Einschätzung und Interpretation und Zusammenhänge 2 er Texte, Einflüsse auf Autor

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Die erste Text ist sehr falsch verstanden, der zweite nicht voll.

Der Schweizer Kulturhistoriker Jacob Burckhard (1818 – 1897) lebte nicht in der Zeit des Nationalsozialismus und die ihm der Interpretation zugeschriebenen Aussagen und Auffassungen zum Thema Führer stehen nicht im Text.

Burckhardt gibt darin eine Bestimmung des Begriffs weltgeschichtliche Größe und Alexander wird nach den Kriterien dieser Begriffsbestimmung Größe zugesprochen. Kennzeichnend für ein weltgeschichtliches großes Individuum sind nach Burckhardt die Beziehung zu etwas Allgemeinen, einem Weltzeitalter und ein Vollziehen eines Willens, der über das Individuelle Wollen hinausgeht (das Handeln des Individuums kommt mit allgemeineren und übergreifenden Bestrebungen und Tendenzen zusammen), sowie die Unverzichtbarkeit der individuellen Fähigkeiten/Kräfte für das Fortgehen der Weltentwicklung. Eine herausragende Persönlichkeit mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ist nötig, um die Wirksamkeit zu erreichen, einen neuen Weltzustand herbeizuführen.

Alexander wird vorrangig wegen der Wirkungen seiner Taten auf den Verlauf der Weltgeschichte (genannt wird die Hellenisierung, also die Ausbreitung griechischer Kultur) weltgeschichtliche Größe zugesprochen.

Für ein angemessenes Verständnis ist ein Durchlesen der Erörterung des Themas weltgeschichtliche Größe durch Burckhardt insgesamt, nicht nur einer Einzelstelle erforderlich. Burckhardts Bewunderung für große Individuen ist nicht ungebrochen und geradlinig. Derr Stärkere ist nach seinem Urteil nicht der Bessere. Das große Individuum sei am meisten von Machtsinn angetrieben. Burckhardts Betrachtungsweise hat zwiespältige Seiten, das Verhältnis zu großen Individuen ist auch mit Mißtrauen erfüllt. Einerseits gilt ihm Macht an sich schon als böse. Anderseits können sich die wichtigsten materiellen und geistigen Besitztümer nur an einem durch Macht gesicherten Dasein entwickeln. Weltgeschichtliche Größe folgt unumgänglich einem Machtsinn, um sich durchzusetzen, und Macht scheint mitsamt ihrer Verbrechen notwendig, damit ein sicheres Gehäuse für höhere Kultur geschaffen wird.

„Größe, Glück und Unglück in der Weltgeschichte“ (als öffentlicher Vortrag am 7. November 1871 in der Aula der Universität Basel gehalten) ist das 6. (und letzte) Kapitel des Werkes „Weltgeschichtliche Betrachtungen“. Es geht auf mit Vorlesungen und Vorträgen 1868 – 1871 verbundene Aufzeichnungen zurück. Erst Burckhardts Neffe Jacob Oeri hat sie erstmals 1905 unter diesem Titel veröffentlicht. Ein genanntes Erscheinungsdatum ist nicht immer das Datum der Erstveröffentlichung oder der Entstehungszeit sehr nahe.

Bei Fritz Schachermeyr ist vor allem eine Einschätzung Alexanders als dämonischer Machtmensch bemerkbar. Die Schrankenlosigkeit des Ausgreifens ist eine wichtige Charakterisierung Alexanders. Tollkühnheit ist schon ein Übermaß, also eher ein Fehler, was durch die Verbindung mit Wahnwitz unterstrichen wird. Es gibt eine Mischung aus Faszination der Großartigkeit und Zurückschaudern in Grausem und Abneigung.

Bücher über Alexander enthalten zum Teil auch eine Darstellung, wie sich das Alexanderbild entwicklet hat, z. B.

Hans-Ulrich Wiemer, Alexander der Große. München : Beck, 2005 (C.-H.-Beck-Studium), S. 201 – 211 (Alexander in der modernen Geschichtswissenschaft)

S. 203 – 204 zu Jacob Burckhardt als Historiker, der sich dem Sog einer Betrachtungsweise, nach der Makedonien dazu berufen war, die griechische „Nation“ zu einigen, gleichsam ein antikes Gegenstück zu Preußen, entziehen konnte: „Der Basler Historiker Jacob Burckhardt (1818 – 1897) hielt sich in seiner posthum veröffentlichten «Griechischen Kulturgeschichte» frei von jeder vordergründigen Aktualisierung. Für Burckhardt war Alexander «der größte bisher auf Erden erschienene Feldherr und noch mehr Soldat als Feldherr, am Ende aber doch an allermeisten Entdecker» (402). Seine welthistorische Bedeutung aber bestimme sich durch die «enorme Wünschbarkeit derjenigen Kontinuität der Weltkultur, welche ohne Alexander nicht würde geworden sein» (407), worunter Burckhardt die Vermittlung der Kultur des klassischen Griechenlands an Rom verstand.“

