Einspruch Gewerbesteuermessbescheid lohnt sich oder nicht Hebesatz 330% Gewerbesteuer

3 Antworten

Bei 100 € Gewerbeertrag dürfte als Einzelunternehmer gar keine Gewerbesteuer anfallen. Freiberufler sind jene die laut Gesetz EInkommen aus selbständiger Arbeit und nicht aus Gewerbebetrieb beziehen. Die Berufsgruppen sind jedoch eingeschränkt (Ärzte, Anwälte, Steuerberater, Architekten, etc.).

Der Hebesetz wird von der Gemeine festgelegt. 330% ist ein mittelmäßiger Wert. Es gibt auch Gemeinden, die 500% verlangen.

Ich verstehe den Gewerbesteuer als ein Vorsteuer von Einkommensteuer. Stimmt das mehr oder weniger?

Warum soll das nicht stimmen? Wenn du sagst, dass du ihn so verstehst, kann dir doch keiner das Gegenteil beweisen. Es kann doch keiner in deinen Kopf reingucken.

Soll das FA das korrigieren also weniger Einkommensteuervorauszahlungen bei gleich bleibende Gewerbesteuerzahlungen?

Du hast in deinem Text nicht erwähnt, dass du überhaupt Einkommensteuervorauszahlungen leistest. Und weniger als Null geht nun mal nicht.

Lohnt sich der Einspruch gegen den Gewerbesteuermessbescheid da ich Freiberufler bin nach meiner Meinung (Uni Abschluss BWL).

Jedenfalls schadet er nicht. Und er ist der einzige Weg, die Gewerbesteuer überhaupt zu vermeiden.

Hallöchen,

die Gewerbesteuer hat relativ wenig mit der Einkommenssteuer zu tun.

Gewerbesteuer ist eine Komunalsteuer, steht damit Deiner Gemeinde uneingeschränkt zur Verfügung. Der Satz von 100% steht irgendwo, frag mich aber nicht wo, in dem Steuergestze Dschungel. Den Hebesatz darf jede Gemeinde eigenverantwortlich festlegen.

Andererseits ist die Gewerbesteuer eine Betriebsausgabe und senkt damit den Gewinn. Das widerum wirkt sich dann letztendlich doch wieder auf die Höhe Deiner Einkommensteuer aus.

Das ist mit vereinfachten Worten ausgedrückt. Als BWLer müßtest Du das aber noch besser als ich wissen.

Guten Rutsch und Grüße

Andererseits ist die Gewerbesteuer eine Betriebsausgabe und senkt damit den Gewinn. Das widerum wirkt sich dann letztendlich doch wieder auf die Höhe Deiner Einkommensteuer aus.

Falsch. § 4 Abs. 5b EStG.

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@blackleather

Du hast nur teilweise Recht, wußte nicht das es ab 2008 eine Änderung gab.

Dessen ungeachtet bekommt er ein Gutschrift um die Doppelbelastung des Gewinns mit Einkommens- und Gewerbesteuer auszugleichen.

Dazu wird, pauschal das 3,8 fache des Gewerbesteuermeßbetrages auf den Teil der Einkommenssteuer angerechnet, der auf gewerbliche Einkünfte entfällt. Also letztendlich doch eine Auswirkung auf die Höhe der Einkommensteuer!

Fundstelle Konz 2013 Seite 689

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@Wurzelpeter

Sorry, aber du hast behauptet, die Gewinnsenkung würde sich auf die Höhe der Einkommensteuer auswirken. Das stimmt eben nicht, denn es ist ja nicht die Gewerbesteuer, die sich auswirkt, sondern es ist der Gewerbesteuermessbetrag. Das sollte man unterscheiden können.

B.t.w.: Mir wäre es peinlich, ausgerechnet Konz - die BILDzeitung des Steuerzahlers - zur Stützung meiner Argumentation zu zitieren. Warum nicht gleich Wikipedia? Hätte es nicht einen seriöseren Eindruck gemacht, wenn du dich wenigstens auf § 35 EStG berufen hättest?

