Einmal, als/wenn es wieder so weit war, hatten wir 50 Verwandte zu Besuch. Dieser satz war nur so alleinstehend in einer Aufgabe. Was soll dort sein?

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3 Antworten

Einmal als es wieder so weit war, hatten wir 50 Verwandte zu Besuch.

Als Muttersprachler muss man dir nicht sagen, was richtig ist. Allerdings gehört das Komma nach einmal weg. 

Der als-Satz kann als Temporalsatz nicht von einem Adverb (einmal) abhängen und tut es auch nicht. Umgekehrt ist einmal vom als-Satz abhängig und nur vorgezogen. Daher kein Komma.

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Ursprünglich hatte als die Bedeutung ›wie‹ inne.

     Er benimmt sich, wie wenn er ein Idiot wäre.

     --› Er benimmt sich, als wenn er ein Idiot wäre. 

     Sie ist größer wie ich.

     --› Sie ist größer als ich.

     …

Ein mit als angeschlossener Temporalsatz ist demnach mit wie/sowie beigefügt:

     [ Er machte sich ein Butterbrot ],  [ als ]   [ in Berlin die Mauer fiel ].

     Er machte sich ein Butterbrot      sowie    in Berlin fiel die Mauer

Zeitliche Konjunktionen haben es aber immer an sich, ins Kausale (causa ›Grund, Begründung‹) abzurutschen.

      Als die Mauer fiel, fuhr Peter von Ostberlin ins Saarland. 

      = Weil die Mauer fiel, fuhr Peter von Ostberlin ins Saarland.

In weil steckt übrigens die Weile drin. Auch diese Präposition hatte nämlich ursprünglich temporalen Sinn.

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AUFLÖSUNG:

Teils temporalen, teils kausalen Sinn hat als auch in deinem Fall. Wenn hingegen kann allein konditional verwendet werden, also mit der Bedeutung ›unter der Bedingung, dass …‹ Eine Bedingung ist aber nicht gegeben. 

Bei Konditional- und Temporalnebensätzen muss man die Konjunktion "wenn" zu "als" wechseln, wenn die Hadlung sich in der Vergangenheitabspielt und es sich um ein eher einmaliges Ereignis handelt.

"Wenn" ginge dann nur im Sinne von "immer wenn".

Hier betont "einmal" aber die Singularität. Deshalb ist "als" zwingend geboten.

Deponentiavogel 22.11.2016, 15:40

Wenn ist doch immer konditional und nie temporal, oder nicht? 

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atzef 23.11.2016, 02:26
@Deponentiavogel

Nein. Besonders transparent ist der Unterschied in slawischen Sprachen, wo das deutsche "wenn" in "jesli" (konditional) und "kagda/kiedy" (temporal) zerfällt.

Im Deutschen ist der Unterschied eher theoretischer Natur und im praktischen gebrach eher Wumpe..

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Der Satz mit "wenn" funktioniert nicht.

Das wäre wenn dann schlechter Deutsch. :)

hudy214 22.11.2016, 10:26

Danke ist da auch eine grammatische Erklaerung? ich brauche es fuer Deutschunterricht :D

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Muhtant 22.11.2016, 10:54
@hudy214

Grammatikalisch kann ich es leider nicht erklären. Es klingt halt einfach falsch.

Aber wenn ich es mit eigenen Worten erklären müsste, dann würde ich sagen: "Das Wörtchen WENN wird bei Bedingungen verwendet".

z. B. Wenn es regnen würde...; Ich baue ein Haus, wenn es blitzt und donnert...; ...

In deinem Satz gibt es keine Bedingung. Für eine Bedingung müsste der Satz so heißen: "Wenn es wieder soweit wäre, hätten wir 50 Verwandte zu Besuch."

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