Einkünfte aus Gewerbebetrieb

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4 Antworten

Da du eine IST-Versteuerung hast, wird die tatsächlich vereinnahmte/verauslagte USt angestzt. Du hast 119€ aufm Konto, davon sind 100€ Erlös und 19€ vereinnahmte USt = Einnahme. Ja, es wird direkt als USt-VA jeden Monat abfeführt, daher sind die 19€ ja auch wieder eine Betriebsausgabe. Somit wieder durchlaufend. Es hängt nur einen Monat nach, du zahlst nach dem 10. Januar 2011 die UStVA 12/2009 und hast sie dann eben im Jahr 2011 als Ausgabe. Unterm Strich (Unternehmensdauer) ein durchlaufender Posten. Ausgabe ist natürlich auch die gezahlte USt (Vorsteuer), die mtl. Voranmeldungen, die USt-Jahreserklärung. Als Einnahme die erhaltene USt und auch evtl. Erstattungen der Vorjahre. Soweit klar? Gruß

Das hat mit der Ist-Versteuerung nichts zu tun, denn die ist ja ein umsatzsteuerliches Phänomen. Hier geht es aber um die Einkommensteuer, und deshalb hat es etwas mit der Art der Gewinnermittlung zu tun, nämlich nach § 4 (3) EStG.
 
Ansonsten trifft deine Ausführung aber zu.

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Deine einkommensteuerliche Gewinnermittlung führst du nach § 4 (3) EStG durch, deshalb sind alle Einnahmen und alle Ausgaben zu erfassen. Ausnahmen: Durchlaufende Posten, Darlehen, Anlagevermögen und bestimmte Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens.
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Eingenommene Umsatzsteuer und USt-Guthaben, welches vom FA ausgezahlt wird, sind Einnahmen im Sinne des § 4 (3). Ausgegebene Vorsteuer und an das FA abgeführte Umsatzsteuerzahllasten sind Betriebsausgabe.
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Wenn du aber nachrechnest, wirst du feststellen, dass am Ende alles genauso ist, als wenn du nur die Nettobeträge erfasst hättest - nur mit einer zeitlichen Verschiebung, die daher rührt, dass du heute die Umsatzsteuer einnimmst, sie aber erst im nächsten Monat an das FA abführst.

Wenn hier schon fast meine Antwort wiedergekäut wird, dann darf ich auch noch meinen Senf dazu geben: Anlagevermögen ist nur indirekt durchlaufender Posten, die AfA wird als Betriebsausgabe in der EÜR angesetzt und bei Darlehen ist das Abgeld sofort eine BA ;-)

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@munichr

Also nö, unsere Antworten unterscheiden sich schon voneinander. Die USt ist beim EÜ-Rechner nämlich eben kein durchlaufender Posten.
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Hinsichtlich des AV hast du grundsätzlich recht. Aber: nicht abnutzbare WG werden nicht abgeschrieben. Und auch beim Disagio darf man § 11 (2) Satz 4 nicht aus den Augen verlieren. Aber okay, das ist jetzt etwas an den Haaren herbeigezogen, das kommt in natura nicht vor.
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bei Einnahme-/Überschussrechnung werden immer Bruttobeträge gebucht. Als Auch Einspeisevergütung incl. Umsatzsteuer, bei Ausgaben dann auch die Bruttoausgabe. Was fehlt ist nun noch die Differenz zwischen zu zahlender Umsatzsteuer und den Vorsteuern. Diese Zahllast ist m.E. auch als Asgabe zu buchen.

Hierzu gibt es auch ein BFH-Urteil aus 1982. Die Zahlung an das Finanzamt ist Betriebsausgabe in dem Jahr, in dem sie gezahlt wurde.

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@Yummy

Schon komisch, über was der BFH alles so entscheiden muss. Ist doch seit 6 Jahrzehnten geltendes und bekanntes Recht. Wer klagt sowas?

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Das kann nicht stimmen. Du machst jeden Monat eine Umsatzsteuer-Voranmeldung? Dann kann das keine Einnahme sein, du gibst die Mwst ja direkt wieder ab ...

Ja, das mache ich mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung. Sehe ich auch so.

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@merz484

Kannst ja mal beim Finanzamt nachfragen:

Dann kann ich demnächst also Brutto-Beträge von der Steuer absetzen?

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