Einhaltung von Kündigungsfristen

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5 Antworten

Die einzige präzise und definitive Antwort ist die von Hexle2 - und den Ratschlag in der Antwort von susannhh ("... wenn du einfach nicht mehr kommst ...") solltest Du ganz schnell wieder vergessen.

Also:

Entscheidend ist der Zeitpunkt, zu dem die Kündigung ausgesprochen wird (Zugang beim Arbeitgeber), nicht der Zeitpunkt, zu dem das Arbeitsverhältnis aufgrund der Kündigung endet. Wenn Dein Beschäftigungsverhältnis also am 01.09. diese 5 Jahre besteht, Du aber am 30.08. kündigst, musst Du nur die kurze Kündigungsfrist beachten.

Aber hier ist im konkreten Fall Vorsicht geboten!

Der 30.08. ist ein Freitag! Wenn der Samstag kein Arbeitstag im Betrieb ist, die Kündigung den Arbeitgeber an diesem Tag also nicht erreichen kann, wird sie formell erst am Montag, also am 02.09. zugestellt - und damit wäre die 5-jährige Betriebszugehörigkeit als Bedingung für die lange Kündigungsfrist erfüllt!

Du musst also dafür sorgen, dass der Arbeitgeber die Kündigung spätestens am 30.08. (zur Sicherheit besser vielleicht noch einen Tag früher) rechtssicher in Händen hält!

.wenn ich z.B. jetzt am 30. 8. kündigen möchte, gilt für mich dann noch die 4-wöchige Kündigungsfrist,

Genau so ist es. Der Kündigungszeitpunkt zählt, nicht das Datum an dem das Arbeitsverhältnis beendet ist.

"Ab 5-jähriger Betriebszugehörigkeit besteht eine Kündigungsfrist von 3 Monaten." <

Aus diesem Satz geht nicht hervor,ob die dreimonatige Kündigungsfrist nur für Kündigungen durch den Arbeitnehmer oder auch für den Arbeitgeber gelten soll.

Für Kündigungen durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist nach fünfjähriger Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers laut § 622 Abs.:2 Satz 2 BGB lediglich zwei Monate.

Nach § 622 Abs.:& BGB darf für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer keine längere Frist vereinbart werden als für die Kündigung durch den Arbeitgeber.

lenzing42 28.08.2013, 09:47

Berichtigung im letzten Absatz: Nach § 622 Abs.: 6 BGB............

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lenzing42 28.08.2013, 09:47

Berichtigung im letzten Absatz: Nach § 622 Abs.: 6 BGB............

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Das ist eher so gemeint, dass dein Arbeitgeber dir nur mit einer Frist von 3 Monaten kündigen kann. Es besteht zwar formal für den Arbeitnehmer auch eine Kündigungsfrist, aber was soll der Arbeitgeber schon machen, wenn du einfach nicht mehr kommst oder nichts tust? Dir kündigen?

Wenn wir es aber formal betrachten und du kündigst am 30.8., besteht für dich auch nur die 4-wöchige Kündigungsfrist.

Familiengerd 27.08.2013, 22:57

aber was soll der Arbeitgeber schon machen, wenn du einfach nicht mehr kommst oder nichts tust? Dir kündigen?

Ja, genau das kann der Arbeitgeber - und zwar außerordentlich/fristlos. Oder er kann für den Rest der Zeit die Lohnzahlung einstellen, weil er dann nämlich ein Einbehaltungsrecht hätte.

Das macht sich in der Vita eines Arbeitnehmers überhaupt nicht gut - und Dein "Rat" ist ein ganz schlechter Rat!

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susannhh 28.08.2013, 14:14
@Familiengerd

Wieso? Man hat ja eh selbst schon gekündigt. Das tut man ja nicht einfach so, sondern in der Regel, weil man einen anderen Job hat. Wenn nicht hält man selbstverständlich auch Fristen ein.

Die Vita ist etwas, was man als Arbeitgeber selbst schreibt. Wer da wen gekündigt hat muss nicht drin stehen. Und außerdem hat man ja quasi schon einen neuen Job, s. o.

Es kommt auch nicht selten vor, dass ein Mitarbeiter sogar sobald er kündigt freigestellt wird.

Ich sage nicht, dass man gegen sämtliche ethische und moralische Grundsätze verstoßen sollte, ich wollte damit nur betonen, dass diese Fristverlängerung hauptsächlich eine bessere Sicherheit für den Arbeitnehmer bietet.

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Meiner Meinung nach die 4 Wochen. Erst ab den 1.9. sind es dann 3 Monate. Tipp wenn du auf einen Deal eingehst lässt der Arbeitgeber einen auch früher ziehen.

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