Einspritzung des Gemisches im Dieselmotor?

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6 Antworten

Also es wird da kein Gemisch eingespritzt sondern der Kraftstoff (Diesel, kann aber auch anderes Öl sein).

Der Verdichtungsdruck im Zylinder liegt bei ca 20bar (je nach Baujahr und Bauweise variierend, aber etwa da).

Schon die beinahe antike Verteiler-Einspritzpumpe spritzt mit über 100bar ein, der Druck ist nötig um den Diesel gut zu zerstäuben. Heutige Dieselmotoren spritzen mit über 1000bar ein.

Durch die Einspritzung erfolgt die Zündung.

Der Dieselmotor arbeitet mit einem Verdichtungsverhältnis von etwa ab 18:1 (wobei der Druck auf 30–50 bar und die Temperatur auf 700–900°C steigt). 

Der Kraftstoff wird beim Dieselmotor dann direkt in den Brennraum gespritzt.

Nun beginnt beim Ottomotor die Verbrennung, der nötige Funke hierzu kommt von der Zündkerze (Fremdzündung). 

Die Temperatur steigt bei diesem Vorgang auf ca 2000°C. Jetzt wird der Kolben im Motor wieder zurückgedrückt und die Verbrennung endet durch die Expansion (Arbeitstakt). 

Beim Dieselmotor wird die Selbstzündfähigkeit des Dieselkraftstoffs beim vorherrschenden hohen Druck ausgenutzt (Eigenzündung).

Einige Hersteller arbeiten auch an einem druckübersetzten Common-Rail-System. 

Dabei wird der Einspritzdruck mit Hilfe eines geringeren Druckes im Druckspeicher während der Einspritzphase auf Drücke von derzeit bis zu 350 MPa (2500 bar - 3500) an der Düse erhöht. 

Die Druckübersetzung wird durch einen im Injektor integrierten hydraulischen Druckübersetzer mit Steuerfunktionen ausgeführt. 

Durch den permanent anstehenden Hochdruck kann es bei einer Fehlfunktion des Einspritzventils (Verklemmen oder Verschmutzen der Düse oder Steuerventile) zu Dauereinspritzung kommen, 

bei der das Einspritzventil eine ständig brennende Flamme während allen Takten erzeugt – gleich einem Brenner – und Zylinderkopf, 

Ventile sowie Abgassystem thermisch überlastet mit der Gefahr eines kapitalen Motorschadens oder sogar eines Motorbrandes. 

Bei klassischen Systemen oder Pumpe-Düse-Systemen ist diese Gefahr wegen des nur zeitweilig anliegenden Hochdrucks erheblich geringer.

Bei Dieselmotoren gibt es 2 Pumpen. Einmal die normale elektrische Kraftstoffpumpe, die den Kraftstoff vom Tank über den Filter zur Hochdruck-Pumpe befördert, und dann die besagte Hochdruck-Pumpe, die direkt über den Dieselmotor angetrieben wird und Drücke von mehreren 100 bis über 1000 Bar erzeugen kann.

Die Einspritzung erfolgt dann vereinfacht gesagt über in den Zylinder eingelassene Hochdruck-Einspritzdüsen direkt in die Brennkammer der einzelnen Zylinder zum ungefähren Zeitpunkt des dort grössten Verdichtungsmomentes der vorkomprimierten Luft in der Brennkammer. 

Die Zündung erfolgt bei vorgewärmten Motor dann rein durch die Temperatur der vorkomprimierten Luft.

Der Kompressionsdruck der Luft in der Brennkammer eines Dieselmotors müsste irgendwo um die 20 - 25+ Bar liegen , der Druck des eingespritzten Kaftstoofe an der Düse hingegen bei mehreren 100 bis über 1000 Bar. 

Bei Benzinmotoren mit "Direkteinspritzung" funktioniert das ähnlich, nur das hier wegen der geringeren Vordrücke in der Brennkammer um etwa 14 - 17 Bar nebst schlechterer Selbstentzündbarkeit hier noch eine Zündkerze mit ihrer Elektrode in die Brennkammer ragt. Beim Diesel übernimmt statt der Zündkerze hier eine Glühkerze hauptsächlich bei kaltem Motor die Zündunterstützung. 

Also die allermeisten Dieselmotoren die ich kenne haben keine elektrische Förderpumpe sondern treiben auch die mechanisch an.

Da die Frage allgemein nach Dieselmotoren gerichtet war hätte auch nicht spezifisch zum Common-Rail geantwortet werden sollen.

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@machhehniker

Diesen Einwand muss ich jetzt nicht verstehen, oder ? Ich habe ganz einfach nur grob das Funktionsprinzip eines Diesel-Motors allgemein beschrieben.

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beim modernen Dieselmotor wird tatsächlich das Kraftstoff direkt in den Brennraum gespritzt. die Kraftstoffpumpe kann über 1000 bar erzeugen.

die Luft und das Kraftstoff vermischen sich erst im Brennraum, deswegen wird auch kein Gemisch eingespritzt

Hallo,

der Dieselmotor wird nicht ohne Grund als Selbstzünder bezeichnet.Deswegen braucht er weder Zündkerzen noch Vergaser.

Denn die Zündung des Kraftstoffes erfolgt von alleine durch die hohe Kompression im Zylinderkopf.Über die Einspritzdüse wird im richtigen Moment Kraftstoff eingespritzt und durch die hohe Kompression gezündet.

Das ist das zugrunde liegende Prinzip und das ist auch der Grund dafür, warum man immer noch alte Mercedes-Taxen fahren sind.Diese Motoren sind so stabil gebaut , das sie fast ewig halten.

Die Technik hat sich natürlich weiterentwickelt und heutzutage sind da komplizierte Systeme (Common Rail usw.) am arbeiten samt elektronischer Steuerung.

Deswegen ist ein moderner Dieselmotor weder im Geräusch noch im Fahrverhalten von einem Benziner zu unterscheiden.

Einen modernen Diesel erkennt immer noch am Geräusch, natürlich nicht mehr so deutlich wie früher.

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Diesel sind in der Regel direkteinspritzer, d.h. Es wird reiner Kraftstoff durch einspritzdüsen in den aufgeladenen Zylinder gespritzt, wo der Kraftstoff sich dann von selbst entzündet. Es ist also keine Zündkerze wie beim Benziner nötig.

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