Einteilung der Positionen beim Leib-Seele- bzw. Geist-Körper-Problem

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1 Antwort

Non-Reduktiver Physikalismus, auch Nichtreduktiver Materialismus genannt: Mentale Enitäten gibt es nicht, alle scheinbar mentalen Entitäten sind tatsächlich materiell bzw. physikalisch. Eine Reduktion von mentalen Phänomenen auf Physikalische wird allerdings als unmöglich betrachtet.

Zu Ursache und Wirkung lässt sich nichts allgemeines sagen, dass es verschiedene Formen von nichtreduktivem Materialismus gibt. Wichtige Positionen wären hier der Funktionalismus und der anomale Monismus.

Epiphänomenalismus: Eine dualistische Position. Hier wird also davon ausgegangen, dass mentale Phänomene eigenständige, von den Physikalischen verschiedene Entitäten sind. Beide Arten von Entitäten interagieren aber kausal miteinander, wobei aber physikalische Phänomene immer Ursache, mentale Phänomene immer Wirkung sind.

Supervenienztheorien: Eine Form des reduktiven Physikalismus. Das Mentale ist hier also keine eigenständige Entität, vielmehr sind alle mentalen Phänomene auf Physikalische zurückzuführen. Dies geschieht über den Begriff der Supervenienz: Die Ebene der mentalen Phänomene superveniert über die der Physikalischen, d.h. auf der mentalen Ebene kann sich nichts verändern, ohne dass sich etwas auf der physikalischen verändert.

Das bedeutet also, dass alle mentalen Phänomene von Physikalischen ausgelöst werden. Das Physikalische ist also die Ursache des Mentalen.

Emergenztheorien: Der Begriff der Emergenz meint "die spontane Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente."(Wikipedia).

Wenn ein Phänomen emergent ist, dann ist es zwar Teil eines Systems, aber nicht auf Ereignisse oder Enitäten auf einer niedrigeren Ebene des Systems rückführbar. Im Fall des Mentalen bedeutet das: Das Mentale ist keine eigenständige Entität, sondern Teil des Systems des Physikalischen. Es ist aber nicht auf das Physikalische zurückführbar.

recycelt 20.06.2014, 22:16

Vielen Dank für deine Antwort! :-)

Du sagst es - bei den genannten Positionen (abgesehen vom dualistischen Epiphänomalismus) handelt es sich um Monismen - also nur eine Entität, in diesem Fall physische Entität, von welcher mentale Phänomene verursacht werden.

Leider verwendet mein Prof. hierbei die Bezeichnung "von zugrunde liegenden physischen Entitäten abhängige mentale Entitäten ". Würde es sich aber zugleich auch um mentale Entitäten handeln, müsste man doch von Dualismen sprechen.

Bedeutungsdiskrepanz von "Entität" (das Ding an sich, das Seiende) und "Phänomen" (Erscheinung).

Oder was meinst du?

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