Einschulungsgottesdienst obwohl beide Eltern nicht gläubig sind?

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17 Antworten

Dem Kind den Glauben als Wissen vermitteln finde ich gut. Ich selbst bin Erzieherin im kath. Kindergarten und Kinder von nicht konfessionellen oder nichtgläubigen Eltern gehen in die Kirche, um ihr Kind, dass vielleicht im Predigtteil oder Fürbitten seinen Teil dazu beiträgt, zuzuschauen.

Dieser Einschulungsgottesdienst stellt eine Gemeinschaft dar und sie besuchen die Kirche an diesem Tag,  ihrem Kind zuliebe und nur das zählt

Habe es heute erst gelesen, aber ich wollte meinen Kommentar dazu geben.

Ich stand auch mal davor und habe meine Kinder entscheiden lassen. Auch mit knapp 6 kann man schon gut erklären. Ich finde es falsch sie vom Ritual von vorne herein heraus zu nehmen. Kinder sind schon in diesem Alter kritisch genug, und sie können sich eine Meinung bilden. Wie sollen sie denn die Religionen kennen lernen wenn man sie fernhält? Meine sind auch zum üblichen Reliunterricht gegangen, ich habe mich lediglich gegen die Zensur im Zeugnis hier in S-H gewehrt, mit Erfolg übrigens, sie bekam ein teilgenommen hinein.

Wichtig ist was ihr als Familie zusammen entscheidet, mit dem Kind. Lasst den Rest aussenvor, jedem könnt ihr es nie Recht machen.

Kinder können sehr traurig sein, wenn sie denken, sie haben etwas verpasst. Denke es hilft euch dann weniger die Religion an sich die Entscheidung von euch als Argumentationshilfe zu nehmen.

Viel Spass bei der Einschulung....meine haben jetzt beide ihr Abi, die Zeit rast viel zu schnell, lieben Gruss, yikaas

.geht mit dem Kind zum Gottesdienst denn an diesem Tag geht es nicht um die Eltern sondern um das Kind, für das ein neuer Lebensabschnitt beginnt - und hier noch einmal ein kleiner Auszug den ich sinnvoll finde----- Besondere Einschnitte im Leben erfordern besondere Rituale, die den Übergang erleichtern und brückenhafte Funktion haben. Ein großer Einschnitt stellt der Schuleintritt dar. Ein Schulanfangsgottesdienst holt die „Kindergartenkinder“ ab und ist gleichzeitig der offizielle Beginn ihrer Zeit als Schulkinder. Er heißt die Kinder willkommen und sagt: „Schön, dass ihr da seid!“ Aufregung, Trauer, Freude, Leere, Glück – all diese widersprüchlichen Gefühle sollten in einem Schulanfangsgottesdienst berücksichtigt werden. Vorsichtiges und Sensibles, Kraftvolles und Nachdenkliches, aber dennoch auch Fröhliches sollten diesen Gottesdienst deshalb ausmachen. Methodische Vielfalt spielt dabei eine große Rolle. Bewegung nimmt die Angst und macht freier.

ich an eurer stelle würde zum gottesdienst gehen, auch wenn ihr als eltern nicht gläubig seid. für euer kind ist dieser tag etwas ganz besonderes und ich finde, er oder sie sollte die möglichkeit haben, an der ganzen veranstaltung teilzunehmen, auch wenn da ein gottesdienst zugehört. in der schule wird euer kind auch religionsunterricht haben und muss gottesdienste besuchen, ob ihr das wollt oder nicht, das gehört dazu. außerdem ist es doch nicht schlimm, die religion kennen zu lernen.

Erstmal danke für eure Antworten!

Manche haben anscheinend den Eindruck, wir würden nicht zum Gottesdienst gehen wollen, weil wir dazu keinen Bock haben.

Wenn es so wäre, würde ich eben nicht hingehen und würde mir keine Gedanken darüber machen.

Es ist vielmehr so, dass ich aufgrund meiner Einstellung Zweifel habe. Auf der einen Seite nicht zu glauben, auf der anderen Seite mit dem Kind in die Kirche zu gehen, wo man m.E. aus Überzeugung hingehen sollte - wie ist es da mit der Vorbildfunktion...?

Aber gut, der Tag ist ohne Frage etwas Besonderes und der Wunsch des Kindes sollte natürlich nicht unberücksichtigt bleiben. Ich werde versuchen, ihm das Prozedere möglichst neutral zu erklären und es mit ihm besprechen.

Ich bin da mit meinem Sohn auch nicht hingegangen. Wir sind sofort zur Aula gegangen und siehe da- wir waren beileibe nicht die einzigen! Und die Kinder hatten viel Spaß, mussten nicht in der Kirche still sitzen. Ich denke, daß einem das keiner übel nehmen wird- solange Ihr nicht im tiefsten Bayern auf dem Dorf lebt!