S. 210 – 211: „Im deutschsprachigen Raum wird der Bruch mit dem idealisierenden Alexanderbild früherer Generationen durch eine Biographie markiert, die der Österreicher Fritz Schachermeyr (1895 – 1986) im Jahre 1949 unter dem Titel «Alexander der Große. Ingenium und Macht» veröffentlichte. Ausgerechnet Schachermeyr, der sich im «Dritten Reich» einer «rassischen» Geschichtsbetrachtung befleißigt und Alexander noch 1944 wegen seiner Verschmelzungspolitik eines «biologischen Sakrilegs» bezichtigt hatte, zeichnete nun den König als eine dämonische Gestalt , die die extremsten Gegensätze in sich vereinte; er sei «zugleich der zartfühlende Freund und der tückische Hasser, der universale Wohltäter und brutale Tyrann, der liebevolle Sohn und der rücksichtslose Verwandtenmörder, der Bringer des Friedens und skrupellose Gewalttäter, der Befreier von alten Vorurteilen und zugleich Unterdrücker der Freiheit, der Bahnbrecher höchster Menschenwürde und doch ihr konsequentester Vernichter» (469/470) gewesen. Alexander habe mit dem Weltreichsgedanken eine zwar eine großartige Idee verfolgt, aber keine Skrupel gekannt, sei den betroffenen brutal aufzuzwingen – ein «Wohltun ohne Pardon». Die «Größe» Alexanders bestand für Schachermeyr darin, daß er im Guten wie im Bösen jeden Maßstab gesprengt hat.

Da Schachermeyrs «Alexander» in einem eigenwilligen, teilweise sehr pathetischen Stil geschrieben ist, blieb ihm eine größere Wirkung außerhalb des deutschen Sprachraums verwehrt. Auch in der deutschen Althistorie, die sich nach 1945 nur zögerlich vom ideologischen Ballast der Vergangenheit trennte, und deshalb in Schachermeyrs «Alexander» einen Angriff auf ein «tausendjähriges germanisch-abendländische Erbe … das Ideal von Führertum und Gefolgschaft, von Königtum und Königsdienst » (Stauffenberg) sah, fand das Buch zunächst eine eher frostige Aufnahme. Erst als das Buch 1973 in einer überarbeiteten und erweiterten Auflage erschien, wurde ihm die wegen des soliden quellenkritischen Fundaments, der Weite des Horizont und der Eindringlichkeit der Darstellung verdiente Anerkennung zuteil.“

eine Darstellung zu Jacob Burkhardt insgesamt, die weiterhelfen könnte:
Karl Christ, Von Gibbon zu Rostovtzeff : Leben und Werk führender Althistoriker der Neuzeit. 3., um einen Nachtrag erweiterte Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1989, S. 119 - 158

Hans-Joachim Gehrke, Geschichte des Hellenismus. 4., durchgesehene Auflage. München : Oldenbourg, 2008 (Oldenbourg-Grundriss der Geschichte ; Band 1a), S. 137 zu Fritz Schachermeyr (Bücher von 1949 und 1973):

„dieser dagegen, ganz in Banne des Hitlererlebnisses, sah in Alexander den dämonischen Machtmenschen, ja den „titanischen“ Einzelgänger und Übermenschen, dem nur die ganze Welt angemessene Szene war […].“

Reinhold Bichler, Wie lange wollen wir noch mit Alexander dem Großen siegen? In: Alte Geschichte zwischen Wissenschaft und Politik : Gedenkschrift Karl Christ. Herausgegeben von Volker Losemann. Wiesbaden : Harrassowitz, 2009 (Philippika. Marburger altertumskundliche Abhandlungen ; Band 29), S. 48 (zu Schachermeyr 1973):
„Alexander erscheint darin als eine „Majestät, aus strahlendstem Licht und dunkelstem Schatten gewoben.“ Führte sein Weg auch „über die Leichen schuldloser Opfer, über Justiz- und Meuchelmorde“, so war sein Ziel doch der „Traum einer neu zu erschaffenden, universaleren, besseren Kosmopolis“. So formt sich ein Alexander-Bild, in dem klassische Elemente der Kritik am Despoten mit der Zuschreibung edelster Ideen verschmolzen werden und sich der Betrachter zwischen restloser Bewunderung und höchstem Grauen hin und her gerissen fühlt […].“

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@Albrecht

Ja ich danke euch mal für die Mühe und Arbeit die ihr euch angetan habt... Hab die Arbeit leider schon vorher abgeben müssen ;) is aber ne 3 geworden ... Danke trotzdem lg

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@Liszii

Na, meine Antwort (s. unten) bez.deiner völlig falschen Lebenszeit Burckhardts ("geboren in der Blüte des Nazionalsozialismus"), der also H.itler nicht mit Alexannder vergleichen hat können, kam nur 1 1/4 Stunden nach deiner Frage. Die hättest du auf jeden Fall noch verarbeiten können! Da wär deine Note sicher noch besser geworden!

