Eingirff in die Privatspähre? Bilder von meiner Wohnung im Internet.

...komplette Frage anzeigen

10 Antworten

Nach bislang gefühlt siebzehn gefühlten Rechtslagen in den bisherigen Antworten hier mal ganz gefühllos die Rechtslage nach dem Gesetzbuch:

1.) Der Fotograf ist der Urheber der Fotos seiner Wohnung. Sagt § 2 UrhG http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html . Und § 31 UrhG "Einräumung von Nutzungsrechten" sagt, was der Urheber mit seinem Werk, hier seinen Fotos, machen darf und sonst Niemand:

"(1) Der Urheber kann einem anderen das Recht einräumen, das Werk auf einzelne oder alle Nutzungsarten zu nutzen (Nutzungsrecht). Das Nutzungsrecht kann als einfaches oder ausschließliches Recht sowie räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt werden."

Nun wurde zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt, dass die Bilder für was genutzt werden dürfen? "damit wir schnell einen Nachmieter finden"! Wurde das so vereinbart, dann gilt das, auch wenn dies nur mündlich geschah. Nur zum Finden eines Nach-Mieters!

Wurde hingegen geäußert als (hier maßgeblichen) Wunsch des Urhebers: "Was? Sie finden keinen Nachmieter? Ich mache Ihnen ein paar tolle Fotos, damit finden Sie immer einen Mieter!" Dann hätten wir den möglichen Fall, dass die Fotos immer dafür da sind, wenn der Vermieter einen Mieter sucht!

Ist kein solcher Dialog, keine solche mündliche Abmachung geschehen, haben wir ein anderes Dilemma - Der Nutzungsgrund wurde gar nicht konkret vereinbart, somit auch nicht dessen Wegfall!

In solchen Zweifelsfällen greift Absatz 5 § 31 UrhG, und daran anlehnend die sog. Vertragszweck-Theorie.

War der Vertragszweck (hier: mündlicher Vertrag zur Nutzungsüberlassung der Fotos) lediglich eine Annonce, um einen Nachmieter zu finden, dann ist der Zweck erfüllt nach dem Finden der Nachmieter. Eine weitere Nutzung der Fotos wäre demnach nicht gestattet ohne neue Abmachungen.

Denn die bisherigen Urteile besagen, dass der Vertragszweck so eng wie möglich zu Gunsten des Urhebers auszulegen ist - denn der muss ja leben von den Einnahmen aus seinen Werken.

War der Vertragszweck aber der, den Vermieter durch das Schießen der (hier sogar semi-professionellen und damit sicher überzeugenden) Fotos dazu zu veranlassen, überhaupt vorfristig einen Nachmieter zu suchen, den er akzeptieren würde, und damit den Vormieter vorfristig aus dem Mietvertrag zu entlassen -

dann könnte ein Gericht einen völlig anderen Vertragszweck nach § 31 UrhG erkennen - nämlich den, den offenbar der Vermieter damals erkannt hatte, und weshalb er die Fotos heute immer noch reinen Gewissens nutzt:

Nämlich den Zweck, durch die Fotos einen Anreiz zu bieten für den Vermieter, den Mieter vorfristig aus dem Mietvertrag zu entlassen, wozu der Vermieter rechtlich gar nicht verpflichtet wäre - so wenig wie einen Nachmieter zu akzeptieren, den der Vormieter stellt.

Im Streitfall vor Gericht hätte der Fotograf im Grunde § 31 UrhG Absatz 5 auf seiner Seite. Falls tatsächlich kein (beschränkender) Grund und kein zeitliches Ende für das Nutzungsrecht an den Fotos der Bude vereinbart worden war (und dies glaubhaft gemacht werden kann vor Gericht, notfalls mittels Zeugen).

Falls aber der Vermieter glaubhaft machen kann, dass er für seine Gefälligkeit (früheres Mietende) eine Gefälligkeit des Vormieters erhalten hatte (inhaltlich und zeitlich unbeschränkte Nutzungsrechte-Einräumung an den Fotos des Hauses),

dann wird das Gericht dieser Variante folgen. Zumal es dafür sogar noch Zeugen geben könnte oder Unterlagen wie Briefwechsel.

Jetzt zum Gipfelpunkt, falls sogar ein Wortlaut des Fotografen glaubhaft gemacht werden kann, der da sinngemäß lautet: "Was? Schwer weiterzuvermieten? Ich liefer' Ihnen professionelle Hochglanzbilder, mit denen vermieten Sie Ihre Wohnung jederzeit in Nullkommanix!"

Glaubt das der Richter, oder steht das sogar in einem Briefwechsel, in einer Mail, einer SMS, oder gibt es dafür sogar Zeugen, dann wird die Vertragszweck-Theorie wohl gar nicht nötig sein, denn dann sollte auch ohne klar sein, dass der Urheber selber ein inhaltlich und zeitlich unbeschränktes Nutzungsrecht bezweckt und auch ausgesprochen hatte. An diesen ominösen Fotos!

Ob dafür die damalige vorfristige Entlassung aus dem Mietvertrag oder sonstige gewährte Gefälligkeiten auch ausreichend sind, um als Angemessene Vergütung nach UrhG § 32 angesehen zu werden, wäre erst die nächste Frage.

