Einstufung als Selbstständiger bei Sozialversicherungen trotz Festanstellung?

3 Antworten

Die versicherungspflichtige Beschäftigung gilt natürlich trotzdem weiter. Sonst würde ja der Arbeitgeber seine Beiträge sparen. Dann müsste er dir ündigen und du wärst dann auf Honorarbasis beschäftigt. Für die Krankenversicherung gilt dann dass du mit deinem gesamten Einkommen den vollen Beitragssatz selbst zahlen musst. Lohnfortzahlung gibt es nicht mehr und bezahten Urlaub auch nicht. Das solltest du dir vielleicht noch mal überlegen.

Deine Angestelltentätigkeit ist nur in der KV und PV beitragsfrei, in der AV und RV besteht weiterhin Versicherungspflicht. Dein AG führt also nur noch RV und AV ab, Dein Netto fällt höher aus.

Zur KV und PV musst Du Dich als hauptberuflich Selbständiger nun selbst versichern. Du kannst wählen zwischen PKV und GKV.

Die Beitragshöhe in der PKV ist einkommensunabhängig, aber abhängig vom Alter, versicherten Risiko und gewähltem Tarif. Ein Zurück zur GKV gibts dann nicht mehr, zumindest nicht, solange Du in KV und PV versicherungsfrei bleibst.

Die Beitragshöhe in der GKV ist einkommensabhängig, jedoch muss die GKV von einem Mindesteinkommen von 2021,25€ (brutto) ausgehen; der Mindestbeitrag KV und PV zusammen beträgt ohne Krankengeld 342,61€ (wenn kinderlos dann 347,66€) und mit Krankengeld ab Beginn der 7.Woche 354,73€ (kinderlos: 359,78€). Ist Dein Gesamteinkommen (also auch Mieteinnahmen, Zinseinkünfte, Renten- eben alles) höher als das fiktive Mindesteinkommen von 2021,25€ wird der Beitrag entsprechend höher: Zur KV 14,9% ohne Krankengeld oder 15,5% mit Krankengeld, zur PV 2,05% (kinderlos: 2,3%).

Irre ich mich oder wird nicht prinzipiell bei als Selbständig eingestuften die BBG als Beiragsgrundlage genommen wenn nicht durch ESt-Bescheid geringere Einkünfte nachgewiesen werden?

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@kevin1905

Nein, dies ist nicht generell so. Nur wenn man keine Einkommenserklärung ab und wird auch so verbeitragen.

Am Anfang der Selbständigkeit gibt man eine Einkommensschätzung ab, aufgrund der man unter Vorbehalt eingestuft wird. Ist der erste Steuerbescheid da aus dem Jahr der Existenzgründung, wird rückwirkend korrigiert- aber nur am Beginn der Selbständigkeit. Dieser erste Steuerbescheid gilt solange als Berechnungsgrundlage, bis der nächste Steuerbescheid da ist, der dann ab Datum der Bescheiderteilung des Finanzamtes gilt- also ab dem zweiten Steuerbescheid ab Existenzgründung immer zeitversetzte Beitragseinstufung.

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meine Empfehlung:

http://www.rhein-neckar.ihk24.de/starthilfe/existenzgruendung/Basisinformationen/ErsteHilfen/465230/Nebenerwerb.html

Krankenversicherung für die selbstständige Nebentätigkeit Inwieweit sich die selbstständige Nebentätigkeit eines Arbeitnehmers auf die gesetzliche Krankenversicherung auswirkt, hängt vom Einzelfall ab. Ausschlaggebender Faktor für eine Versicherungsfreiheit ist der Umfang der selbstständigen Tätigkeit, das heißt, es ist festzustellen, ob der Arbeitnehmer hauptberuflich selbstständig tätig wird. Dies ist in der Regel der Fall, wenn eine zusätzliche Kraft, die sozialversicherungspflichtig ist, das heißt über 400 Euro Einkommen monatlich erhält, von ihm eingestellt wurde.

Suche bei Google: versicherungspflicht bei anstellung und selbstständigkeit

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