Einstieg in die Makrofotografie - wie?

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5 Antworten

Zwischenringe schlucken Licht, es wird also dunkel im Sucher. Das Scharfstellen wird dadurch nicht einfacher. Zwischenringe haben natürlich eine definierte Länge, Balgengeräte arbeiten nach dem gleichen Prinzip und sind stufenlos verstellbar. Sie vergrößern den Auszug des Objektivs, sodass man den Abstand zwischen Objekt und Objektiv verringern und so größer abbilden kann. Bei Zwischenringen ist der scharfe Bereich sehr klein und liegt zwischen einigen Millimetern und wenigen Zentimetern. Je länger der Zwischenring ist, desto kleiner ist der Scharstellbereich. Man muss die Kamera also sehr genau positionieren und ggf. häufiger den Zwischenring wechseln. Ein Einstellschlitten kann da praktisch sein. Billige Zwischenringe übertragen nicht einmal die Blende zwischen Objektiv und Kamera, bei teureren Ringen wird die Springblende, manchmal auch AF und Belichtungssteuerung übertragen (die kommen dann in die Preisklasse 150 bis 200 Euro). Oft ist der Autofocus bei Makrofotografie aber sowieso keine gute Idee.

Viele Einsteiger tendieren deshalb zu den Nahlinsen. Bei Nahlinsen solltest Du zu anständig vergüteten Achromaten greifen. Eine Nahlinse verringert die Naheinstellgrenze des Objektivs, man kann also näher ans Objekt rücken und es so größer abbilden. Der Lichtverlust ist gering, je nach Linsengüte kommt es zu Abbildungsfehlern, sodass sich starkes Abblenden empfiehlt.

An anderer Stelle wurden auch Retro- oder Umkehradapter erwähnt. Dabei wird das Objektiv mittels Adapter einfach falsch herum an den Fotoapparat angeschlossen. Suboptimal ist, dass das Objektivgewicht dann einzig am Filtergewinde hängt, welches ja eigentlich nicht für größere Belastungen gedacht ist. Sämtliche Funktionen des Objektivs können natürlich nicht mehr übertragen werden. So etwas kommt also nur infrage, wenn Du Objektive mit manueller Blendeneinstellung hast. Der Abstand zwischen Objektiv und Objekt beträgt je nach Brennweite des Objektivs einige Zentimeter bis einige Dezimeter bei 150 bis 200 mm Brennweite. Mit einem Retroring lassen sich mit Weitwinkelobjektiven auch Abbildungsmaßstäbe größer 1:1 realisieren, man kommt also in die Mikrofotografie. Retroadapter habe ich selbst noch nicht ausprobiert.

Bei Nahlinsen kommt es auf die Stärke und die Qualität der Linse an. Es sind pro Nahlinse eine zusätzliche Glasschicht im Strahlengang, die die Qualität des Fotos beeinflussen. Zudem sind Nahlinsen keine Achromaten, was bedeutet die Mitte des Fotos wird stärker vergrößert als der Rand, wie bei einer Lupe. Zwischenringe haben keine zusätzlichen Linsen. Aber durch Ihre feste Größe nicht sonderlich flexibel. Ich habe mir zum Anfang meiner Macroversuche ein M42 Balgengerät mit einem M42 50mm + 135mm auf dem Flohmarkt gekauft (heute EBay), das hat mich 40.-DM gekostet und es mit einen Adapter an meine damalige EOS 3 angeschlossen. Damit kann man den Auszug zwischen Kamera und Objektiv beliebig verändern und auch die Tiefenschärfe durch schließen der Blende visuell beurteilen. Das Balgengerät hab ich immer noch. Für Canon gibt's die M42 Adapter auch mit af Chip soll heißen, deine Kamera piept sobald die Schärfe erreicht ist. EBay Suche AF Confirm, nimm die günstigen aus China. Die brauchen zwar 14 Tage bis sie bei Dir sind, aber für den Anfang sind die ausreichend

Der Haupt-Unterschied ist der, dass Nah-Linsen den Strahlengang des Lichtes beeinflussen und somit auch starke Auswirkungen auf die Bildqualität haben. Je nach Qualität der Linse verschlechtert sich also die gesamte Bildqualität deiner Aufnahme. Sie wird aber in jedem Fall schlechter sein als eine "normale" Aufnahme, nur mit deinem Objektiv, da das anschliessende Objektiv immer noch die selbe Abbildungsleistung beibehält, nur halt ein bereits "vorbehandeltes" Bild durch die Lise geliefert bekommt.

Bei einem Zwischenring wird nur der Abstand zwischen Objektiv und Kamera verändert, also das Auflagemaß, und somit die Bildebene verschoben, was bedeutet, dass auch sowohl die Naheinstellgrenze als auch die Focus-Einstellungen verschoben werden, so dass du mit deinem Objektiv näher an das zu fotografierende Objekt ran gehen kannst, dafpr dann aber nicht auf weiter entfernten Objekte mit Zwischenring scharf stellen kannst. Das Licht selbst wird durch den Zwischenring nicht beeinflusst, weshalb die Abbildunngs-Leistung des Objektivs voll erhalten bleibt. Es kann aber trotzdem, je nach Qualität es Objektivs, zu einer gewissen "Fehlsichtigkeit" kommen, da das Objektiv ja eigentlich zur Abbildung des Motivs auf das normale Auflagemaß entwickelt wurde und darauf, dass in genau diesem Abstand alles scharf focussiert ist. Wenn man diesen Abstand dann mittels eine Zwischenrings ändert kann es bei manchen Objektiven passieren, dass es trotzdem zu einer gewissen Unschärfe kommt

Hallo DidPandaHurtYou,

eine Alternative hast Du noch vergessen: Umkehradapter.

DidPandaHurtYou 15.02.2015, 22:32

Danke, davon hab ich bis jetzt noch nichts gehört. Ich werd diese Bildungslücke gleich schließen :)

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Das mit den Zwischenringen funktioniert voll gut, hab ich auch schon mal ausprobiert.

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