Einzelhändler mit Laden?

... komplette Frage anzeigen

2 Antworten

Grundsätzlich muss man im Bereich Buchführung alles fortsetzen, was man mal begonnen hat. Das geht schon mit der 'schlauen' Idee los, wenn man Belegnummern vergibt.

Wichtig ist, dass alles den GoBs entspricht. Belege für einen kundigen auffindbar sind und man in allen Richtungen kreuz und quer finden und prüfen kann. Um es mal zu vereinfachen.

Kasse: Einfach ein richtiges Kassenbuch kaufen. Vergleiche da einfach mal die Spalten, es gibt Kassenbücher die haben gar keine Spalten für die Steuersätze...

Mit unterschiedlichen Steuersätzen ist da schon ein Problem verbunden. Ob es beispielsweise noch die Möglichkeit der erleichterten Trennung der Entgelte gibt kann ich Dir gar nicht sagen. Müsste ich auch erst prüfen.

Buchführungsprogramm - Tolle Sache. Dazu solltest Du aber schon mehr Buchführungserfahrung haben, als eine Ausbildung z.B. Groß- und Außenhandelskaufmann oder Einzelhandelskaufmann.

Denn die Grundlagen, die in den meisten Berufen gelegt werden, die reichen für die Erstellung einer Buchhaltung NICHT aus. Was auch nachvollziehbar ist. Verantwortlich ist immer der Unternehmer und bei Kaufmannsgehilfenberufen geht man eben davon aus, dass die Organisation im Unternehmen so aufgebaut ist.

Damit also die Buchführung nur verstanden werden braucht. Die genauen Hintergründe aber von einer versierten Kraft erledigt werden.

Ich selber höre jetzt mehr oder weniger auf Kontierungen gewerblich anzubieten. Hintergründe gibt es einige: Die vereinbaren Gebühren sind aus meiner Sicht weder mit der Qualität noch dem Zeitaufwand in die Waage zu bringen.

Heißt für Kunden, dass eine Leistung eigentlich unter Wert am Markt zu bekommen ist.

Ferner habe ich trotzdem jetzt noch einen Softwarewechsel gemacht. In der Folge konnte ich mal wieder einen Rechner aufrüsten. Die Aufrüstung ohne Arbeitskosten lagen diesmal bei 350 Euro brutto.

Wegen Programm-Updates kann man zwischen 3 und 5 Jahre rechnen, dass solche Dinge kommen. Dabei hat mein Rechner schon deshalb beim Kauf eine Ausstattung gehabt, die einiges über dem marktüblichen Preis für Rechner lag. 900 Euro netto vor 5 Jahren.

Dazu kommen notwendigen Schulungen wegen Steuerrechtsänderungen. Denn nur das Lesen von Fachliteratur ist nicht immer ausreichend. Man braucht da auch mal den Kontakt, wie die Anwendung zu gestalten ist.

Weil aber nicht laufend Schulungen besucht werden können, braucht man zuverlässige Quellen. Macht man wegen billiger Quellen oder weil man was falsch verstanden hat einen Fehler, dann ist die Steuerhinterziehung (das kann auch wegen verspäteter Versteuerung der Fall sein) schnell einen teuren Fehler.

Rechnet man jetzt noch die Zeit für Schulungen, das Lesen und Übersetzung in die eigene Praxis, kommen da sicherlich im Schnitt pro Monat je zwei drei Stunden zusammen.

Dann die Kontierung und Erfassung selber. Vermutlich mindestens im gleichen Rahmen.

Die Software kostet auch Geld. Updates ebenfalls. Ohne eine Buchung gemacht zu haben und ohne die Zeit zu rechnen, kommt dabei schnell ein Monatsbetrag von 150 Euro in die Waagschale. Geld was also tatsächlich aus der Kasse geht.

Rechne ich dann noch mindestens vier Stunden, in denen ich mich um den besseren Verkauf oder um Kunden kümmere, dann wächst der Betrag schon um den entgangenen Vorteil beim Einkauf (soweit Mengenrabatte anfallen oder Mindestbestellmengen überschritten werden) und natürlich der generierte Gewinn.

Nehme ich das alles zusammen, dann ist es meine ich schnell deutlich, dass ich für Buchhaltung gut und gerne 150 Euro netto zahlen kann. Je nach Umfang der Geschäftsvorfälle kann der Betrag auch höher sein.

Denn auch die Konzentration auf das Kerngeschäft ist eine wesentlich bessere Grundlage für höhere Erträge.

Ich habe dabei nicht vergessen, dass die Buchführungsgebühren im Laufe eines Jahres noch einmal bezahlt werden müssen (geschätzte Größenordnung) für die Erstellung einer Gewinnermittlung oder einer Bilanz und der dazu gehörigen Steuererklärungen.

Solltest Du über eine (Mini-)GmbH nachdenken, dann ist dieses um so mehr zu empfehlen. Da die Buchhaltung und die Erklärungen einfach anspruchsvoller sind. Mehr Wissen verlangt wird.

Viel Erfolg.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Bart70
24.06.2016, 12:25

Danke für die Ausführlich Information wirklich toll und Informativ,
das ich in ein Buchhaltungsprogramm etwas Investieren muss gehe ich auch davon
aus ich mach ja derzeit noch die EÜR. Dass mit der Kasse die heutige Software
können die Einnahmen mit unterschiedlichen Steuersätzen arbeiten.

Für mich ist einfach noch nicht verständlich, wie werden die
Kasseneinnahmen in die Buchhaltung übertrage.

Bsp. 100 Kunden am Tag Umsatz ca. gesamt am Tag 4590€ laut
Kassenjurnal

1390 mit 7% MwSt.   - Einnahmen

3200€ mit 19% MwSt – Einnahmen

Es heißt ja alle, Geschäftsvorfälle müssen einzeln aufgeführt
sein – mit folgenden Punkten: • Datum • Betrag • Zweck • Umsatzsteuersatz •
Umsatzsteuer / Vorsteuer des Betrags • Belegnummer • der jeweils aktuelle
Kassenbestand

Ich habe mir das einfach so vorgestellt, man verkauft über
eine Kasse und abends macht man eine Tagesabrechnung Kassenjurnal (Abschlag)
über die Einnahmen mit 7% und 19% und überträgt dies in die
Buchhaltungssoftware Bsp. Einnahme Kasse.

Nun ich kann doch nicht jeden einzelnen Geschäftsvorfall jeder
Kunde der was gekauft hat verbuchen dann müsste es ja eine Kasse geben die
direkt mit der Buchhaltung verbunden ist oder müsste per Datei die Einzelne
Geschäftsvorfälle in Die Buchhaltung übertragen werden.

Gruß

0

Ich würde einen PC als Kasse hinstellen und als vernetzte lösung nehmen, eine "universal" lösung gibt es so nicht , da wirst du über eine Branchenlösung/  Kassenanbieter nicht drumrumkommen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Bart70
23.06.2016, 16:54

Hallo,

das hab ich mir auch schon gedacht nur wie werden die Daten übertragen mittels csv Datei

0
Kommentar von Dirk-D. Hansmann
24.06.2016, 06:38

Soweit keine Bindungswirkung da ist, würde ich von jeder elektronischen Kasse absehen! Allein ein Gerät 10 Jahre am Laufen zu halten, damit die Finanzverwaltung ggf. durchgeführte Änderungen erkennen kann? Das ist ein enormer Aufwand und wird für meinen Geschmack vollkommen unterschätzt.

0

Was möchtest Du wissen?