Einsam und allein sterben. - Was, wenn's keiner merkt?

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17 Antworten

Man kann sich mit anderen Senioren zusammentun und eine Telefonkette gründen. Man ruft sich jeden Morgen gegenseitig an. Wenn man verreist, meldet man sich ab. Wenn man nicht ans Telefon geht und nicht abgemeldet ist, können die anderen die Polizei informieren. Dann braucht der Angerufene Hilfe oder ist verstorben. Einige Seniorengruppen helfen bei der Organisation solcher Telefonketten.

Meistens fällt sowas den nachbarn auf, wenn zum Beispiel der Briefkasten voller Zeitungen ist. Diese Informieren dann die Polizei und die guckt dann halt nach. Leider kann dies schon eine Zeit dauern, bis man gefunden wird.

Wenn es noch länger dauert riecht man das meistens auch draußen/im Flur, welches auch meistens von Mitbürgern gemeldet wird.

Deine Frage ist sehr extram gestellt1 "Keine Familie, keine Freunde und auch keine Bekannte ...". Aber dennoch ist Deine Frage berechtigt, da es täglich passiert -leider. Regeln kann man es eigentlich nur, indem man die von Dir angesprochenen sozialen Bindungen aufrecht erhält und Bekanntschaften pflegt.

essen auf rædern oder sonst einen sozialen dienst in anspruch nehmen. Die wundern sich dann nach ein paar tagen und lassen nachschaun.

Gibt es da nicht noch etwas anderes?

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Dass er allein in seiner Wohnung stirbt, kann natürlich passieren.

Wenn er ein Notruftelefon hat: das löst auch spätestens dann Alarm aus, wenn nicht regelmäßig die "okay-Taste" gedrückt wurde. Die Zentrale meldet sich über den Telefon-Lautsprecher, und wenn keine Reaktion kommt, fährt jemand mit Schlüssel hin.

ich hab mal was gesehen da ist eine alte frau in ihrer wohnung gestorben sie hatte keine familie und keine freunde und die lag da dann 3 monate auf dem boden und ist weggegammelt bis nurnoch ein abdruck von ihr da war.. erst am gerucht ist es den nachbarn aufgefallen ..ich fand das ziemlich traurig... mit tut sowas in der seele weh wenn man einfach so stirbt und es keiner merkt..

Ja. Das ist furchtbar. Ich sehe das auch so. In so einer zivilisierten Gesellschaft sollte das nicht möglich sein. Irgendwie hat man doch dafür auch die Verantwortung, finde ich. Die Würde des Menschen ist unantastbar. (Nur solange er lebt? )

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Viele Menschen ziehen sich ganz zurück und lehnen alle Sozialkontakte ab. Da wird auch der freundliche Nachbar zurückgewiesen, wenn er klingelt und nach dem Befinden fragt. In der Anonymität fällt es oft sehr viel später am Geruch und am Ungeziefer auf. Man kann auch ganz allein im Krankenhaus im Badezimmer versterben und niemand merkt es stundenlang.

In Indien gehen manche noch aus hinduistischer Tradition in den Wald, verlassen ihre Familie um dort zu sterben und das ist "kein Makel" sondern ein Heil, deine Frage ist unter diesem Aspekt betrachtet, sehr beschränkt und "westlich" einseitig auf Materialität orientiert, ...

Leider kommt das immer wieder vor, dass jemand erst nach Monaten durch einen Zufall gefunden wird.

Das wird den, der gestorben ist, am allerwenigsten stören. Gedanken darüber machen sich nur die Lebenden, aber ändern kann man daran auch nichts. Trauer und Betroffenheit ist nunmal reiner Egoismus.

Viele Betroffene haben bestimmt Angst davor. Sind wir nicht in so einer zivilisierten Gesellschaft auch für diese Menschen verantwortlich? Ist die Würde des Menschen nur nicht unantastbar, solange er lebt?

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@kleineMausMaus

Angst davor? Verständlich und nachvollziehbar in gewissem Maße. Verantwortlich? Wie meinst du das? Sollte eine Liste einsamer Menschen geführt werden, die von Zeit zu Zeit behördlichen Besuch bekommen, welcher sich vergewissert, ob der Betroffene noch lebt? Oder sollten einsame Menschen in Gemeinschaftsobjekten untergebracht werden, damit sie nicht mehr allein sind? Mich würde interessieren, wie verantwortliches Verhalten in einem solchen Fall aussehen könnte.

Würde? Abgesehen davon, dass der Mensch sich diese Würde selbst zugesprochen hat (sie ist kein natürliches Merkmal), kann sie nur für lebende Menschen gelten, denn egal wie und wodurch ein Mensch stirbt, es ist immer eklig und abstoßend. Man kann zwar mit Würde leben, aber nicht mit Würde sterben. Dass man verstorbene Menschen respektvoll "entsorgt" und nicht wie Abfall behandelt steht außer Frage. Trotzdem ist es dem Verstorbenen egal, was mit ihm geschieht, da er ja eh nichts mehr mitbekommt. (Eigentlich ist es ihm noch nicht einmal mehr egal)

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Das muss Jeder für sich entscheiden.Darum sind soziale Kontakte ja so wichtig in unserem Leben.Es Muss keiner einsam Sterben,auch wenn es oft passiert,dann trägt man aber einen gewissen Teil an Mitschuld!

Mitschuld hin oder her. Jeder ist nicht gleich psychisch stark. Es gibt genug einsame Menschen, die sich zurück gezogen haben, aus welchen Gründen auch immer. Gibt es nichts, wohin sich diese Menschen wenden können?

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Das passiert in unserer Gesellschaft, in der die Vereinsamung rasant zunimmt, immer öfter. Die einzige Möglichkeit ist wirklich, zumindest so viel Kontakt zu jemandem auf zu bauen, dass er immer mal anruft und evtl. vorbeischaut.

Es gibt in Deutschland verstorbene Leute, die sogar Jahrzehnte unbemerkt tot in der Wohnung lagen.

irgendwann riechen es die Nachbarn ...

Es gibt doch in Deutschland, Österreich und in der Schweiz sehr viele Sozialwerke, wo man sich hinwenden kann.

Sowas finde ich sehr schlimm. Der Betroffene ist aber selber Schuld, wenn er keine fremde Hilfe akzeptiert!!!

Das passiert doch andauernd. Irgendwann riecht es dermaßen fies, dass die Nachbarn das melden...traurig aber wahr

Es muss doch eine Möglichkeit geben, dies zu verhindern. Gibt es da keine Institution, an die sich solche Menschen wenden können?

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@kleineMausMaus

Da gibt es jede Menge Betreuungsmöglichkeiten, aber die Betroffenen wollen das meist gar nicht in Anspruch nehmen.

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@kleineMausMaus

Zum Beispiel die Caritas, die Dialonie, der VDK, der psychsoziale Dienst des Gesundheitsamtes oder die AWO sind da Ansprechpartner. Die haben ehrenamtliche Leute, die mal nach dem Rechten schauen. Oder sie können Kontakte herstellen.

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Wenn man nicht so enden möchte, muss man aktiv dazu beitragen, das können und wollen aber nicht alle Menschen

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@kleineMausMaus

Wie schon von den anderen gesagt Pflegedienst und Essen auf Rädern. Ausserdem gibt es Seniorenkreise, denen man sich anschließen kann. Die Kirchen kümmern sich auch um alte Menschen. Daneben gibt es noch verschiedene Ehrenamtliche z.B. Bücherkreis usw. Weiss ich nicht alles aus dem Stehgreif. Dazu gibt es aber in jeder Stadt umfassende Infos

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