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@Wurzelpeter

Das die Gewerbesteuer keine Betriebsausgabe ist, wurde ja schon von blackleather richtig gestellt.

Aber Du hast noch einen weiteren Fehler: Es wird nicht pauschal das 3,8fache des MB auf die Einkommensteuer angerechnet. Sondern die tatsächlich zu zahlende Gewerbesteuer, maximal jedoch das 3,8fache des MB.

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@mandelaua

Ok, als BWLer weiss ich es besser :-)

Der Hebesatz bei der Gewerbesteuer ist für meine Gemeinde festgestellt auf 330%. Mit diesem niedrigen Hebesatz (verglichen mit zum Beispiel 430% in anderen Gemeinden) wird mehr Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet als in dem Fall das man keinen "Gewerbesteuerpflicht" hätte? Der Wendepunkt "extra zahlen/weniger zahlen" ist bei 380% Hebesatz? Also einen Minderung der Steuerlast in meinem Fall würde ich sagen?! Trotzdem Einspruch einlegen gegen den Gewerbesteuerbescheid?

Einzel/Personenunternehmen mit 124.500 Euro Gewerbeertrag Gewerbeertrag 124500 abzüglich Freibetrag 24500 korrigierter Gewerbeertrag 100000 100000 Euro x 3,5 % = 3500 Steuermessbetrag (gerundet) 3500 Gewerbesteuerhebesatz in 330% 3500 Euro x 330% = 11.550 Euro Gewerbesteuer 11550 Bei Einzel-/ Personenunternehmen wird das 3,8-fache des anteiligen Gewerbesteuermessbetrags auf die zu zahlende Einkommensteuerschuld angerechnet! Anrechnung = 3500 x 3,8 = 13300 Euro* 13300 tatsächliche Belastung: 11.550 - 13300 = -1750 Euro -1750

Brunnen: https://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&sqi=2&ved=0CEAQFjAB&url=http%3A%2F%2Fwww.sisby.de%2Fsisby%2Finhalte%2Fde%2FAnhaenge%2FBerechnung-der-Gewerbesteuer.pdf&ei=7B7sUKOtG6jw4QSlg4CgCg&usg=AFQjCNHNvRSpkTrgBocR1AtxVSJ9O4kQ3g&sig2=sqbpM30oGtzNiSS-pyDOfQ&bvm=bv.1357316858,d.Yms

Vorteile der Status als Freiberufler sind: kein Gewerbesteuer zu zahlen, keine Bilanzierungspflicht, kein Buchhaltungspflicht, keinen IHK Beitrag zu zahlen, keine Soll-Versteuerungspflicht.

"· Freiberuflerstatus sichern. Der Selbstständige kann seinen Freiberuflerstatus sichern durch eine fehlerfreie, überzeugende und fortlaufende Eigendarstellung gegenüber den Finanzbehörden. Damit sind Rechnungsinhalte, Vertragsinhalte, Homepage, Geschäftsausstattung, kurz alle Dokumente gemeint, die das Finanzamt bei einer Betriebsprüfung einsehen darf. Wenn im schlimmsten Fall das Finanzamt den Freiberuflerstatus aberkennen will, hilft oft die Vorlage eines Gutachten, welches die strittigen Punkte wie Ausbildung und Tätigkeit analysiert und abschließend bewertet. Aber es gibt keinen Königsweg, sondern im Einzelfall ist über die passende Strategie zu entscheiden."

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@Ad9990

Viele BWLer wissen es besser als es im Gesetz steht UND sie wissen es meistens falsch ;-)

§ 35 Abs. 1 Satz 5 EStG. Da steht eindeutig, dass nur die tatsächlich gezahlte GewSt angerechnet werden kann! Also in Deinem Fall max. 330 %!

Selbst in Deinem Link steht es so drinne ;-)

Wenn Du tatsächlich Freiberufler bist, leg Einspruch ein.

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