Einwanderer in Andalusien

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1 Antwort

Fangen wir mit dem einzigen Problem die diese erwartet an: die derzeit hohe Arbeitslosigkeit.

Ansonsten ist Andalusien eine gastfreundliche Region mit warmherzigen Einwohnern, teilweise sehr solidarisch. Andalusien ist etwas größer als Österreich, von der Fläche her gesehen, wie auch von den Einwohnern.

Einwanderer klingt etwas fremd.

Es gibt viele Residenten. In Spanien leben mehr Deutsche z.B. als Spanier in Deutschland. Auch besonders viele Engländer leben hier, oder Schweden, Araber, Russen und andere Nationalitäten. Was ist der Unterschied zu den klassischen Einwanderern? Nun, es handelt sich bei der Gruppe in diesem Absatz i.d.R. nicht um Wirtschaftsflüchtlinge sondern um Menschen, die Spanien oder Andalusien zu ihrem Wohnsitz auserkoren haben.

Dann gibt es viele Lateinamerikaner:

Argentinier (die Zahl ist stark rückläufig), die meist spanische Wurzeln haben, d.h. vor 1-2 Generationen selbst von Spanien nach Argentinien auswanderten und nun wieder zurück im Land ihrer eigenen Kinheit, der Eltern oder Großeltern sind. Da es in Argentininen jedoch wirtschaftlich bergauf geht, ist die Zahl der Argentinier weniger geworden. Argentinier heben sich i.d.R. durch sehr gute Verkäufer- und Marketingqualitäten hervor oder haben bevorzugt Restaurants und Bäckereien mit arg. Spezialitäten aufgemacht.

Dazu noch Kubaner (auch teils mit spanischer Abstammung oder auch politische Gefangene, die nach Spanien nach Staatsverhandlungen ausreisen durften). Erstgenannte haben auch meist einen starken Geschäftssinn und haben eine Vielzahl von Restaurants und Salsabars eröffnet und pflegen ihre Kultur. Bei den politischen Flüchtlingen ist es schwerer. Diese fühlen sich betrogen, wollen einen relativ hohen Lebensstand umsonst bekommen und früher oder später zieht es diese wohl nach Miami. Es gibt Hungerstreiks und Proteste, meist wg der Nichterfüllung vermeintlicher Versprechen (Haus und guter Lebensstandard ohne zu arbeiten), die ihnen wohl bei den Verhandlungen zum Abbruch ihres Hungerstreiks auf Kuba gemacht wurden.

Dann noch Ecuatorianer, Brasilaner, etc. die sich oft mit einfacheren Arbeiten (z.B. Gärtnereiberech, Haushalt, Bau) über Wasser halten, jedoch durch den Einbruch der Baubranche erhebliche Probleme haben.

Dann gibt es die Gruppe der Afrikaner, sei es Marokkaner, aus dem ehem. Spanisch Sahara (Westsahahra) oder aus den Problemgebieten Afrikas, die zum großen Teil als Bootsflüchtliunge nach Andalusien kommen. Der Abstand von Andalusien nach Afrika sind z.B. an der Straße von Gibraltar nur 14 Kilometer. Die Grenze von Marokko zu den span. Enklaven auf afrikanischem Boden (Ceuta und Melilla) kann teilweise umschwommen werden. Auch gibt es dort (Ceuta und Melilla) gebündelte Übergriffe und Zaunbesteigungen.

Diese Gruppe einigt sich mit Verwandten, die bereits in Andalusien (oder Spanien) wohnen. Die andalusische Polizei hat große Nachsicht z.B. mit Schwarzafrikanern, die überall an den Stränden afrikanische Handwerkskunst und Kleidung verkaufen. Teilweise auch Modeschmuck. Solange diese keine gefälschten Markenwaren verkaufen, sind Polizeikontrollen nicht an der Tagesordnung. Man hat Einsehen mit der SItuation und lässt sie ihren Lebensunterhalt auf ehrliche Art und Weise verdienen, auch wenn diese dabei keine Steuern zahlen oder angemeldet sind.

Bei marokkanischen Einwanderern kommt es leider zu Konflikten, da diese oft ihren Lebensunterhalt auch unter Gewalteinwirkung bestreiten.

Dann gibt es noch die Gruppe von Rumänen und Albanern. Diese haben teilweise paramilitärische Mafias bzw. kommen zum Betteln nach Andalusien. Die Mafia-Aktivitäten (hauptsächlich Einbrüche unter Anwesenheit der Bewohner und großer Gewalteinwirkung) konnten jedoch durch eine Reihe von Festnahmen eingedämmt werden. Außerdem steht Spanien derzeit wirtschaftlich nicht so gut da, so dass diese ihr "Glück" wohl auch woanders versuchen.

NACHTRAG: Dieser Kommentar ist orientativ zu sehen. Es gibt immer und überall Ausnahmen, jedoch ist die Tendenz eindeutig so zu sehen und zu belegen, auch wenn dies nicht politisch Korrekt sein mag.

danke..eine sehr gute antwort :)

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@ronjaron

Da habe ich noch die Chinesen vergessen: diese kaufen im großen Stil traditionelle Läden auf und machen in vielen Zonen 50% der Läden aus. Dabei verkaufen diese aber nicht nur Made in China, sondern auch Made in Spain, was teilweise günstiger (kein langer Transportweg) ist oder zumindest mehr als zum zweimaligen Gebrauch taugt. Auch die Anzahl chinesischer Studenten ist riesig. Probleme haben diese i.d.R. keine. Sie haben eigene Systeme, wo sie sich untereinander zinsfrei Kredite geben und langsam aber sicher öffnen diese sich kulturell auch, d.h. man sieht sie immer häufiger auch in Strandbars sitzen und richtig Geld im (span.) Restaurant lassend. Es gibt neben den Arbeitsbienen immer mehr, die sozial höher gestellt sind und dem leichten Leben fröhnen wollen, während die Mehrheit jedoch ihre Läden usw. aus dem Wettbewerbsvorteil der Nichteinhaltung z.B. von Ladenschlusszeiten, der mehrfachen Wohnraumnutzung teilweise in Schlafschichten, usw. nach vorne bringt. Motto: für was ist Feierabend eigentlich gut?

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