Einmal in der Woche Eintopf

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9 Antworten

Der "Eintopfsonntag" war eine Aktion, um am Sonntag etwas alltägliches, statt des Bratens zu essen. Das war ein Teil der Kriegsvorbereitungen und stimmte die Menschen auf Verzicht ein. Das gesparte Geld wurde von der HJ und BDM zwangseingesammelt und sollte für soziale Zwecke ( Winterhilfswerk) eingesetzt werden.

um denen leuten den eintopf schmackhaft zu machen udn davon abzulenken, das es auch nicht mehr alle lebensmittel immer gab.

Rückführung, um es ganz banal auszudrücken, das "gesamte" Volk diesmal sollte auf ein sehr einfaches Level in Lebensführung und Stil gebrcht werden. Die gesamte Politik der Nazis, wenn du es ganz genau betrachtest, lief nur auf Konfrontation, auf Krieg hinaus. Krieg bedeutet Engpaß, Entbehrung. Ein VOlk, welches schon vor dem Krieg spartanisch lebte, Einfachheit gewohnt war, wird in einem Krieg nicht so leicht revoltieren. Davon abgesehen, für einen Großteil des dt. Volkes war der wöchentliche Eintopf durchaus die Regel, wenn nicht sogar mehr als einmal der Fall. Es war also auch eine Forderung, deren WIrkung dem breiten Volk, der eher weniger bemittelten Masse verdeutlichte, dass der braune Oberbonze ja wirklich auf ihrer Seite stand, dass er die da oben genau wie sie zu bescheidenerem Essen verdonnerte, es auch von allen einforderte. Welcher Eintopf den so auf dem Obersalzberg serviert wurde, nun dass weiß ich gerade nicht. Vielleicht ein echt frz, Pot au feu :-))

Davon abgesehen, im dritten Reich gab es zig solcher Aktionen, positiver Nebeneffekt für das Regime. Bei jeder Aktion beobachtete fast jeder aufmerksam seinen Nachbarn, ob er denn auch wirklich Regimetreu daran teilnahm. EIne mehr als perfide Maßnahme, um die Linientreue durch Bespitzelung zu überprüfeb, Die Nazis machten selbst vor dem Kochtopf nicht halt.

Noch schlimmer war es aber für die Kinder und Jugendlichen, sie "durften" mußten irgendwas irgendwofür verkaufen. Und wehe, man erzielte nicht genug Verkäufe, die Häme und Abstufung war selbst am Muttertag unerbittlich.

Unter dem Strich, ein weiterer Propagandazug, verbunden mit dem Gedanken der Kontrolle des breiten Volkes (Bespitzelung) durch jeden guten NaziEintopfEsser.

Im Eintopf kann man Nahrungsmittel verwenden, die eher "minderwertig" sind und nicht so beliebt und als Speisen für sich auf dem Teller eher mit Armut verbunden wurden. Steckrüben bspw. mag niemand gerne auf dem Teller liegen haben und sich an ihnen "erfreuen". So was wurde damals mit hochwertigeren Resten der Vortage im Eintopf vermischt und so ein billiger Küchentag ermöglichte dann einen etwas teureren anderen (z.B. das "Sonntagsessen").

Aber gerade solche Gemüse stehen im Krieg eher zur Verfügung, weil grössere Mengen pro Bodeneinheit und bei weniger Personaleinsatz produziert werden können. Fleisch und z.B. Spinat sind dagegen eher Luxus. Es wird bei sehr viel Personaleinsatz pro Bodeneinheit (bzw. sogar aus dem Gewächshaus) wenig geerntet bzw. die Produktion eines Kg Fleisch erfordert erstmal viel Futter bei ebenfalls viel Personal für die Aufzucht.

Im Krieg - und auf den steuerte HitIer bekanntlich zu - waren wegen Seeblockanden kaum noch Nahrungsimporte zu erwarten und Arbeitskräfte würden knapp, da ja als Soldaten an der Front. Es war also zu erwarten, dass mehr minderwertige und weniger hochwertige Nahrungsmittel auf den Tisch kommen würden.

Es gab diese Erfahrungen aus dem vorherigen Weltkrieg (90 - 95 Prozent der benötigen Kalorien verfügbar, also de facto Hunger) und auch die Hungeraufstände, die letztlich erheblich zur Revolution führten.

Man wollte also die Ernährungsgewohnheiten schon mal auf das einstellen, was man erwartete.

Aufgrund umfangreicher Plünderungen in den besetzten Gebieten kam es anders und der Hunger dann erst 1945 bzw. nach dem Krieg. Aber das konnte man ja nicht wissen.

derdorfbengel 23.10.2012, 01:52

Hier mal ein Beispiel für ein typisches Kriegsnahrungsmittel:

http://gesuender-abnehmen.com/abnehmen/naehrwerte-kalorien-kohlruebe-steckruebe-gegart.html

Ein Eiweissgehalt von 1,1 g/100 g ist für so eine Feldfrucht schon recht hoch. Das erreichen sonst fast nur Hülsenfrüchte, die in der Produktion viel aufwendiger sind, weil Gemüseanbau sehr arbeitsintensiv ist, Ackerbau aber kaum.

Eiweiss ist aber ein Nahrungsbestandteil, der im Kriegsmangel schnell knapp wird, vor allem, weil tierische Produkte wie Fleisch und Milchverarbeitung (Käse!) weitgehend ausfallen. Das muss dann irgendwie durch Pflanzliches kompensiert werden.

Ohne Eiweiss gibt es aber keine Körperzellen. Insbesondere bei Kindern ist der Verbrauch sehr hoch.

