Eingliederungsvereinbarung VOR Bezugsbeginn unterschreiben?

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4 Antworten

Du musst die Eingluederungsvereinbarung erst mal nicht unterschreiben. Du hast das Recht, sie mit nach Hause zu nehmen und zu prüfen. Du kannst eigene Vorschläge einbringen.

Eine Nichtunterschrift ist NICHT sanktionierbar!

Hier kannst Du nachlesen:

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/hartz-iv-ratgeber-eingliederungsvereinbarung-563.php

Ersteinrichtungsgeld ist nicht von der EGV abhängig - das bekommst Du bei ALG-II-Bezug.

Ich habe verhandelt und kann meine jetzige EGV jederzeit wieder unterschreiben, so, wie sie ist.

Dass man zwischen zwei Ausbildungsabschnitte jobt - auch unter seiner höchsten Quaualifikation -, ist eigentlich seit Jahrzehnten üblich.

ALG II wurde nicht eingeführt, um arbeitsfähigen jungen Leuten, die einen Job kriegen können, eine Auszeit zu gönnen - etwa um sich vom Studium zu erholen.

Zudem kann man sich vom Gehalt von zwei Monate meist auch ein Bett kaufen. Falls nicht, greift § 24 SGB II Absatz 3 auch dann: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__24.html

Gruß aus Berlin, Gerd

Du MUSST die EGV nicht unterschreiben, da sie vom Amts wegen erlassen werden kann.

dein Vorteil: Bei EGV von Amts wegen hast du Widerspruchsrecht, wenn du von selber unterschreibst, nicht!

Aus § 15 SGB 2: Kommt eine Eingliederungsvereinbarung nicht zustande, sollen die Regelungen nach Satz 2 durch Verwaltungsakt erfolgen.

Grundsätzlichen Anspruch auf Erstausstattung hat man nicht nur, wenn man im laufenden Hilfeleistungsbezug steht -> § 24 Abs. 3 SGB II (" Leistungen nach Satz 2 werden auch erbracht, wenn Leistungsberechtigte keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts einschließlich der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung benötigen, den Bedarf nach Satz 1 jedoch aus eigenen Kräften und Mitteln nicht voll decken können. In diesem Fall kann das Einkommen berücksichtigt werden, das Leistungsberechtigte innerhalb eines Zeitraumes von bis zu sechs Monaten nach Ablauf des Monats erwerben, in dem über die Leistung entschieden wird. ")

Ich sehe wirklich wenig Sinn dahinter für zwei Monate eine Vollzeitstelle unter meiner Qualifikation zu suchen

Es geht dabei aber ja nicht um "Sinn"(empfinden), sondern um die rechtlichen Grundlagen für den Anspruch/ Bezug von Hilfeleistungen aus Steuermitteln (und in deinem Fall vermutlich auch um die Krankenversicherung) . Dazu gehört grundsätzlich auch das Bemühen, alles Zumutbare zu tun, um seine Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu beenden, solange sie denn (noch) besteht. http://hartz.info/index.php?topic=4593.0

Wobei nachweislich einen Job zu suchen und tatsächlich einen Job zu finden zwei verschiedene Paar Schuhe sind. In einer Eingliederungsvereinbarung soll festgehalten werden, welche Mitwirkung und Bemühungen deinerseits erfolgen und ggf. nachgewiesen werden sollen - und in welcher Form das Jobcenter dich diesbezüglich "unterstützt". Was der Arbeitsmarkt dann tatsächlich hergibt, ist wieder eine ganz andere Geschichte.

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