Falls nicht, steht dem Knipser noch eine weitere Vergütung zu, über die alten Gefälligkeiten hinaus: "Soweit die vereinbarte Vergütung nicht angemessen ist, kann der Urheber von seinem Vertragspartner die Einwilligung in die Änderung des Vertrages verlangen." Bezüglich der Vergütung - nicht aber der Nutzungsrechte-Einräumung!

Gruß aus Berlin, Gerd

Da du der Verwaltung die Fotos überlassen hast, sind die sicher davon ausgegangen, dass du mit der Veröffentlichung einverstanden bist. Ihr habt, wie du sagst, nichts schriftlich gemacht und ich kann deine Aufregung nicht so ganz verstehen. Ein Eingriff in deine Privatsphäre liegt nicht vor, du hast die Bilder rausgegeben. Eine Einschränkung der Verwendung ist nicht nachzuweisen. Was also willst du tun?

Wenn du beweisen kannst, dass da deine (professionellen ??) Bilder geschäftlich genutzt werden, kannst du sie dir bezahlen lassen.

Ob du mit Recht am eigenen Bild etwas machen kannst, bezweifle ich, da du die Bilder ja selbst abgegeben hast.

ich weiss, für die Wohnung wurde sehr schnell ein Nachmieter gefunden...

0

ich denke nicht, dass du da was machen kannst. Schließlich hast du die Fotos zu genau diesem Zweck an die Hausverwaltung übergeben. Eine Weiterverwendung nachdem ein Nachmieter gefunden ist, hast du nicht ausdrücklich untersagt und hast die Bilder auch nicht wieder zurückgefordert. Um einen Eingriff in deine Privatspähre handelt es sich meiner Ansicht nach nicht, da du die Fotos ja eh zur Veröffentlichung freigegeben hattest und auch nicht mehr dort wohnst.

auf den Bildern sieht man schließlich meine Privatsachen, am Kühlschrank hängen Bilder von meinen Kindern...sind zwar nicht so gut erkennbar, aber ich finde es nicht witzig...

0
@user1142

Ich kann mir vorstellen, dass das nicht witzig ist, es ändert aber nichts an der Tatsache, dass du die Bilder selbst gemacht hast und der Hausverwaltung zur Verfügung gestellt hast.

0

Untersage der Verwaltung schriftlich (und nicht mündlich) die sofortige weitere Verwendung deiner Aufnahmen. Im Übrigen wird jeder Interessent feststellen, dass die Fotos nicht mit der besichtigten Wohnung übereinstimmen. Insofern macht es keinen Sinn, wenn die Verwaltung alte Fotos einstellt - und deine Aufregung verstehe ich auch nicht ganz, zumal du selbst der Verwaltung seinerzeit Fotos geliefert hast. und du gar nicht mehr in der Wohnung wohnst.

das mag alles stimmt, aber ich habe bis heute immer noch nur Ärger mit der Verwaltung, es hat mich damals viel Nerven gekostet, es wäre ein guter Grund für eine Rache...vermute, sie wissen selber nicht mehr, von wem die Fotos kommen, haben sie einfach nur hochgeladen....

0

Das geht nicht weil er der Hausverwaltung alles überlasssen hat! Auch die Rechte am Bild! Der hat richtig schlechte Karten! noch dazu das so lange her ist!

0

Im Grunde sehe ich kein Problem, solange keine Personen im Bild zu sehen sind, es sind vermutlich nur deine alten Möbel auf den Bildern zu sehen, kann dir doch egal sein. Ich habe mal nach drei Jahren meine Porträts im Schaufenster eines Fotographen gesehen, bei dem ich mal Fotos gemacht hatte, ich ging schmunzeld weiter.

Du ,Koneczny hast vor 2 Jahren Bilder von ner Wohnung gemacht! Ist es machbar nachzuvollziehen wie lange das her ist!? Mal ne Frage hast Du die Bilder eintragen lassen?So wie ich das sehe nicht also haste auch kein Recht auf dies Bilder! Du hättest einen Vertrag abschliessen müssen das die Hausverwaltung nur mit Deiner Einwilligung weiter arbeiter darf. Das ist leider nicht geschehen also hast auch keinen Grund auf Entschädigung! "Der riesen Fehler ist das keine schriftliche Vereinbarung getroffen wurde!Dadurch hast richtig schlechte Karten! Such Dir nen Anwalt der aus dieser miesen Sache was machen kann! Viel Erfolg! Hoffentlich!

Da du die Bilder gemacht hast, hast du auch die Bildrechte (vorausgesetzt, du hast diese nicht abgetreten) ... Somit kannst du der Verwaltung durchaus untersagen, deine Bilder zu nutzen, da sie hierdurch ja einen Gewinn (Vermietung) erziehlen. Oder du bietest ihnen die Bilder zum Kauf an ....

Du hast das Recht auf das eigene Bild,und die Herausgabe fordern .

Wieso fragst du das nicht den Vermieter, was er sich dabei gedacht hat, sollte deine Geschichte auch stimmen.

Was möchtest Du wissen?