Auch der Energiegehalt ist mit 92 kcal/100 g für Pflanzen recht hoch. Tomaten kommen bspw. nur auf 21 kcal. Und das, obwohl sie ein Mehrfaches an Arbeitseinsatz verbrauchen!

Fett ist auch noch etwas drin. Für pflanzliches eine Rarität!

Trotzdem haben die Menschen lieber Fleisch, Käse und Tomaten als Steckrüben auf dem Teller.

Es braucht eine Menge Propaganda, um ihnen einzureden, dass Steckrüben toll sind. Wer isst schon gerne, was die Viecher im Stall gefüttert bekommen?

Besser man muss nicht so genau sehen, was man da isst...

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Merzherian 23.10.2012, 08:00
@derdorfbengel

Deine antwort gefällt mir. Ja, sogar im doppelten Sinne. Ist sie doch ein weiterer Beweis ( kleiner Seitenblick zur letzten Rot/Fahnenfrage ) dass sie von Nichts eine Ahnung hatten. Steckrüben sind nämlich, richtig zubereitet gar kein so übles Essen. Doch dazu muß man natürlich auch die richtigen Gewürze, Schmand und am besten noch Fleisch zur hand haben, dann bekommt man es sogar in guten Restaurants serviert. Heute meine ich jetzt. Naja, der Beweis vielleicht. Das Volk hat doch etwas gelernt aus der unsäglichen Nazizeit.

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blackleather 23.10.2012, 08:20
@Merzherian

Wo bekommt man eigentlich noch Steckrüben zu kaufen? Bei REAL habe ich jedenfalls noch nie welche gesehen, nicht mal bei Penny, Lidl oder Aldi.

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derdorfbengel 23.10.2012, 16:44
@Merzherian

Naja. Wenn man meint, dass es auf die Frage "ist rot eine schöne Farbe" nur ahnende und ahnungslose Antworten gibt, weil es richtige Meinungen gibt, bitte.

Kratzt mich jetzt nicht soviel wie die Sau, die sich an der Eiche reibt.

Ich hab die Frage nicht als Hobbykoch beantwortet, sondern historisch. Aber so etwas muss ja nicht jeder begreifen können.

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derdorfbengel 23.10.2012, 16:46
@blackleather

Im Viehfuttergrossmarkt (Landhandel, Genossenschaft uä). In erster Linie waren und sind Steckrüben Viehfutter.

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'Wurde das propagiert? Nie gehört.

Aber Eintopf ist doch was "typisch" deutsches, schmeckt gut, ist einfach zuzubereiten, kostet wenig. Vielleicht deshalb?

Rheinflip 22.10.2012, 21:27

Warum antwortest du, wenn du da nicht s drüber weisst?

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Merzherian 22.10.2012, 22:14
@Rheinflip

Warum darf man immer noch nicht für Kommentare ein DH geben. Und warum löscht man so eine , noch nicht einmal für einen EIntopf mit Wasser und sonst nix reichende ,Antort nicht gaanz fix.

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derdorfbengel 23.10.2012, 01:57
@Merzherian

Er kann sich an diesen komischen Krieg nun mal nicht mehr erinnern, egal,w ie er sich anstrengt. Wann war der noch gleich?

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Merzherian 23.10.2012, 07:56
@derdorfbengel

Offensichtlich vor seiner Geburt, also irrelevant für die Menschheit. Ach ja, dann auch noch in einem anderen Jahrhundert, stimmt, das geht schon einmal gaaaaarnicht :-))

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weil nicht viel da war und verschwendung von lebensmitteln wie heute ein no-go war. ich könnt sogar mehr wie einmal die woche eintopf essen. pichelsteine zb....mmmhhh lecker. ich denke mal es war aufgrund der lebensmittelknappheit im allgemein so "propargiert" um reste zu verwerten und sie nicht als unbrauchbar anzusehen. ansich keine schlechte sache.

beemaya 22.10.2012, 21:31

vllt wurde auch so eine art "familientag" damit gemeint. wir haben zb als kinder immer alle nach was suchen dürfen was wir in den topf schmeißen wollten und haben so einen gemeinsamen eintopf gegegessen

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um übriggebliegene lebensmittel im haushalt zu verbrauchen und somit ressourcen zu sparen .-lg.

Rheinflip 22.10.2012, 21:57

Übriggebliebene Lebensmittel gab es in den 30ern praktisch nicht. Die Menschen gaben ein sehr großen Anteil ihres Einkommens für die Grundernährung aus, da wurde nix weggeworfen.

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opperator 22.10.2012, 22:09
@Rheinflip

sag ich ja, das nix weggeworfen wurde-deshalb eintopf . und übriggeblieben ist damals schon was , zwar nicht viel ,aber das wenige fand sich dann im eintopf wieder . man macht ja nicht nur aus essensresten eintopf :) -lg.

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Merzherian 22.10.2012, 22:12
@Rheinflip

Nein, es war keine Kampgne für die unaufgeklärte Hausfrau inmitten einer Weltwirtschaftskrise mit 6 Millionen Arbeitslosen im Deutschen Reich, da wurde schon ein anderes Ziel verfolgt.

Wenn dann konnte es auch nicht als Verbrauch, von "Resten" gehen sondern um die Anleitung, alus "Nichts" einen Topf auaf den Tisch zu zaubern.

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Rheinflip 24.10.2012, 06:57
@opperator

Es war ein klare und vorgeschriebene aktion im Winter. Restaurants wurde haarklein vorgeschrieben welche Suppe nach welchem Rezept serviert werden sollte. Mit Restevereertung hatte das nix zu tun.

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Damit man alles macht, was der Führer einen sagt, egal ob es schmeckt oder nicht.

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