Einkunftsarten für einen Körperschaftssteuerpflichtigen?

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2 Antworten

Wer körperschaftsteuerpflichtig ist, hat immer Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 8 (2) KStG - Körperschaftsteuergesetz).

Der steuerliche Spendenabzug ist bei natürlichen Personen Sonderausgabe; eine Körperschaft ist eine juristische Person, die keine Sonderausgaben kennt.

Daher muß, aus Gründen einer gewissen steuerlichen Gleichstellung, die Abzugsfähigkeit bei der Ermittlung des körperschaftsteuerrechtlichen Gewinns berücksichtigt werden - denn hier spenden nicht die Anteilseigner, sondern die Körperschaft selbst.

Bei einer Personengesellschaft wird der Gewinn den Anteilseignern zugerechnet, die wiederum Spenden dann als Sonderausgaben geltend machen können - hier spendet nicht die Gesellschaft selbst und Spenden aus dem Betriebsvermögen dürfen den Gewinn nicht mindern und müssen den Anteilseignern entsprechend zugeordnet werden.

Danke für deine ausführliche Erklärung: Zur 1. Frage

§8 (2) KStG gilt aber nur für §1 (1) Nr. 1 - 3,

d. h. Nr. 4 - 6 z. B. eine sonstige juristische Person (Verein) könnte auch andere Einkünfte haben, nicht nur aus Gewerbebetrieb.

Richtig ?

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@DerSchopenhauer

Ich habe eine neue Frage zu Vor- und Nachteilen, wenn die Erträge von Eignern aus Beteiligungen an KST-pflichtigen UN im Rahmen der ESt gar nicht erfasst werden würden, wenn also die Besteuerung ausschließlich auf UN-Ebene erfolgt eingestellt. Es wäre sehr nett wenn du mir hierbei nochmal helfen könntest.

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Also erstmal vorweg: Die KSt ist Einkommensteuer von juristischen Personen. Juristische Personen sind "Rechtsgebilde" die rechtsfähig sind und dadurch juristisch wie natürliche Personen (also wie du und ich) behandelt werden.

Das ist erstmal relativ abstrakt deshalb mal ein Beispiel für eine juristische Person: Die GmbH

Die GmbH besitzt eine eigene Rechtsfähigkeit kann also Verträge abschließen, bei Nichteinhaltung der Verträge verklagt werden usw.

Da es sich bei juristischen Personen um bestimmte "Firmen" handelt können diese nur Einkünfte aus Gewerbebetrieb erzielen (vgl. hierzu § 8 Abs. 1 Satz 1 KStG in Verbindung mit § 2 Abs. 1 EStG).

Zu den Spenden: Hierfür muss man auch ein wenig ausholen: Bei den in den in § 2 EStG benannten Einkunftsarten unterscheidet man Nr. 1 - 3


Land- und Forstwirtschaft
Gewerbetrieb
selbständige Arbeit

als Gewinneinkunftsarten

und Nummer 4 - 7

nichtselbstständige Arbeit
Kapitalvermögen
Vermietung und Verpachtung
sonstige Einkünfte

als Überschusseinkunftsarten.

Was bei den Gewinneinkunftsarten als Betriebsausgabe abgezogen wird ist quasi gleichbedeutend mit Werbungskosten nach § 9 EStG bei den Überschusseinkunftsarten. Nun ist der Abzug von Spenden im EStG aber nicht bei den Werbungskosten sondern bei Sonderausgaben §§ 10 - 10d EStG geregelt (die Spenden genaugenommen im § 10b EStG).

Da es bei juristischen Personen aber keine Sonderausgaben im Sinne wie bei der Einkommensteuer gibt braucht man hier für die Abziehbarkeit eine eigene Regelung (§ 9 Abs. 1 Nr. 2 KStG).

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