Einmal süchtig immer süchtig?

...komplette Frage anzeigen

18 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Nicht alles, was "man" Sucht nennt ... ist tatsächlich auch eine Sucht.

Eine Sucht kann NUR durch einen Experten - das ist ein darauf spezialisierter Mediziner - tatsächlich als solche erkannt und zugeordnet werden.

Und du selbst kannst nicht wirklich erkennen, ob du echt süchtig bist oder dich in manchen Dingen nur "wie ein Süchtiger verhältst.

Wenn du mit etws aufgehört hast, freiwillig und ohne große Probleme - Entzugserscheinungen dabei zu haben, dann bist du nicht süchtig gewesen.

Und wenn jemand wirklich süchtig ist, dann bleibt er dies sein Leben lang, auch wenn er "abstinent" ist ... also wenn er das nicht mehr tut, was bei ihm das Suchtverhalten auslöst und verstärkt.

Das ist auch der Grund dafür, warum ein Alkoholiker (ein wirklicher!!!) keine noch so kleine Menge Alkohol trinken (ja nicht einmal riechen) soll, wenn er nicht rückfällig werden will.

Jede echte medizinisch diagnostizierte (festgestellte) Sucht ist eine Krankheit, keine Charakterschwäche, wie manche Leute sagen. Und diese Krankheit ist bis zum heutigen Tage unheilbar.

Ein Süchtiger kann und muss absolut enthaltsam sein ... dann geht es ihm gut ... aber er ist und bleibt leider immer suchtgefährdet. (Eben weil seine Sucht eine Krankheit ist, die nicht geheilt werden kann).

So ... oder so ähnlich kannst du antworten.

  1. Echte Sucht = Krankheit

  2. Echte Sucht = unheilbar

  3. Nicht alles was Sucht genannt wird ist eine echte Sucht

  4. Eine echte Sucht kann nur ein Mediziner, ein Suchtexperte feststellen.

  5. Die meisten Menschen, welche von sich selbst sagen sie seien süchtig sind es nicht.

Alles klar? Wenn nicht musst du nachfragen ... wenn ich deine Fragen beantworten kann, mache ich das gerne.

Gut beantwortet! DH

1

Hallo Michi100X!

Damit Du Dir selber Deine Frage beantworten kannst, solltest Du erst einmal definieren, was eine Sucht überhaupt ist! Wie wird sie erklärt, definiert? Was sind die Ursachen? Welche Süchte gibt es überhaupt? Ich habe hier als Beispiel ein Teil der Informationen folgender Seite http://www.studentenberatung.at/studentenberatung/de/sucht-und-abhaengigkeit.htm herauskopiert, die meiner Meinung nach eine gute Basis des Verstehens darstellt:


Was ist Sucht?

  • Sucht ist eine psychische Störung mit Krankheitswert, keine moralische Schwäche und kein krimineller Zustand.
  • Sucht ist ein zwanghaftes Verhalten und kann sowohl an bestimmte Substanzen (stoffgebunden), als auch an bestimmte Verhaltensweisen gebunden sein
  • Sucht bedeutet auch immer psychische Abhängigkeit, ob eine (physische) körperliche Abhängigkeit entsteht, hängt von den jeweiligen Substanzen ab.
  • Sucht ist ein prozesshaftes Geschehen und entsteht nicht von einem Tag auf den anderen, sondern über einen längeren Zeitraum, oft schleichend, die Übergänge sind fließend und für Angehörige und Betroffene schwer erkennbar.
  • Genuss, Missbrauch, Abhängigkeit: nicht jede Einnahme eines Rauschmittels führt zur Abhängigkeit. Genuss bezeichnet den „gesunden Konsum“ von Substanzen, ohne Druck, sie weiterhin zu gebrauchen. Der Missbrauch geht über den gewöhnlichen Gebrauch einer Substanz hinaus (z.B. um einen unliebsamen Gefühlszustand zu beseitigen), ist aber noch keine Abhängigkeit.
  • Sucht bedeutet Suche nach einem anderen Bewusstseinszustand. Es kommt zu chronischen oder periodischen Rauschzuständen, die mit (teils irreversiblen) Veränderungen des Gehirns einhergehen.

Süchtig werden kann man nicht nur nach Substanzen wie Alkohol, Nikotin und illegalen Drogen, sondern auch nach bestimmten Verhaltensweisen.

Eine Sucht lässt sich nicht behandeln, indem man den Abhängigen mit äußerem Zwang die Droge entzieht. Entfällt dieser Zwang, kommt es in der Regel sofort zu einem Rückfall. Verbesserung und Genesung können nur gelingen, wenn der Süchtige selbst den Wunsch entwickelt, sich von der Abhängigkeit zu befreien, und aktiv auf dieses Ziel hin arbeitet.


...kann man sich überhaupt sicher sein wenn man mit etwas aufgehört hat, dass man dann auch sicher nicht mehr süchtig danach ist? ...

Auch wenn man eine Sucht in den Griff bekommen hat, kann sie dennoch wieder aufkeimen. Das muss aber - je nach Sucht - nicht sein.

Beispiel Alkoholsucht: Hier muss der suchtmachende Stoff lebenslang konsequent vermieden werden, weil es sonst wieder zu einem Rückfall kommt. Deshalb bleibt ein Alkoholiker immer ein Alkoholiker. Er läuft Gefahr, selbst bei einer minimalen Einnahme des Alkohols wieder das suchtmäßige Verlangen nach diesem Stoff zu spüren. Einen nicht mehr Alkohol trinkenden Alkoholiker nennt man "trockener Alkoholiker".

Beispiel Arbeitssucht: Hier funktioniert die konseqente Vermeidung von Arbeit nicht. Der betroffene Mensch kann aber lernen, seine Verhaltensweisen dahingehend zu ändern, zu einer normalen Arbeitsweise zurückzukehren.

Einmal süchtig immer süchtig?

Diese beiden Beispiele zeigen, dass eine Sucht nicht immer eine Sucht bleiben muss. Ein Süchtiger bleibt nicht immer ein Süchtiger. Es kommt auf die Art der Sucht an. Aber in allen Fällen ist eine Verhaltensänderung immer die Basis für eine Kontrolle oder Heilung der Sucht.

Schöne Grüße

Die Frage ist quasi ob man aus der Sucht rauskommt und dann wieder ganz normal mit dieser Sache umgehen kann also zum beispiel ein Alkoholiger bleibt ja immer süchtig, auch wenn er trocken ist, da er ja nicht mehr normal mit Alkohol umgehen kann.

Was möchtest Du wissen?