. Man kann sich entsprechende Freiräume erarbeiten.

Vielleicht ergeben sich auch in dem Bereich der Investitionen sinnvolle Alternativen.

Leider haben wir kein 'Wünsch-Dir-was', sondern hier eine Selbsthilfeplattform. Als Selbsthilfe kann ich Dir nur raten: Sehe zu, wie Du mit der bestehenden Organisation durch die nächsten zwei Jahre kommst. Kämpfe Dich da durch und ziehe trotz wachsen der Zahlen den Gürtel betrieblich und privat etwas enger. Privat allerdings mehr als betrieblich um das Wachstum nicht zu gefährden.

Und plane dann in 2018 (auf Grundlage der Kenntnisse von 2017) wie es weiter geht. Also das wäre die Selbsthilfevariante. Spart Dir nämlich die Notwendigkeit und Kosten der entsprechenden Verstärkung.

Wünsche Dir ganz viel Erfolg!

Kommentar von Dirk-D. Hansmann
19.05.2016, 08:04

P.S. Sehe im Alleingang oder nur mit Hilfe eines Steuerberaters von der GmbH-Gründung (bzw. UG-Gründung) ab. Ich habe Gründe, die auch wieder schlecht in ihren Folgen zu beschreiben sind, dass ich dieses nicht in der Selbsthilfevariante angesprochen habe.

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selbstverständlich ist dies möglich.

Allerdings setzt die Anwendung des § 34 a EStG zwingend eine Bilanzierung erforderlich ......

allerdings ist es NICHT möglich , Gewinne ganz oder teilweise unversteuert zu lassen.

nach 34a EstG ist der nichtentnommen Gewinn mit 28,25% zu versteuern. und ich bezweifle, dass mit einem Unternehmen, welches der Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG unterliegt, auch nur in die Nähe dieses Steuersatzes kommt ......

und: willkommen in der Welt der Selbständigkeit. Deine "Problematik" dürfte schätzungsweise jeder 3. Selbständige haben ....

Kommentar von Dirk-D. Hansmann
19.05.2016, 07:28

Jeder 3.? Nö, so groß ist mein Marktanteil noch lange nicht. Wären auch zu viele für mich. ;-) Mal von den Fakten abgesehen: Etwa 14% der UnternehmerInnen stocken mit Hartz-4 auf.

Doch schön wenn es mal von der Kleinunternehmer-Regelung in den Bereich kommt. Doch ist genau das der Zeitpunkt, der vielen den Hals bricht.

Hinterher erzählen die dann, dass ihnen das Finanzamt dies angetan habe.

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Kommentar von Chico002
19.05.2016, 12:42

Ich möchte natürlich sowenig Arbeit wie möglich haben somit auch keine Bilanzierung oder die doppelte Buchführung ( ist ja frei bis 50.000€ Gewinn bzw 500.000 Umsatz ) wenn ich das mal erreiche kann ich mich auch mal drüber schön beraten lassen dann ist dies auch kein Problem.Ich mache das ganze nebenberuflich , bin noch Jung mit meinem 20 Jahren habe einen gut bezahlten Job und werde meinen Techniker machen nächstes Jahr , somit fällt das ganze mit den Steuern auch positiv für mich da ich in der Zeit eh nichts verdiene bzw vielleicht einen 450€ Basis Job noch mache da ich auch nie vor habe diesen nebenberuflich hauptberuflich zu machen , wird dieser auch nebenberuflich bleiben da ich sowieso sogut wie passiv verdiene wenn ich nicht grad Kunden suchen muss. Schwer fallen wird mir bloß die Vorausbezahlung nächstes Jahr , klug wäre den Gewinn so niedrig wie möglich zu halten oder pc bürö aufrüsten , leider weiß ich das man so Sachen ab nen bestimmten Wert (150€) sowieso nicht direkt abschreiben kann , in diesem Bereich muss ich mich ebenfalls beraten lassen , es stehen viele Fragen offen , was denken Sie wie viel mich das so ungefähr kosten würde ? 

(Sorry für Rechtschreibfehler schreibe vom Handy und habe wenig Zeit derzeit )

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Tipp: bevor du Pleite gehst, suche schleunigst einen Steuerberater auf und belege einen Kurs für Existenzgründer, damit du zumindest einmal die grundlegensden Dinge vom Steuerwesen, den Betriebsformen, dem Marketing und andern gGesetzen und Auflagen zur selbstständigkeit etwas hörst.

Ach und noch was: es gibt kein Kleingewerbe.

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