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@Koschutnig

ja :) aber beide erst um 11 am abend tut mir leid aber danke nochmal für die mühe ♥

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Deine Interpretation: J. Burckhardt, geboren in der Blüte des Nazionalsozialismus,

Ich fürchte, du verrennst dich gewaltig:

Der Essay des berühmten Schweizer Kulturhistorikers Jacob Burckhardt: „Über Glück und Unglück in der Weltgeschichte“ stammt bereits aus dem Jahr 1869.

. Im Leipziger Insel-Verlag wurde er 1930 nachgedruckt als: *„Die historische Größe. - Über Glück und Unglück in der Weltgeschichte. - 2 Kapitel aus den Weltgeschichtlichen Betrachtungen.“ * Diese „Weltgeschichtliche Betrachtungen“ erschienen posthum 1905.

B. war o. Prof. für Kunstgeschichte an der ETH Zürich und dann für Geschichte und Kunstgeschichte in Basel, wo der junge Prof. Friedrich Nietzsche ihn als „unseren großen, größten Lehrer“bezeichnete. B. lebte von 1818 – 1897, als er starb, da war der GRÖFAZ ("größte Führer aller Zeiten" :) - ) erst 8 Jahre alt und noch in der Volksschule.

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Diese Parabel ist aus Alexander Solschenizyn, Im Interesse der Sache, 1970

Wie soll ich diese Geschichte verstehen? Wir sollen einmal die 1.) Interpretation anhand des Textes machen (also mit Bild und Sachhälfte) und einmal mit dem 2.) Lebenslauf von Solschenizyn übertragen und interpretieren.

Wir haben bisher da es ausführlich sein soll : 1.) - morsch steht für alt und kaputt ; - das Feuer am Anfang steht für Wärme und Geborgenheit ; - "nicht bemerkt" steht für Unachtsamkeit 2.) - ein russischer Schriftsteller und Dramatiker - begann vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ein Studium der Mathematik und Philosophie in Rostow am Don - 1940, heiratete er die Chemikerin Natalja Alexejewna Reschetowskaja - Ein Jahr später wurde er zum Kriegsdienst eingezogen (hat das was mit dem Gedicht zu tun ?) - In den letzten Kriegsmonaten wurde er überraschend von der militärischen Spionageabwehr verhaftet und in das Moskauer Gefängnis Lubjanka überstellt, weil er, Leninist, in Briefen an einen Freund Kritik an Stalin geübt hatte. - verbrachte in Arbeitslagern des Gulag, zunächst in einem Sonderlager für Wissenschaftler - später verlegt in Lagerkomplex Ekibastus in Kasachstan -> dort arbeitet in Gießerei

Sowohl im Sonderlager zu Beginn seiner Gefangenschaft als auch im späteren Lager Ekibastus erlebte er den ständigen Kampf der Lagerinsassen ums Überleben und durchlebte die ständige Bedrohung durch den Hunger sowie Aufstände und unerfüllbare Arbeitsnormen, die immer wieder auch in seiner Nähe zum Tod der Insassen führten.

  • Solschenizyn an Krebs erkrankt
  • 1953 wurde Solschenizyn aus der Lagerhaft entlassen, allerdings bis ans Lebensende verbannt
  • 1957 wurde Solschenizyn offiziell rehabilitiert, Verbannung wurde aufgehoben
  • sah es als seine Aufgabe, den zum Schweigen Gebrachten seine Stimme zu leihen
  • zog sich oft in abgelegene Hütten abseits der Zivilisation zurück, um ungestört schreiben zu können
  • 1974 aus Sowjetunion ausgewiesen und am selben Tag nach Frankfurt am Main ausgeflogen
  • starb am 3. August 2008 im Alter von 89 Jahren in seinem Moskauer Haus und im Kreis seiner Familie an den Folgen eines Schlaganfalls

Ich denke, das sind die wichtigsten Fakten aus seinem Leben und wir kommen momentan auch nicht weiter.

Danke schon einmal :)

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