SchneeMoewe 29.07.2010, 16:49

Danke für den letzten Zusatz, ich hätte mir das nicht erlauben können ;)

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Vielleicht solltet Ihr darüber nochmals nachdenken. Bestimmt ist es Eurem Kind sehr wichtig daran teilzunehmen. Später nimmt es ja bestimmt auch am Religionsunterricht teil.Mein Großer besucht eine katholische Grundschule, obwohl er evangelisch ist. Er bekommt dadurch auch kath. Unterricht.

Geht zum Einschulungsgottesdienst, euer Kind könnte sich sonst von dieser Veranstaltung ausgeschlossen und benachteiligt fühlen. Es nimmt wie alle anderen teil und gut.

Dadurch das dein Kind einmal in die Kirche geht wird er bestimmt kein heiliger und selber Pastor werden. Ich denke es schadet nicht, diesen Kirchenbesuch zu machen, gerade um sich nicht von anderen abzugrenzen, wenn es "alle" machen. Für Kinder in diesem Alter ist es , denk ich , wichtiger das soziale Verhalten untereinander zu lernen. Und so schlecht ist die Kirche bei den kleinen auch nicht, sie werden ja nicht gleich bekehrt. (z.B. St-Martins-Umzug) wo Kinder das Teilen lernen sollen.

Irgendwann wird er selbst entscheiden, ob er glaubt oder nicht.

Unser Kind ist evang., ist aber zum kath. Einschulungsgottesdienst gegangen.

Überlegt nur mal, ob ihr Eurem Kind damit einen Gefallen tut: Alle neuen Schüler gehen hin, nur Eures nicht. Es wird quasi von Anfang an ausgegrenzt und muß sich direkt Fragen gegenüber sehen, die es vielleicht nicht versteht.

AllesKnower 29.07.2010, 16:53

Wie kann es einen Einschulungsgottesdienst vor dem Hintergrund staatlicher Neutralität überhaupt noch geben ? Ich finde das schlimm !

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Goebi 29.07.2010, 16:57
@AllesKnower

Was hat den die staatl. Neutralität damit zu tun?

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Goebi 29.07.2010, 17:04
@AllesKnower

Bevor ich mich in irgendwelchen Gedanken über staatl. Neutralität oder verfassungsrechtliche Dinge vertiefe, schaue ich lieber, was für mein Kind das Beste ist. Und wenn dieses mit allen anderen am Gottesdienst teilnehmen möchte, ebenso wie an St. Martin, Ostern oder Weihnachten, dann kann es das gerne machen !!!

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...letztlich ist das eure entscheidung, aber ihr brecht euch damit ja auch keinen zacken aus der krone. für die anderen altern und kinder ist es auch ein zeichen der gemeinschaft und wir leben ja trotz allem in einem christlich orientierten land...

Und was sagt Dein Kind dazu? Hat es bei der Planung seiner Einschulung auch ein Mitspracherecht? Im Übrigen schreibt man seinem Kind mit dem konsequenten ignorieren von Religion die NICHT-Religion vor. Das ist auch nicht besser und hat mit freier Entscheidung wenig zu tun.

bemapa 29.07.2010, 17:13

Aus diesem Grund wird er am Religionsunterricht teilnehmen, wo er die Möglichkeit hat, sich damit auseinanderzusetzen. Abgesehen davon hat es auch etwas mit Allgemeinbildung zu tun und wäre ein Trugschluss, aufgrund meiner Frage zu behaupten, wir würden Religion(en) grds. von unseren Kindern fernhalten.

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Spätestens ab der siebten Klasse schwänzt euer Kind so oder so die Gottesdienste zu Ostern, Schuljahresbeginn und Weihnachten..

Da macht der eine auch nichts aus.

dann lass ihm doch die Chance, den Glauben für sich zu entdecken und gönne ihm den Gottesdienst mit seinen zukünftigen Kameraden.

Seid ihr in irgendeiner Form christlich erzogen worden, oder seid ihr getauft? Sind eure Kinder getauft? Alles mit nein beantwortet?

Dann braucht ihr nicht zum Gottesdienst in die Kirche. Warum solltet ihr und warum z.B. Moslems nicht.

Religionfreiheit ist das Thema.

Geht erst zur Feier in die Schule.

Werte und Normen kann ich auch ohne Kirche vermitteln, dazu brauche ich keine Pastoren...

Ich gebe Dir völlig recht und halte einen Einschulungsgottesdienst auch für verfassungsrechtlich bedenklich ! Geht also nicht hin !

Testwinner 29.07.2010, 16:54

Verfassungsrecht ! Wow, eine große Kanone!

Es ist keine Pflicht dorthin zu gehen. Was hat das dann mit den verfassungsgemäßen Rechten oder Pflichten zu tun?

Muss man immer gleich übertreiben?

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AllesKnower 29.07.2010, 16:56
@Testwinner

Die Schule ist nun mal ein Organ des Staates und das GG kennt keine Staatsreligion mehr. Selbst wenn es nicht verpflichtend ist, wird inzident ein Druck zur Teilnahme ausgeübt und dieser hat nun mal zu unterbleiben, zumindest dann wenn ihn die Schule organisiert !

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